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Mit gesunden Speisen Schlaganfallrisiko senken
Viel Obst und Gemüse, dafür weniger tierische Fette: So einfach ist eine gesunde Ernährung.  Foto: Deck/Av
08.05.2014 - 18:34 Uhr
Baden-Baden (sk) - Wenn der Ehepartner, ein Familienmitglied oder ein Freund einen Schlaganfall erleidet, tauchen bei den Nahestehenden viele offene Fragen auf. Andere Menschen beschäftigt, wie sie einer solchen Erkrankung vorbeugen können. Bei der BT-Telefonaktion am vergangenen Freitag konnten interessierte Anrufer Gespräche mit vier Experten führen.

Am BT-Hörer informierten AOK-Ernährungsexpertin Kristina Imlauer, Professor Dietmar Lutz, Chefarzt der Fachklinik für Neurologie am Mediclin Reha-Zentrum Gernsbach, Professor Michael Daffertshofer, Chefarzt der Neurologie in der Klinik Balg und Henri Laki, Therapieleiter des Mediclin Reha-Zentrums.

Mein Mann ist nach einem Schlaganfall zur Behandlung in einer Klinik und seine Entlassung steht an. Ich weiß nicht, ob ich mich zu Hause ausreichend um ihn kümmern kann, fühle mich überfordert - auch, weil mir die Ärzte größere Genesungsfortschritte versprochen haben, die nicht eingetroffen sind.

Die Regeneration nach einem Schlaganfall ist nicht vorherzusehen, deshalb sind Prognosen gefährlich. Es ist wichtig, dass Ihr Ehemann nach der Entlassung weiterhin therapiert wird und die Therapie nicht abbricht. Sie sollten sich jetzt schon an Ihren Hausarzt wenden. Mit ihm können Sie die Folgetherapie, beispielsweise auch Hausbesuche, in die Wege leiten.

Meine Mutter hatte mit Mitte 60 einen Schlaganfall. Ich bin jetzt in diesem Alter, habe gerade eine Hüft-OP hinter mir und befürchte, auch einen Anfall zu erleiden. Zudem habe ich in den vergangenen Wochen fünf bis sechs Kilo zugenommen. Was kann ich vorbeugend tun?

Wenn Sie aufgrund der OP ein wenig zugenommen haben, sollten Sie sich darüber noch nicht zu sehr sorgen. Sie können auf gute Rahmenbedingungen achten, etwa regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung mit weniger tierischen Fetten und mehr Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Treiben Sie Sportarten, die trotz der Hüft-OP möglich sind, wie beispielsweise Schwimmen. Schokolade sollten Sie sich nicht ganz verbieten, sondern in kleinen Mengen und genüsslich essen.

Ich hatte nach einer Knie-OP zweimal eine Venen-Thrombose. Untersuchungen haben ergeben, dass jetzt wieder alles in Ordnung ist. Muss ich weiterhin Blutverdünnungsmittel nehmen?

Nach den bundesdeutschen Leitlinien zu diesem Thema werden nach einer Venen-Thrombose innerhalb eines bestimmten Intervalls Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt. Sofern keine Auffälligkeiten bemerkt werden, können die Blutverdünnungsmedikamente nach einem halben Jahr abgesetzt werden. Lebenslang muss man diese Medikamente nicht einnehmen.

Muss meine Ehefrau nach ihrem Schlaganfall weiterhin blutverdünnende Medikamente nehmen?

Ja, in diesem Fall wird sie diese Medikamente zeitlebens einnehmen müssen. Das Risiko auf einen weiteren Schlaganfall kann man zudem am besten senken, indem man den Blutdruck senkt und richtig einstellt. Ihre Frau sollte daher engen Kontakt zum Hausarzt halten, der die Blutdruckeinstellung begleitet und die Medikamentengabe gegebenenfalls anfassen kann.

Mein 57-jähriger Bruder liegt nach einem schweren Schlaganfall im Koma. Er war zuvor nie ernsthaft krank, immer sehr aktiv und hatte lediglich einen erhöhten Blutdruck. Wir wissen nicht, was wir in dieser Situation für ihn tun können und wie es weitergehen soll.

Wichtig ist, dass Sie sich an den Sozialdienst wenden. In einem Gespräch können Sie Möglichkeiten erörtern, die es für Ihren Bruder nach dem Klinikaufenthalt gibt, etwa ein Pflegeheim. So lange er noch in der Klinik ist, können Sie ihm, auch wenn er im Koma liegt, mit Ihrer Anwesenheit, in Gesprächen oder indem Sie ihm Musik vorspielen, zeigen, dass Sie sich um ihn kümmern. Damit lassen Sie ihn auch wissen, dass Sie nicht die Hoffnung verlieren werden.

Ich habe nach einem Schlaganfall zugenommen, weil ich mich nicht mehr so gut bewegen konnte. Außerdem esse ich nun häufig bei meiner Tochter. Sie berücksichtigt allerdings eher die Vorlieben ihrer Kinder als meine. Was kann ich tun?

Sie sollten auf jeden Fall mit ihrer Tochter darüber sprechen. Für ihre Gesundheit ist es wichtig, dass Sie sich abwechslungsreich ernähren. Weisen Sie ihre Tochter darauf hin, dass Sie mehr Gemüse und Obst essen möchten, und fragen Sie sie, ob sie dies beim Kochen berücksichtigen kann.

Ich bin 90 Jahre alt und in kurzer Zeit dreimal hintereinander in der Wohnung gestürzt. Bislang konnte ich danach aber immer wieder aufstehen. Deutet dies auf ein Schlaganfallrisiko hin?

Es könnte ein leichter Schlaganfall sein, muss es aber keinesfalls. Denn Ihre Stürze könnten auch andere Gründe haben, beispielsweise einen niedrigen Blutdruck. Sie sollten dies aber auf jeden Fall mit einem EEG, EKG und der sogenannten Kipptischuntersuchung abchecken lassen. Unabhängig von der Ursache Ihrer Stürze könnten Sie sich dabei natürlich auch verletzen und etwa die Hüfte brechen.

Ich bin 57 Jahre alt. Seit in meiner Nachbarschaft einige Menschen einen Schlaganfall erlitten haben, bin ich sehr beunruhigt, weil ich rauche und auch ein wenig Übergewicht habe.

Sofern keine anderen Krankheiten wie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder ein zu hoher oder zu niedriger Blutdruck vorliegen, und es zudem keine familiäre Vorbelastung gibt, können Sie ihr Schlaganfallrisiko senken: Sie sollten sich ausreichend bewegen und damit Kalorien abbauen und auf jeden Fall mit dem Rauchen aufhören.

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