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Erst in die Wanne, dann ins Bierzelt
12.09.2014 - 15:18 Uhr
Von Irene Schröder

O'zapft is!" Dieser markige Ruf erschallt derzeit auf vielen Festen - vor allem in Niederbayern, das mit der "Hallertau" zwischen München, Regensburg und Ingolstadt auf über 2400 Quadratkilometern Fläche das Hopfenanbaugebiet der Welt besitzt. Hopfen und Malz wandern als Hauptbestandteile nicht nur in das berühmt-süffige Bier der niederbayerischen Brauer und die dazugehörigen Maßkrüge, wo sie zum Wohlgefühl der trachtengewandeten Festzeltbesucher und der auswärtigen Gäste beitragen - Hopfen macht jetzt auch in der Wanne Karriere!

"Bier ist g'sund, solang' man's net sauft", befand nicht umsonst Schwester Doris, Braumeisterin der Armen Franziskanerinnen in Mallersdorf, hochangesehene Expertin in Sachen Hopfen und Malz - schließlich enthält es beruhigende und entgiftende Substanzen, Vitamine und Pantothensäure, die den Stoffwechsel der Haut positiv beeinflusst.

Und man muss es auch gar nicht "saufen", um von den guten Eigenschaften zu profitieren: Im kleinen niederbayerischen Kurort Bad Gögging, wo schon die Römer auf die Heilkräfte von Schwefel, Naturmoor und Thermalwasser setzten, gibt es jetzt ein komplettes Wellnesskonzept um den herb duftenden Hopfen. Auf 1600 Quadratmetern Spa-Fläche wird neben anderen Wellness- und Kosmetikbehandlungen in 15 Behandlungsräumen die neue "HopfenWell" im Zeichen des Eisvogels zelebriert. Das im gemütlichen Landhausstil eingerichtete neue Badhaus & Spa gehört zu dem 1953 gegründeten Familienbetrieb, der sich aus dem simplen Cafébetrieb des Masseurs Karl Zettl zum Viersternehaus mit Riesenpark am Schwefelbach samt eigener Kapelle entwickelte.

Zur Erntezeit werden die Wellnessbäder mit frischen Hopfenblüten angereichert - es duftet herb-würzig, aber nicht nach einer Maß! Wer möchte, kann aber in der Wanne zur weiteren Entspannung ein frisch gezapftes Weltenburger Barock Dunkel genießen! Das "grüne Gold" entfaltet aber auch in getrocknetem Zustand seine wohltuende, blut- und hautreinigende Wirkung: Hopfensalzpeeling und Hopfenganzkörperölmassage oder wärmende Honig-Hopfen-Cremepackung gehören zu dem Programm, das auf Wunsch auch in den anheimelnden Spa-Suiten mit Hopfendekor durchgeführt wird. In der Infrarotsauna glaubt man sich dank hinterleuchteter Bilder inmitten eines Hopfengartens, und auch für Saunaaufgüsse lässt sich Hopfen in Kombination mit Kräutern verwenden. Speziell für die Herren der Schöpfung wurde ein kompletter Wellnesstag entwickelt, der - natürlich - mit einem Bierbad beginnt. Aber: "Wir warnen vor Nebenwirkungen: Ein Besuch weckt den Wunsch nach mehr und birgt hohes Suchtpotenzial" ist im Spa-Manual nachzulesen. Dann doch vielleicht lieber zum "Hopfa-Zupfa" (niederbayerisch für "Hopfenzupfer) mit einem Hopfenöl-Fußbad und einer sportlichen Wadl-Massage oder einer sanften Seifenschaum-Teilmassage mit Hopfenseife.

Danach ist der Bierfreund garantiert wieder fit für einen Besuch im nächsten Bierzelt. Zu den ältesten und größten Festen der Region gehört das "Gillermoos" im benachbarten Abensberg, das in diesem Jahr zum 701. Mal am ersten Septemberwochenende gefeiert wurde. Hier gibt es nicht nur Trachten in Hülle und Fülle samt Wahl der "Dirndl-Königin" zu bestaunen (und zu kaufen), sondern neben dem modernen Festbetrieb auch eine ganz altmodische Festwiese ohne Fahrgeschäfte und überlaute Musik.

Wer sich nicht fürs Bierzelt "aufbrezeln" mag, kann aber auch schlicht im Bademantel im Wellness-Bistro die "Faulenzer-Pension" genießen, mit frisch gebrühtem Hopfentee entschlacken oder im Hopfen-Met-Prosecco eine Alternative zum Maß-Halten entdecken - Hopfen-Wellness hat viele Gesichter!

Fotos: pr

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