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Schwitzen und genießen in Oberschwaben
Schwitzen und genießen in Oberschwaben
03.01.2013 - 16:27 Uhr
Bad Wurzach (ela) - Franz Renner drückt kräftig zu: Mit der Hand presst er ein kleines Stückchen Moorboden fest zusammen, um zu zeigen, wie viel Wasser darin gespeichert werden kann. Der Mitarbeiter des Naturschutzzentrums im oberschwäbischen Bad Wurzach ist stolz auf den rund 1,5 Kilometer langen Torflehrpfad im Wurzacher Ried, über den er Besucher regelmäßig führt. Das Ried der Gemeinde ist mit 1700 Hektar Fläche die größte intakte Hochmoorfläche Mitteleuropas.

Entstanden ist die typische Moorlandschaft Oberschwabens vor rund 15000 Jahren. Heute stehen weite Teile der zahlreichen Moorgebiete unter Naturschutz, abgebaut werden darf nur in einem begrenzten Bereich, der sich nicht mehr renaturieren ließ. Das wertvolle "schwarze Gold" ist schließlich auch ein wichtiger Pfeiler der Bäderstädte Wurzach, Waldsee und Buchau. Unter dem Titel "Thermen&Moor" werben die drei Thermal- und Moorheilbäder zwischen Bodensee und Donau seit einigen Jahren gemeinsam für sich. Während Bad Wurzach inzwischen stark auf den Wellnessfaktor setzt, spielen in Bad Waldsee die klassische Kur und die Themen Sport und Aktiv eine gewichtige Rolle. Die Klinik Maximilianbad und das Rehazentrum bei der Therme sind als Osteologiezentrum zertifiziert und gehören zu den größten gynäkologischen Zentren Süddeutschlands. Der dritte Partner, Bad Buchau, gilt als Generalist für alle Ansprüche.

Entspannen, genießen und dabei noch etwas für die Gesundheit tun: Die Thermenlandschaften in den drei Kurstädten im Herzen Oberschwabens, an der bekannten Barockstraße gelegen, bieten unter dem Begriff Medical-Wellness vieles für Körper, Geist und Seele. Das frisch gestochene Moor wird seit Generationen auch zum Wohle der Menschen eingesetzt. Befreit von großen Ästen, geschreddert und erhitzt wirkt es ganz natürlich mit seiner hohen Wärmespeicherfähigkeit sowie organischen Säuren und Mineralstoffen.

Warme Anwendungen sind durchblutungsfördernd, muskelentspannend und schmerzlindernd. Beim genussvollen Moorvollbad mit einer Temperatur zwischen 38 und 41 Grad Celsius werden die Selbstheilungskräfte besonders stark aktiviert - die Körpertemperatur steigt, der Körper fängt an zu arbeiten. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird das Vollbad wegen seiner hohen Belastung für Herz und Kreislauf nur nach einer ärztlichen Begutachtung verabreicht. Besonders genussvoll ist es im Holzzuber mit "Aussicht" auf einen stimmungsvollen Foto-Moorwald im Schlamm zu baden. Verschiedenste warme und kalte Packungen mit dem Naturstoff ergänzen dieses Wellness- und Gesundheitsrepertoire. Das verwendete Moor wird wieder im Ried eingelagert. Dort kann es sich regenerieren.

Daneben setzen die drei Kurstädte aber auch immer mehr auf die Qualität ihrer Thermenlandschaften. Schließlich verfügen sowohl das "Vitalium" in Bad Wurzach als auch die Waldsee-Therme und die "Adelindis"-Therme in Bad Buchau über heißes Thermalwasser. Da sie nur wenige Kilometer auseinander liegen, lässt sich das Angebot auch mit einem speziellen Thermenpass komplett genießen. Großzügige moderne Saunalandschaften und hochwertige Bereiche für Wellnessbehandlungen machen den Badebesuch in den verschiedenen Thermalwasserbecken zum Erlebnis. Lediglich die Einrichtung in Bad Waldsee lässt einen Saunabereich vermissen. Dafür kann man in Bad Wurzach auch dem Winterblues begegnen und im Sandlicht-Bad einen Wüstentag von Sonnenaufgang bis -untergang bei passenden Musikklängen erleben. Und in Bad Buchau lässt es sich im neuen Saunagarten oder im Aktivpark verweilen.

Natur und Kultur ergänzen den Aufenthalt in den drei Kurstädten. An der oberschwäbischen Barockstraße gelegen, finden sich beispielsweise prachtvoll ausgestattete Kirchen. Das Schloss in Bad Wurzach ist für sein barockes Treppenhaus bekannt. Erholung verspricht ein Spaziergang durch das Wurzacher Ried, und im Stadtzentrum laden zahlreiche Geschäfte zum Bummeln ein. Auch die Altstadt von Bad Waldsee, zwischen Stadt- und Schlosssee gelegen, mit der barocken Stiftskirche, dem gotischen Rathaus und vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern ist einen Abstecher wert. Bad Buchau, die dritte Stadt im Bunde, kann mit dem weithin bekannten Federsee, einem einzigartigen Naturwahrzeichen der Region, punkten. Auf einem 16 Kilometer langen Rundweg werden an 14 Stationen die Entstehungsgeschichte dieses Moors und die Naturvielfalt dieses besonderen Lebensraums aufgezeigt. Das 33 Quadratkilometer große Naturreservat ist Heimat für zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen. Seit fast 100 Jahren engagiert sich der NABU dort. Eine Besonderheit ist der 1,5 Kilometer lange Federseesteg, der weit ins Moor und den See hineinführt. Einen Besuch wert ist auch das Federseemuseum, in dem liebevoll die Besiedlungsgeschichte des Moors aufgearbeitet wird. Anhand zahlreicher archäologischer Funde und rekonstruierter Häuser kann man einen Blick in die Vergangenheit werfen.

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