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Sicherheit geht vor Optik
Zimmer für kleine Kinder sollten vor allem keine Sicherheitsrisiken bergen.  Foto: dpa
05.12.2012 - 18:33 Uhr
Baden-Baden (red) - Bei einigen wird ein rosa Prinzessinnentraum entworfen. Bei anderen die halbe Tierwelt an die Wand gepinselt, mit passenden Möbeln und Bettwäsche in Dschungeloptik. Bei der Ausstattung des Babyzimmers leben viele Eltern ihre kreative Ader aus. Neben ästhetischen Gesichtspunkten sollte der Raum für die ersten Lebensjahre aber vor allem die wichtigsten Sicherheitsstandards erfüllen.

Während offene Steckdosen und scharfe Kanten ins Auge fallen, gibt es unter anderem vermeintlich harmlose Dekoelemente, die gefährlich werden können. Bevor Eltern Details wie die Wandfarbe oder die Vorhänge aussuchen, sollten sie sich Gedanken zur Lage des Raums machen. Praktisch ist es, wenn Kinder- und Elternschlafzimmer auf einer Ebene liegen: "Kinder schlüpfen oft jahrelang gern nachts ins Bett der Eltern. Ist das Kinderzimmer oben und das Elternschlafzimmer unten, können die Kinder auf der Treppe stolpern, ausrutschen oder stürzen", warnt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion "Das Sichere Haus".

In den ersten Wochen nach der Geburt wird das Babyzimmer vermutlich noch nicht so ausgiebig genutzt. Idealerweise schläft das Kind in seinem eigenen Bett im Elternschlafzimmer. So hören die Eltern schneller, wenn das Kind wach wird. Genutzt wird das Babyzimmer anfangs vor allem zum Wickeln. Die Wickelkommode ist dabei eine der größten Unfallquellen, da Babys leicht herunterfallen können. Deshalb sollten Eltern die Kommode am besten in einer Zimmerecke an die Wand rücken, so dass das Möbelstück von zwei Seiten begrenzt ist. Eine Auflage mit hohem Rand verhindere ebenfalls, dass die Kinder herunterrollen, erläutert Silvia Höfer, Hebamme in Berlin.

Auf Nummer sicher gehen Eltern, wenn sie ihr Kind auf einer Decke auf dem Boden wickeln. "Am besten wählt man eine Unterlage, die waschbar ist", empfiehlt Höfer. Wird auf dem Boden gewickelt, sollten Eltern alle Pflegeprodukte außer Griffweite des Kindes räumen. Nachteil der ebenerdigen Wickelstation: Das Knien oder Sitzen auf dem Boden kann leicht auf den Rücken gehen.

Bei der Auswahl der Babymöbel sollten Eltern auf hochwertiges und geprüftes Material achten. Dabei können sie sich an Prüfzeichen wie dem GS-Symbol (Geprüfte Sicherheit) orientieren, erklärt Ralf Diekmann vom TÜV Rheinland. Beschichtetes oder lackiertes Holz gase stärker Formaldehyd aus als Massivholz, sei dafür aber leichter zu reinigen. Bei Textilien seien Prüfzeichen wie "toxproof" oder das Label "Textiles Vertrauen" gute Orientierungspunkte.

Grundsätzlich sollten sich Eltern beim Kauf der Möbel im Geschäft Zeit zum Anfassen und Ausprobieren nehmen. Von Schnäppchen im Internet rät der TÜV-Experte ab: "Sie können die Sachen nicht in die Hand nehmen und kriegen unter Umständen Probleme, wenn sie etwas reklamieren müssen." Fatal können beim Babybett Dekoelemente wie ein Himmel, Moskitonetz oder Zierkissen sein: Denn diese Dinge können sich Kinder über das Gesicht ziehen und daran ersticken oder als Schlinge um den Hals legen.

Kommen Kinder ins Krabbelalter, sollten die Eltern den gesamten Raum in den Blick nehmen: Glas in Türen muss bruchsicher sein, Steckdosen sollten verschlossen werden. Wichtiger als jede Ecke und Kante abzusichern, sei es, auf die Verarbeitung zu achten: "Große Spalten zwischen den Dielen oder tiefe Bohrlöcher sind problematisch. Auch Holzspäne können schnell im Finger stecken", warnt Hebamme Höfer.

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