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Behandlung hängt vom Stadium ab
Behandlung hängt vom Stadium ab
23.11.2012 - 16:32 Uhr
Baden-Baden (moe) - Große Resonanz fand gestern die BT-Telefonaktion zur Volkskrankheit Arthrose. Viele Fragen beantworteten Dr. Cornelia Schopp, Chefärztin Orthopädie am Medi-Clin Reha-Zentrum Gernsbach, Dr. Hans Winkler, Facharzt für Orthopädie am Medi-Clin Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Gernsbach, Dr. Ralph Wetzel, Oberarzt an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der Stadtklinik Baden-Baden und im Kreiskrankenhaus Forbach, sowie Henri Laki, Leiter der Therapieabteilung Medi-Clin Reha-Zentrum Gernsbach. Hier eine Zusammenfassung:

Kann man Arthrose auch mittels eines Bluttests diagnostizieren?

Nein. Um eine Diagnose treffen zu können, bedarf es einer Anamnese, einer klinischen Untersuchung sowie einer bildgebenden Untersuchung, etwa durch eine Röntgenaufnahme.

Wie kann man einer Arthrose vorbeugen?

Es gibt einige beeinflussbare Faktoren. Zum einen sollte man auf sein Gewicht achten und sich ausgewogen ernähren. Jedes Kilo, das die Gelenke nicht belastet, ist hilfreich. Außerdem kann Sport prophylaktisch wirken. Allerdings sollten es gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sein. Generell sollte man gelenk- und wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten vermeiden und zum Beispiel beim Anheben des Sprudelkastens in die Knie gehen oder die Flaschen einzeln tragen.

Was kann ein Physiotherapeut machen, um meine Arthrose zu lindern?

Neben der Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten ist die Krankengymnastik ein weiterer Pfeiler der konservativen Therapie. Dabei geht es zunächst darum, Schmerzen zu lindern, etwa durch Kälte- oder Elektro-Therapie. Außerdem ist es wichtig, die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten, zum Beispiel mit manueller Therapie. Ein weiterer Aspekt ist die Kräftigung der Muskulatur. Dies kann in einer Praxis für Physiotherapie oder in einem Fitness-Studio passieren. Wichtig ist in allen Fällen, dass die Behandlung auf die unterschiedlichen Anforderungen der Patienten abgestimmt ist.

Was sind die Kriterien, die das Einsetzen eines künstlichen Gelenks rechtfertigen?

Generell gilt, dass die Behandlung der Arthrose immer vom jeweiligen Stadium der Erkrankung abhängig ist. Sind gelenkerhaltenden Operationen nicht mehr erfolgversprechend, ist ein gelenkersetzender Eingriff gerechtfertigt, wenn mehrere Faktoren erfüllt sind: deutliche Einschränkung der schmerzfreien Gehstrecke, Gelenkschmerzen in Ruhe oder nachts sowie die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender und schmerzstillender Medikamente.

Kann man auch bei Arthrose im Sprunggelenk eine Prothese einsetzen?

Das ist möglich, allerdings werden Sprunggelenks-Prothese noch nicht so häufig eingesetzt wie etwa Hüft- oder Knieprothesen. Für einige Patienten ist es besser, eine sogenannte Arthrodese vorzunehmen, also das Sprunggelenk zu versteifen. In einem frühen Stadium kann zum Beispiel auch die Stabilisierung des Gelenks durch spezielles Schuhwerk helfen.

Ich habe mich für eine OP entschieden, allerdings besteht bei mir Thrombosegefahr und der Verdacht auf Parkinson. Was muss ich beachten?

Ein gelenkersetzender Eingriff ist keine Notfall-OP, der Termin kann frei gewählt werden. Deshalb ist vor der Operation eine umfassende Voruntersuchung notwendig. Patienten mit schweren Vorerkrankungen und mehreren Risikofaktoren sollten bei der Wahl des Krankhauses darauf achten, dass es vor Ort eine neurologische und internistische Abteilung sowie - für den Notfall - eine Intensiv-Station gibt.

Wie lange dauert es, bis ich nach einer OP wieder zur Arbeit gehen kann?

Das hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art der Tätigkeit und der individuellen Schmerzempfindlichkeit. In der Regel geht man von einer Pause von rund drei Monaten aus.

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