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Worauf man beim Hausbau achten sollte
Frank Gries (links) und Jens Mörmann geben Tipps für Häuslebauer: Wer die Angebote vergleicht, kann viele Tausend Euro sparen. Foto: Ebersbach
18.09.2014 - 12:23 Uhr
Baden-Baden (red) - "Wie kann ich bei der Eigenheim-Finanzierung sparen?" war das Thema der jüngsten BT-Telefonaktion gestern. Worauf man als Bauherr achten sollte, wie man Finanzierungsangebote vergleicht und wer bei der Vertragskontrolle helfen kann - das erläuterten Jens Mörmann vom Verband der Privaten Bausparkassen und Frank Gries vom Verband Privater Bauherren.


Wie viel Eigenkapital braucht man heutzutage angesichts niedriger Zinsen zum Hausbau?

Auch heute gilt: Je mehr, umso besser! Denn je mehr Eigenkapital Sie haben, umso besser geraten die Konditionen. Die sogenannten Nebenkosten - also die Finanzierung von Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie der Maklergebühr - sollten auf jeden Fall aus dem Gesparten kommen - das kann bis zu elf Prozent des Kaufpreises ausmachen. Zum Eigenkapital gehört aber nicht nur Erspartes - sondern zum Beispiel auch ein bezahltes Grundstück oder die sogenannte Muskelhypothek - also mögliche Eigenleistungen. Hier dürfen Sie sich nicht überschätzen - die Banken erkennen diese nur in begrenztem Umfang an, in der Regel höchstens bis zu 15 Prozent der Herstellungskosten.

Wir möchten eine gebrauchte Immobilie kaufen. Können wir das Haus zu 100 Prozent finanzieren?

Es geht - allerdings müssen Sie eine Bank finden, die zu einer solchen 111-Prozent-Finanzierung bereit ist. 111 Prozent deshalb, weil fast jede Bank auf den vollen Kaufpreis einen Sicherheitsabschlag von mindestens zehn Prozent vornimmt, der dann zusätzlich bei der Finanzierung mit berücksichtigt werden muss. Voraussetzung für eine solche Finanzierung ist Ihre Bonität und ein angemessener Kaufpreis. Sie sollten ein sehr gutes, dauerhaftes Einkommen haben und möglichst ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Wählen Sie für diese Finanzierung eine möglichst lange Zinsbindung, bis zu 15 oder 20 Jahren.

Wir wollen in Kürze den Vertrag mit unserem Bauträger unterschreiben. Ein Bekannter riet uns, den Vertrag vor der Unterschrift prüfen zu lassen. Ist das sinnvoll?

In jedem Fall ist das sinnvoll, denn durch eine Kontrolle der Bauplanung im Vorfeld können Sie unter Umständen eine Menge Geld sparen. Denn in vielen Verträgen sind Kosten versteckt, die Sie als Laie nicht ohne weiteres erkennen können. Sie können sich an einen ausgewiesenen Bausachverständigen oder an den Verband Privater Bauherren wenden. Dort können Sie für ein Jahr Mitglied werden - das kostet 15 Euro Beitrag pro Monat in den ersten sechs Monaten und dann sieben Euro für die nächsten Monate - also 138 Euro im Jahr. Hinzu kommen die Kosten für die individuelle baufachliche Beratung.

Ich will ein Fertighaus schlüsselfertig kaufen, habe auch einen Bauträger. Ich frage mich, welche Zusatzkosten auf uns zukommen, denn wir brauchen ja beispielsweise auch Hausanschlüsse und Abwasserleitungen.

Da haben Sie völlig recht: Die meisten Vertragsangebote für solche Fertighäuser berücksichtigen solche Kosten nicht. Für Hausanschlusskosten - Abwasser, Gas, Frischwasser, Strom und Kommunikation - kommen sehr schnell bis zu 10000 Euro zusammen.

Wir haben eine gebrauchte Immobilie gekauft und müssen sanieren. Das betrifft auch die Heizkesselanlage. Welche Heizungsvariante ist heutzutage die günstigste?

Gasheizung plus Solaranlage ist heute die effektivste Möglichkeit und in der Anschaffung relativ günstig. Ebenfalls noch relativ preisgünstig sind Wärmepumpen. Bedenken Sie, dass es in Baden-Württemberg vorgeschrieben ist, bei Heizungsanlagen, die älter als 25 Jahre sind, definitiv regenerative Energien zu nutzen. Solartechnik, Photovoltaik, Pelletheizung.

Unser Bauvorhaben steht kurz vor dem Abschluss. Macht es Sinn, für die Abnahme des Baus einen Sachverständigen hinzuziehen? Wir sind etwas unsicher.

Das Hinzuziehen eines Bausachverständigen ist gut angelegtes Geld - gerade wenn es darum geht, gegenüber dem Bauträger Gewährleistungsansprüche durchzusetzen. Denn was nicht im Abnahmeprotokoll steht, lässt sich hinterher schwer reklamieren.

Wir haben zwei Kinder und möchten in Zukunft ein Eigenheim erwerben. Wann bekommt man denn die Wohnriester-Förderung?

Sie müssen dazu einen staatlich zertifizierten Vertrag abschließen - und müssen rentenversicherungspflichtig oder Beamter sein. Um die volle Förderung zu erhalten, sollten Sie regelmäßig vier Prozent Ihres Vorjahresbruttos bis zu 2100 Euro einzahlen - abzüglich der Zulagen. Die jährliche Grundzulage beträgt dann 154 Euro. Für jedes Kind gibt es 185 Euro, für Kinder ab Jahrgang 2008 sogar 300 Euro. In Ihrem Fall können das bis zu 908 Euro im Jahr an Zuschuss sein. Darüber hinaus können Sie Ihre Beiträge auch noch steuerlich geltend machen.

Ich habe von mehreren Bausparkassen Angebote für Kombi-Kredite mit Riester-Förderung vorliegen. Wie kann ich diese miteinander vergleichen?

Über den Gesamteffektivzinssatz! Bei diesen Angeboten mit Riester-Förderung sind die Anbieter wegen der staatlichen Zuschüsse verpflichtet, den Effektivzinssatz anzugeben - anders, als bei anderen Finanzierungsangeboten.

www.bausparkassen.de

www.vpb.de

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