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Heilpflanzen für Küche und Apotheke
Heilpflanzen für Küche und Apotheke
03.01.2013 - 14:25 Uhr
Baden-Baden (is) - Der Speisezettel in Altersheimen sollte um indische Gerichte bereichert werden: "Reichlich Curry, das wäre klasse", empfiehlt Karin Kraft. Die Professorin für Naturheilkunde an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin in Rostock plädiert für den Einsatz bewährter Heilpflanzen sowohl in der täglichen Ernährung als auch durch entsprechende homöopathische Medikamente.

Während der Medizinischen Woche in Baden-Baden hielt sie darüber bereits einen Vortrag. Arteriosklerose oder Arterienverkalkung gehört zu den Zivilisationskrankheiten der westlichen Welt, setzt als schleichender Prozess ein und kann Krankheiten im gesamten Organismus hervorrufen, die tödlich sein können.

Die Ursachen zählte Dr. Ute Boeddrich, stellvertretende Vorsitzende der Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde, Rüsselsheim, auf: Über- und Fehlernährung mit zu hoher Eiweiß- und Fettzufuhr, Rauchen und Bewegungsmangel sowie Stress. "Stress erhöht die Noradrenalin-Bildung aus glatten Muskelzellen, die dann vermehrt Kollagen bilden. Das Kollagen lagert sich in den so genannten ,Hot-Spots' ab und führt zu Gefäßwandverengungen." "Wir haben es alle in uns", betonte Boeddrich, "denn Krankheiten sind immer eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umwelt - aber man kann etwas dagegen tun!" Die auch als Ayurveda-Ärztin ausgebildete Medizinerin setzt bei der Behandlung - je nach Symptomen - homöopathische Mittel ein, die Alumina (Tonerde), Arnica (Bergwohlverleih), Aurum metallicum (Gold), Barium carbonicum (Bariumcarbonet), Cactus grand (Königin der Nacht), Conium maculatum (Gefleckter Schierling), Crataegus (Weißdorn), Digitalis ourpurea (Roter Fingerhut), Plumbum metallicum (Blei), Silicea (Kieselerde) und Strontium carbonicum (Strontiumcarbonat) enthalten.

Knoblauch, die Gelbwurzelarten, Artischockenblätter, Flohsamen und Weißdorn empfiehlt Karin Kraft für Küche und Apotheke gleichermaßen.

Der Genuss von vier frischen Knoblauchzehen täglich schränkt wahrscheinlich das gesellschaftliche Leben etwas ein, wäre aber der Gesundheit sehr förderlich: Positiv wirkt sich vor allem das allerdings sehr empfindliche Enzym Alliinase aus, das nur in frischem Knoblauch und in sehr schonend hergestellten Präparaten aus Knoblauchtrockenpulver enthalten ist. Klinische Studien zeigten eine Blutdrucksenkung um maximal sieben Prozent, eine leichte Blutzuckersenkung, eine Abnahme des Gesamtcholesterins um bis zu zwölf Prozent und eine Abnahme des Thromboserisikos.

Erst seit rund drei Jahren sei in Deutschland die positive Auswirkung von Gelbwurzelarten bekannt. Die vor allem in der indischen Küche aus der Gelbwurzel gewonnenen Gewürze wirkten sich günstig auf den Fettstoffwechsel und die Cholesterinentwicklungen aus. "Gelbwurzelextrakt ist besonders zu empfehlen, wenn zum erhöhten Cholesterinspiegel noch Reizmagen, Völlegefühl oder Druckgefühl im Oberbauch kommen", meinte Kraft. Da Curry den Appetit anrege und die indische Küche viele leichte Gerichte biete, sei sie gerade für alte Menschen sehr bekömmlich.

Kleinere wissenschaftliche Studien scheinen zu belegen, dass auch Artischockenblätter die Neubildung von Cholesterin in der Leber stark einschränken. "Die Bitterstoffe hemmen die Magenentleerung, steigern den Gallenfluss und die Galleproduktion, wirken beim Reizmagen und senken die Blutlipide", zählte die Wissenschaftlerin auf.

Vor allem als Mittel gegen Verstopfung sind Flohsamen und Flohsamenschalen bekannt. Die stark aufquellenden Fasern wirken nur im Darm und tragen zur Senkung der Cholesterinwerte sowie der Blutzucker- und Insulinkonzentrationen nach den Mahlzeiten bei.

Als Heilmittel bei Herz-Kreislauferkrankungen sei Weißdorn schon seit dem 14. Jahrhundert bekannt, meinte Kraft, seine arterienerweiternde Wirkung sei bisher nur im Experiment, aber nicht beim Menschen nachgewiesen worden. Die Extrakte aus Blättern und Blüten seien als Radikalenfänger bewährt, nachweisbar beim Menschen seien steigende Belastbarkeit bei Herzmuskelschwäche, gutartigen Herzrhythmusstörungen und nervösen Herzbeschwerden. "Außerdem schmeckt der Tee auch noch gut", betonte Kraft.

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