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Immer schön sauber bleiben
26.11.2012 - 12:09 Uhr
Baden-Baden (red) - Penibel, kleinkariert, ja vielleicht zwanghaft mutet es an, wenn wir die Bio-Tonne nach dem Abdampfen und Putzen mit einem Baumwolltuch zum Glänzen bringen oder das Auto mit stundenlanger Hingabe und dem passenden Putzmittel reinigen, polieren und pflegen. Nicht zu vergessen ist natürlich unser Klassiker, die Kehrwoche: Ausgerüstet mit Besen, Kehrschaufel und Putzzeug wird der Gehweg gründlich gekehrt und gewischt. Auch die Pflege des eigenen Hauses liegt uns Schwaben sehr am Herzen. Egal ob Frühjahrs- oder Winteranfang, wir finden immer einen Grund zu putzen. Schließlich erfüllt unser Wohnraum ja repräsentative Zwecke: Kein Platz für plattgelegene Sofakissen, Haustierhaare, Mitbewohner, die alles liegen lassen, unerklärliche Staubakkumulation, Fettflecken an den Gardinen, Glasrändern auf dem Tisch, verschmutzte Fugen im Bad oder die territorialen Expansionspläne des eigenen Nachwuchses. Das Ringen um Sauberkeit und Ordnung im Wohnraum gleicht somit Hollands Kampf gegen das Meer."

Diese markigen Sätze können natürlich nur von Schwäbinnen kommen - oder vielmehr von cleveren Marketingfrauen, die sich dem "PutzKult" - so ihr sauberes Projekt - verschrieben haben. "Zum Thema Putzen macht uns keiner etwas vor", zählt Cornelia Frey auf. "Egal ob bei der Herstellung von Seife, Dampfstrahlern oder Vierrad-Waschanlagen, wir Schwaben spielen immer in der ersten Liga. Unzählige Putzmittel sowie Putzgeräte wurden in Baden Württemberg erfunden. Putztipps unserer Großeltern werden konsequent archiviert, weitergeben, sogar illustriert."

"Nirgendwo werden Putzpartys, bei denen neuste Putzmittel mit den dazugehörigen Putztipps, quasi als Geheimtipp weitergegeben werden, so frequentiert wie bei uns in Schwaben", behaupten Bernd Kohnle und Christian Roether, Freys Partner in einer Kirchheimer Werbeagentur und Miterfinder von "PutzKult". "Wir können ganze Wochenenden damit verbringen unsere Badezimmer, Toiletten, Kellerräume, Gartenhäuschen zu wienern. Ein Abend mit Freunden gespickt mit Gesprächen über die neusten Reinigungsmittel, der Austausch von ultimativen Putztipps - das gibt uns mehr als ein Wellness Wochenende am Starnberger See."

Die Begründer der Initiative PutzKult liefern auch noch gleich sauberen psychologischen Hintergrund: Wer einen Raum reinige, putze nicht nur auf der Metaebene, sondern könne gleichzeitig mit dem satten "Vorher-Nachher-Effekt" das eigene Ego polieren, ganz ohne Microfasertuch.

Putzmittel sind für das Trio nicht irgendwelche Supermarktprodukte, sondern Lebenselixier. Putztipps sind nicht irgendwelche Floskeln, sondern Weisheiten der Vorfahren. "Egal ob wir unser Auto, unser Fahrrad putzen, ob wir Computer, Laptop oder HiFi-Anlage reinigen, ob Musikinstrument oder Smartphone polieren - jedes Mal beim Putzen unserer Lieblingsgegenstände ist ein Phänomen zu erleben, das sich sonst nur bei Naturschauspielen wie Sonnenuntergängen am Meer einstellt", schwärmen die bekennenden Putzer und Betreiber eines ökologischen Putzmittelversandhandels. "Es fasziniert uns jedes Mal aufs Neue, wenn das schmutzverkrustete Fahrzeug in frischem Glanz erstrahlt. Was für den Makrobereich gilt, trifft selbstverständlich auch auf die Mikrosphäre zu. Wer einmal angefangen hat, mit Pfeifenputzern den Staub aus den Belüftungsschlitzen seines Computers zu popeln, der kann sich vom PutzKult nur noch mit eisernem Willen losreißen!"

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