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Hilfe aus dem Labor
Hilfe aus dem Labor
23.11.2012 - 11:13 Uhr
Rastatt (red) - Dreimal pro Woche ins Fitnessstudio, zum Joggen in den Wald oder aufs Rad und Zurückhaltung beim Essen - dennoch wollen die Pfunde nicht so recht purzeln. Dieses Phänomen hat einen einfachen Hintergrund. Denn die gängigen Ernährungstipps und Bewegungsempfehlungen gehen zumeist von Durchschnittswerten und allgemein gültigen Regeln aus. Ein DNA-Test soll da weiterhelfen - und wichtige Erkenntnisse für das Sport- und Ernährungsprogramm liefern.

Jeder Mensch bringt seine ganz persönlichen Veranlagungen mit. Während der eine Kohlenhydrate gut verstoffwechseln kann, lassen sie einen anderen Hüftgold ansetzen. Und auch beim Sport erzielt nicht jeder mit dem gleichen Training einen gleich guten Erfolg. Während der eine beim Ausdauertraining besonders viele Kalorien verbrennt, verbessern bei einem anderen Kraftübungen die Energiebilanz besonders nachhaltig. Mit Hilfe eines genetischen Tests kann man herausfinden, was auf einen zutrifft - und so die eigene Ernährungs- und Sportplanung anpassen.

Entwickelt wurde das Verfahren von drei Existenzgründern in Köln, die in Zusammenarbeit mit der dortigen Sporthochschule und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen Test entwickelten, der anhand der DNA eines Menschen Aufschluss darüber gibt, welche der drei Hauptbestandteile der Ernährung (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) besonders gut verarbeitet werden.

Daraus resultiert dann eine entsprechende Ernährungsempfehlung. Wurde der Test zunächst vor allem von Ärzten und Ernährungsberatern eingesetzt, so gibt es mittlerweile auch einen sogenannten Meta-Check, der auch die Ausprägung der roten und weißen Muskelfasern berücksichtigt und Informationen darüber liefert, mit welchem Sportprogramm besonders viele Kalorien verbrannt werden. Dieses Verfahren wurde speziell für Fitnessstudios weiterentwickelt und wird nach Angaben des Anbieters bisher in rund 200 Studios in Deutschland angeboten.

"Je mehr wir über einen Menschen wissen, desto besser können wir ihn betreuen", betont Brigitta Lenhard (Foto: Langer), Geschäftsführerin des Rastatter Fitnessstudios "Gymnasion", das den Meta-Check nun auch in Mittelbaden anbietet. Vor allem für Personen, die trotz eines ernsthaft betriebenen Sportprogramms nicht den gewünschten Erfolg erzielen, erhoffen sich die Trainer durch den Test wichtige Erkenntnisse für die Zusammenstellung des individuellen Ernährungs- und Bewegungsplans.

Das Prozedere beginnt mit der Entnahme eines Wangenabstrichs, den man von den Gentests aus Krimis oder von Vaterschaftstest kennt. "Dabei sollte man aber keine falschen Rückschlüsse ziehen", betont Lenhard. "Der Test lässt keine Rückschlüsse auf Verwandtschaftsverhältnisse zu und macht auch keine Aussagen zu Krankheitsrisiken oder gar vorliegenden Erkrankungen. Es geht nur um die vererbten Veranlagungen", betont die Fitness-Expertin.

Die vom Probanden selbst entnommene Speichelprobe wird dann anonymisiert in ein Labor geschickt und dort analysiert. Die Ergebnisse und die daraus resultierende Auswertung werden dort nicht mit Namen versehen, sondern erst wieder im Fitnessstudio anhand eines Barcodes dem Probanden zugeordnet. Der erhält nach etwa sieben bis zehn Tagen eine umfangreiche Auswertung. Darin erfährt man, zu welchem Meta-Typ man gehört und wie stark ausgeprägt die einzelnen Veranlagungen sind. In der Praxis bedeutet das, dass der Proband nicht nur mitgeteilt bekommt, ob er etwa Kohlenhy-drate gut oder weniger gut verstoffwechseln kann. In der Auswertung wird auch konkret empfohlen, welche Lebensmittel man wie häufig essen sollte. Anhand dieser Ratschläge kann man dann das eigene Ernährungsverhalten entsprechend anpassen und so einen dauerhaften Erfolg ohne Hungern erzielen.

Im zweiten Teil der Auswertung wird festgehalten, welche Art der sportlichen Betätigung den größten Erfolg für die Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit und das Erreichen oder Halten des Wunschgewichts verspricht. Anhand dieser Daten passt der Trainer den individuellen Trainingsplan - also den Anteil von Ausdauer- und Kraftsport - an.

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