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Moderne Technologie gefragt
Moderne Technologie gefragt
06.12.2012 - 10:53 Uhr
Baden-Baden (bor) - Die explodierenden Kosten für Gas und Öl veranlassen zahlreiche Eigenheimbesitzer zum Umdenken und zur Umrüstung ihrer Heizungssysteme. Gerade im Neubau ist eine Technologie von Nutzen, die sich in den vergangenen Jahren auf dem Vormarsch befindet - die Wärmepumpen. Unterschieden werden drei Varianten. Bei der Luft-Wärmepumpe wird die Energie aus der Temperatur der Umwelt gewonnen. Der Nachteil hierbei ist, dass dies nur bis ungefähr sieben Grad Celsius funktioniert. Die zweite Möglichkeit ist der Einsatz einer Wasser-Wärmepumpe. Hierbei wird die Wärme aus dem Grundwasser entnommen. Bei der dritten Möglichkeit, der Erd-Wärmepumpe, muss eine Sonde zwischen 70 und 130 Meter tief in den Boden getrieben werden.

Andreas Vierling arbeitet in der gleichnamigen Firma seines Bruders in Gernsbach und ist ein Experte auf diesem Gebiet. "Luft-Wärmepumpen sind gerade im Neubaubereich sehr empfehlenswert, da Neubauten über den neuesten Stand der Dämmung verfügen." Bauherren schätzen dabei vor allem, dass sie mit dem kostenlosen Wärmepotenzial der Umgebungsluft komfortabel heizen können - unabhängig von Öl und Gas. Außerdem sind die Installationskosten im Vergleich zu den anderen Wärmepumpenarten am niedrigsten. "Die Energiekosten fallen aber nur dann moderat aus, wenn die Wärmepumpe effizient arbeitet", so Vierling. Doch dies funktioniert nicht automatisch. "Ein großer Vorteil der Wärmequelle Luft ist, dass sie quasi überall vorhanden ist und sich für die Wärmepumpennutzung relativ einfach erschließen lässt. Nachteilig sind in unseren Breitengraden die großen Temperaturschwankungen über das Jahr hinweg", erklärt der Fachmann aus Gernsbach. Und gerade bei niedrigen Außentemperaturen, bei denen also die Leistungszahl der Pumpe am niedrigsten ist, wird im Gebäude die höchste Heizleistung benötigt. Dennoch wird das Eigenheim selbst an sehr kalten Wintertagen wohlig warm. Dies gelingt, weil Wärmepumpen für Heizung und Warmwasserbereitung neben der kostenlosen Umweltwärme noch einen anderen Energieträger nutzen. In der Regel in Form von Strom. "Die für die energetische Effizienz entscheidende Formel lautet: Je größer der Anteil der erneuerbaren Energien und je höher die Temperatur in der Wärmequelle (Umweltwärme), desto günstiger wird das Heizen mit der Wärmepumpe", erläutert Vierling.

Zur Bewertung der Effizienz der Gesamtanlage eignet sich vor allem die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie bezeichnet über ein Jahr hinweg das Verhältnis zwischen der erzeugten Wärmemenge und der eingesetzten Strommenge. Je höher die JAZ einer Wärmepumpenanlage, umso niedriger fallen die Stromkosten aus. Die JAZ ist auch das entscheidende Kriterium, in welcher Höhe die Maßnahme staatlich gefördert wird. Doch welche JAZ l'sst sich unter realen Bedingungen erreichen? "Die durchschnittlichen Jahresarbeitszahlen für Luft-Wärmepumpenanlagen betragen etwa 2,9 im Neubau und 2,6 im Gebäudebestand. Deutlich effizienter arbeiten Sole/Wasser-Anlagen, die die Erdwärme nutzen. Sie erzielen eine durchschnittliche JAZ von etwa 3,9 im Neubau und 3,3 im Bestand", so der Ingenieur. Diese Zahlen nimmt er in der Kundenberatung stets als Maßstab. Im Jahr 2010 wurden mehr als 50 Prozent an Neubauten an ein Heizsystem auf Erdgasbasis angeschlossen, 2005 lag dieser Wert noch bei 74 Prozent. Dies geht vor allem auf die steigende Beliebtheit der Wärmepumpen zurück, deren Anteil auf rund 24 Prozent gestiegen ist.

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