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Ab 50 regelmäßig zur Vorsorge
23.11.2012 - 17:10 Uhr
Von Moritz Hirn

Baden-Baden - Beinahe ohne Unterbrechung klingelten am Montag bei der BT-Telefonaktion die Apparate. Dabei beantworteten die AOK-Ernährungsberaterin Beate Benning-Gross und Dr. Dieter Berger, Leiter des Darmkrebszentrums des Klinikums Mittelbaden, zahlreiche Fragen rund um das Thema Darmkrebs. Hier eine Zusammenfassung:


Welche Symptome deuten auf eine Erkrankung des Darms oder gar auf Darmkrebs hin?

Erste ernstzunehmende Anzeichen können bereits Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, wie beispielsweise Durchfall oder Verstopfungen, sein. Es muss jedoch klar sein, dass Durchfall zunächst kein Hinweis auf Darmkrebs ist. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist in solchen Fällen wahrscheinlicher. Ist Blut im Stuhl, könnte dies allerdings ein Hinweis auf Darmkrebs sein.

Ab wann und für wen ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfehlenswert?

Da Darmkrebs sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebsart darstellt, ist es wünschenswert, dass alle Personen im Alter zwischen 50 und 55 Jahren eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Die Koloskopie sollte im Anschluss alle fünf Jahre wiederholt werden. Außerdem sollten Personen ab 50 ein Mal im Jahr ihren Stuhl auf Blut untersuchen lassen. Ist tatsächlich Blut im Stuhl, sollte sofort eine Darmspiegelung gemacht werden.

Wie schnell kann Darmkrebs entstehen?

Darmtumore wachsen normalerweise recht langsam. Sie entwickeln sich aus sogenannten Polypen. Bis diese zu einem Karzinom werden, vergehen in der Regel fünf Jahre. Mit einer Koloskopie können Darmpolypen meist entdeckt und entfernt werden, noch bevor sie zu bösartigem Krebs entarten.

Mein Großvater, meine Mutter und auch mein Onkel sind an Darmkrebs erkrankt. Gehöre ich demnach zur Risikogruppe?

Eindeutig ja! Eine familiäre Vorbelastung bedeutet in der Tat ein erhöhtes Risiko für eine eigene Erkrankung. Sie ist etwa doppelt so hoch wie bei Personen ohne Erkrankungen in der Familie. Ein erhöhtes Risiko spricht aber keineswegs zwangsläufig für eine Darmkrebserkrankung. Wichtig ist in solchen Fällen, dass man sich regelmäßig Früherkennungsmaßnahmen, also einer Darmspiegelung unterzieht.

Bei mir wurden bei einer Darmspiegelung mehrere Polypen entdeckt. Wann sollte ich mich wieder untersuchen lassen?

Bei mehreren Polypen ist es zunächst denkbar, auch bereits nach drei Jahren wieder eine Koloskopie machen zu lassen. Ansonsten gilt der Fünf-Jahres-Rhythmus.

Mein Vater ist an Darmkrebs gestorben. Gibt es neben der medizinischen Vorsorge auch Nahrungsmittel, die einer Krebserkrankung vorbeugen?

Prinzipiell gilt, dass man sein Normalgewicht halten und sich ballaststoffreich ernähren sollte. Obst und Gemüse sollten den Weg auf den Teller finden. Was die Zubereitung angeht, sind kochen und dünsten deutlich besser als scharfes Anbraten oder starkes Erhitzen. Fleisch, Alkohol, Fett und Kochsalz sollte man möglichst selten zu sich nehmen.

Bei mir wurde ein Reizdarm-Syndrom diagnostiziert. Eine Darmspiegelung sowie Tests auf Laktose- oder Fruktoseintoleranz blieben ohne Befund. Was könnte eine weitere Ursache dafür sein?

Möglicherweise eine sogenannte Histamin-Unverträglichkeit. Typische Lebensmittel, die der Körper in diesen Fällen nicht verträgt sind unter anderem Rotwein, Erdbeeren, Salami oder Hartkäse. Um der Sache genauer auf den Grund zu gehen, empfiehlt es sich, ein Ernährungstagebuch zu führen und dabei auf mögliche Reaktionen des Körpers zu achten.

Welche Symptome deuten auf eine Erkrankung des Darms oder gar auf Darmkrebs hin?

Erste ernst zu nehmende Anzeichen können bereits Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, wie beispielsweise Durchfall oder Verstopfung, sein. Blut im Stuhl könnte sogar auf Darmkrebs hinweisen. Jedoch muss klar sein, dass Darmkrebs nicht der einzige Auslöser von Durchfallerkrankungen ist. In vielen Fällen können Allergien gegen bestimmte Lebensmittel sowie eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz zu Durchfallerkrankungen führen. Daher empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Ab wann und für wenn ist eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfehlenswert?

Sowohl für Frauen als auch für Männer ab dem 50. Lebensjahr. Grundsätzlich wird nach einer Darmoperation den Patienten empfohlen, mindestens alle fünf Jahre eine Nachuntersuchung mit Darmspiegelung wahrzunehmen. Und natürlich sofort, wenn man Blut im Stuhlgang bemerkt.

Welche Vorsorgemaßnahmen können getroffen werden?

Sowohl die regelmäßige Vor- als auch die Nachsorge ist sehr wichtig. Auf Blut im Stuhl sollte man sich ab 50 Jahren im Jahresrhythmus untersuchen lassen, eine Koloskopie sollte alle fünf Jahre wiederholt werden. Ansonsten kann man durch eine schadstoffarme und ballaststoffreiche Ernährung dazu beitragen, den Darm gesund zu halten.

Wer zählt zur Risikogruppe?

Eine familiäre Vorbelastung bedeutet auch ein erhöhtes Risiko für eine eigene Erkrankung. Werden bei einem Familienmitglied Darmpolypen oder ein bösartiger Tumor gefunden, besteht auch für andere Blutsverwandte ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Bei fast einem Drittel aller Fälle lässt sich eine familiäre Vorbelastung feststellen. Ein erbliches Risiko bedeutet aber keineswegs zwangsläufig eine Darmkrebserkrankung, und mit Hilfe der regelmäßigen Früherkennungsmaßnahmen lässt sich die Gefahr gering halten.

Wie schnell kann Darmkrebs entstehen?

Darmtumore wachsen in der Regel langsam. Sie können, bis sie endlich Symptome verursachen, bereits ein Jahrzehnt unbemerkt gewachsen sein. Wird bei einer Vorsorgedarmspiegelung bei einem Menschen im Alter von 50 Jahren ein Tumor gefunden, kann man davon ausgehen, dass sich dessen Vorstufe, ein so genannter Darmpolyp, bereits früher im Alter von 35 oder 40 Jahren gebildet hat. Mit einer Vorsorgeuntersuchung können Darmpolypen entdeckt und entfernt werden, noch bevor sie zu bösartigem Krebs entarteten.

Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Darmkrebs?

In fast allen Fällen von Darmkrebs ist die Operation des Darmtumors der erste wichtige Schritt der Behandlung. Dabei wird der vom Krebs befallene Teil des Darms entfernt. Anschließend erfolgt eine Untersuchung des Tumorgewebes, um die Diagnose hinsichtlich Krankheitsstadium und Wachstumsverhalten des Tumors zu vervollständigen. Diese Informationen dienen dann zur weiteren Krebstherapie. In einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium dienen Therapien dazu, den Krebs weitestgehend zu entfernen und eine weitere Ausbreitung aufzuhalten.

Was muss nach einer Darmoperation beachtet werden?

Wurde ein größeres Stück des Darms entfernt, kann der Körper Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr so verarbeiten wie vorher. Grundsätzlich wird eine Ernährungsumstellung empfohlen, um den Darm zu entlasten. Die Patienten müssen dabei aber nicht auf alles verzichten. Zudem ist die regelmäßige Nachkontrolle beim Arzt, inklusive Darmspiegelung, Ultraschalluntersuchung, Laborwerte-Test und auch einer Computer-Tomographie, wichtig.

Was hilft gegen Durchfall nach einer Darmoperation?

Hier empfiehlt es sich, den Stuhlgang beispielsweise mit Flosamen einzudicken. Ein selbst geführtes Stuhlprotokoll kann dabei helfen, festzustellen, ob sich dann Besserung einstellt. Zudem sollte man auf eine ballaststoffarme Kost achten. Hilft das nicht, sollte ein Arzt konsultiert werden.

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