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Wer im Schlaf abnehmen will, muss viel essen
08.10.2014 - 16:16 Uhr
Von Irene Schröder

Christine Wende mag keine Diäten - und schon gar keine Crash-Diäten, die zehn Pfunde und mehr pro Woche purzeln lassen sollen, natürlich ohne Risiken und Nebenwirkungen, aber mit erheblichen Kosten. Trotzdem verwundert es, dass die zum Gewichtscoach ausgebildete Sandweiererin ihren übergewichtigen Kunden empfiehlt, viel zu essen - beispielsweise acht halbe mit Nussnougatcreme bestrichene Brötchen zum Frühstück, um "realistische ein bis zwei Pfund pro Woche" zu verlieren. "Es geht um Nachhaltigkeit, nicht um Scheinerfolge", betont die Inhaberin des Frauensportclubs Sportyline, die sich im vergangenen Jahr bei dem Essener Facharzt für Innere Medizin mit Adipositas-Schwerpunktberatung Dr. Detlef Pape ausbilden ließ.

Das jüngste Buch des Ernährungsmediziners und Fachautors "Schlank im Schlaf" kletterte blitzschnell auf die Spitzenpositionen der Bestsellerlisten - klingt ja auch zu verlockend! In zahlreichen Talkshows und Vorträgen hat Detlef Pape sein ungewöhnliches Konzept, das er bewusst nicht als Diät verstanden wissen will, erläutert und auch Christine Wende fasziniert. "Ich suchte nach einem Programm, das in mein Konzept ,fit und gesund' passt, sich in den Alltag problemlos integrieren lässt und ganz individuell gestaltet werden kann", erklärt sie.

"Insulean" beruht im Wesentlichen auf dem Wissen um die Rolle des Insulins im Stoffwechsel. "Dieses Hormon kann zum reinen ,Fettmasthormon' werden, leistet aber unschätzbare Dienste bei der Ernährung jeder einzelnen Zelle", erklärt Detlef Pape. Für seine Insulin-Trennkost gilt folgende Faustregel: Morgens reichlich Kohlenhydrate, keinesfalls tierisches Eiweiß, um die leeren Energiespeicher zu füllen. Da mittags die Fettverbrennung des Körpers auf Hochtouren läuft, gibt es keine Beschränkungen, auch ein Stück Kuchen zum Nachtisch ist erlaubt. Abends sollte die Mahlzeit hauptsächlich aus eiweißhaltigen Lebensmitteln mit Gemüse bestehen, auch ein Glas Wein oder ein Bier sind erlaubt. "Da höre ich dann oft ein entsetztes ,was, kein Brot', lacht Christine Wende, "schließlich leben wir hier ja in einer Vespergegend." Dafür gibt es eine Lösung: Seit vergangenem Jahr bieten über 4 500 Bäckereien bundesweit ein von Dr. Pape erfundenes "Eiweiß-Abendbrot", das 26 Prozent Eiweiß aber nur sieben Prozent Kohlenhydrate enthält, an.

Wichtig ist der Abstand von fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten, in denen keinesfalls genascht werden darf. Viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder Kräutertees muss sein. Und wie passiert nun der Gewichtsverlust im Schlaf? "Abends schüttet der Körper Reparatur-Hormone aus, um Zellen zu reparieren", erläutert Christine Wende. "Dafür braucht er Eiweiß-Bausteine aus Muskeln und Organen. Gleichzeitig muss aber die Körpertemperatur gehalten werden, wofür ebenfalls die Muskeln zuständig sind. Also holt er sich die Energie aus Fettabbau, die Pfunde schmelzen im Schlaf."

Damit das funktionieren kann, ist eine umfangreiche Anamnese notwendig, um beispielsweise den Fettgehalt des Körpers zu ermitteln. Danach kann ein Ernährungsplan erstellt werden, der idealerweise mit einem leichten Bewegungsprogramm gekoppelt ist. "Wer jahrelang Übergewicht mit sich herumgeschleppt hat, muss erst ganz vorsichtig an Sport herangeführt werden", wissen Wende und ihr Partner Bernd Pachhausen. Um mit dem Konzept vertraut zu machen, bietet Christine Wende jeden ersten Mittwoch im Monat einen Info-Abend von 18.30 bis 20 Uhr an. Hierzu sind auch - ausnahmsweise - Männer im Frauensportclub willkommen. Für sie steht sogar ein separater Eingang zur Verfügung - damit die übrigen Damen ihr Training ganz ungestört durchziehen können.

www. sportyline.de

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