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Kleine Verletzungen ernst nehmen
23.11.2012 - 15:56 Uhr
Baden-Baden (ke) - Um das Thema Diabetes ging es bei einer BT-Telefonaktion anlässlich des Welt-Diabetes-Tags. Zahlreiche Leser fragten die BT-Expertinnen um Rat - und bekamen kompetente Antworten von AOK-Ernährungsberaterin Kristina Imlauer, der in der Selbsthilfe engagierten Diabetes-Patientin Heidrun Schmidt-Schmiedebach und der Ärztin Christine Stiepak (Foto: Kern). Hier eine Zusammenfassung:

Ich hatte beim Zweijahres-Check einen minimal erhöhten Blutzuckerspiegel. Bin ich jetzt Diabetikerin?

Der Wert ist verdächtig, aber es sind weitere Tests nötig. Sie können noch einen Belastungstest machen und einen Langzeitwert, den sogenannten HbA1c, messen. Der ist sehr wichtig: Während der Blutzuckerspiegel nur eine Momentaufnahme ist, vergleichbar mit einem Foto, gibt der HbA1c wie ein Film Auskunft über die Blutzucker-Einstellung der letzten zwei bis drei Monate.

Ich spritze seit kurzem Insulin und habe zugenommen. Hängt das zusammen? Was kann ich tun?

Durch Insulin kann man zunehmen: Da der Blutzuckerspiegel sinkt, bekommt man Hunger. Deshalb wurde das Mittel früher in der Schweinemast eingesetzt. Um das zu vermeiden, muss die Ernähung darauf abgestimmt werden. Am Anfang ist eine gute Schulung zum Beispiel bei einem niedergelassenen Diabetologen wichtig. Einige Krankenkassen haben auch Ernährungsberater.

Ich bin Typ-2-Diabetiker, brauche einmal täglich Insulin. Wie oft sollte ich den Blutzuckerspiegel messen und werden die Teststreifen von der Kasse noch bezahlt?

Gut wäre bei Ihnen eine Kontrolle täglich. Seit dem ersten Oktober gilt für die Teststreifen: Bei Typ-1-Diabetikern übernimmt die Kasse 500 Stück pro Quartal, beim Typ 2 werden in der Regel nur dann Teststreifen bezahlt, wenn die Patienten Insulin spritzen. In diesem Fall bekommen sie 200 Teststreifen.

Meine Cousine ist 78 Jahre alt. Bei ihr wurde gerade Typ-1-Diabetes diagnostiziziert. Ich dachte, das bekommen nur junge Menschen. Müsste sie nicht Typ 2 haben?

Das kann man leicht im Blut überprüfen, über einen Wert, der C-Peptid heißt. Wenn der Null beträgt, hat sie kein Insulin mehr. Dann ist die Bauchspeicheldrüse nicht nur geschwächt oder versiegend, wie bei Typ 2, sondern zusammengebrochen. Dafür kann es zwar verschiedene Ursachen geben, aber man spricht dann im weitesten Sinn von Typ-1-Diabetikern. In diesem Fall muss sofort Insulin gegeben werden.

Ich bin Diabetikerin und habe seit kurzem ein Taubheitsgefühl in den Beinen. Was kann ich tun?

Was Sie nicht mehr fühlen, müssen Sie mit den Augen ersetzen. Gehen Sie regelmäßig zur Kontrolle, aber sehen Sie sich Ihre Füße auch jeden Abend genau an. Suchen Sie nach Blasen, Blut, Druckstellen - und Ursachen wie Steinchen in den Schuhen. Wichtig ist, auch kleine Verletzungen ernst zu nehmen. Eine Fußgymnastik regt außerdem die Durchblutung an.

Kann ich abends die Kohlenhydrate weglassen, wenn ich als Diabetiker eine Diät machen möchte?

Solche Ansätze sind für Diabetiker ungeeignet. Wer abends die Kohlenhydrate weglässt, hat morgens sogar höhere Nüchternwerte, weil der Körper dagegenhält. Außerdem kann der Verzicht zu Heißhunger und unkontrolliertem Essen führen. Nehmen Sie über den Tag verteilt moderat Kohlenhydrate zu sich. Am besten solche, die langsam ins Blut gelangen - die finden sich beispielsweise in Vollkornbrot.

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