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Bäume als "Naturlernorte"
Rückzugsort unter Bäumen: Ein Kind genießt die Pause im Schatten der Bäume im heimischen Garten. Foto: Fotolia
16.07.2014 - 17:39 Uhr
Ob unter dem grünen Dach oder mittendrin, Bäume sind für Kinder nicht nur ein idealer Spielort, sondern sie können sogar Spielkameraden sein. Immer mehr Kinder beschäftigen sich hauptsächlich mit technischen Geräten, tauchen in virtuelle Welten ab, in denen häufig nicht viel mehr passiert, als dass wild herumgeballert wird. Man kann es ihnen heute in einer verstädterten Umgebung noch nicht einmal verdenken. Sie suchen das Abenteuer, und mangels anderer Möglichkeiten sind die Ausflüge in die künstlichen Kulissen verlockend. Doch das Vergnügen hat seinen Preis: Unter anderem besteht die Gefahr, dass die Fantasie verkümmert.

Daher fordern Pädagogen und Psychologen Naturerlebnisse als Alternative und betonen deren entscheidende Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung. Außerdem kann sich nur durch den direkten Kontakt mit der Natur ein Umweltbewusstsein bilden. Die Chancen, Kindern die Wunder der Wirklichkeit schmackhaft zu machen, stehen durchaus nicht schlecht. Denn die Lust an immer neuen, aufregenden Entdeckungen kann die virtuelle Welt letztlich ebenso wenig erfüllen wie den Drang, aktiv zu sein, herumzutoben, die eigene Stärke kennenzulernen.

Bäume bieten ein Universum zum Schauen und Staunen. Das geht über die unterschiedliche Gestalt, die sie haben können, die Formen und Farben der Blätter, die Skala ihres Rauschens im Wind bis hin zu den Reliefs der Rinden. Wie viele Düfte sich da entfalten, und dies nicht nur bei schönem Wetter, sondern erst recht nach einem Regen oder gar im Herbst.

Nicht zu vergessen all die Samen und Früchte, die man zum Basteln verwenden kann, und dann noch die leckeren Kirschen, Äpfel und Zwetschgen, die an ihnen wachsen. So summiert sich übers Jahr hinweg eine Fülle unvergesslicher Eindrücke.

Schon zu ebener Erde gibt es für Kinder zahllose Möglichkeiten, Bäume ins Spielgeschehen einzubeziehen. Einerseits, weil sie herrlichen Schatten spenden. Der richtige Platz also, um die Puppenstube ins Freie zu verlegen, oder ein Basislager für die Expeditionen im Gartenland aufzuschlagen. An kräftigen Ästen lässt sich eine Schaukel befestigen und vielleicht auch eine Hängematte. Die Bäume sind Treff- und Bezugspunkte bei Spielen in der Gruppe, vom Fangen bis zur Schatzsuche im Märchenwald. Und wenn die Rasselbande als Indianer auf dem Kriegspfad ist, kann ein Baumstamm auch als Marterpfahl dienen.

Viele Kinder bekommen bei der Vorstellung, auf Bäume zu klettern, leuchtende Augen. Dabei kann man Geschicklichkeit beweisen. Selbst wenn es daran noch etwas mangelt, macht das nichts: Besser lässt sie sich nämlich kaum trainieren. Klettern fördert die Entwicklung von Kraft und Koordination. Dabei werden alle Gelenke, Sehnen und Muskeln gefordert und die Sinne geschärft. Auch eine Portion Mut gehört dazu. Denn ein Baum kann durchaus Gefahren bergen durch brüchige oder glatte Zweige. So lernen Kinder, Risiken einzuschätzen. Sie loten ihre Möglichkeiten aus und merken, wie befriedigend es sein kann, wenn es gelingt, die eigenen Grenzen zu erweitern. Auch wenn man sich nicht gleich in einem Baumhaus auf Dauer gemütlich einrichtet, Bäume sind für Kinder faszinierend, weil sie damit einen Ort haben, der ihnen ganz allein gehört. (red)

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