http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Millionen haben einen Minijob
Millionen haben einen Minijob
27.11.2012 - 12:22 Uhr
Baden-Baden (pr) - Die Zahl derer, die geringfügig beschäftigt sind, ist laut Bundestag in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Demnach arbeiten in Deutschland mehr als sieben Millionen Menschen in einem Minijob. Hinzu kommen jene, die im sogenannten Gleitzonenbereich tätig sind. Beide Beschäftigungsverhältnisse können entweder in Unternehmen, also im gewerblichen Bereich, oder in Privathaushalten ausgeübt werden. Aber je nachdem, wo das geschieht, gelten für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber unterschiedliche Regelungen für Steuern und Versicherungen. Die Steuerberaterkammer Nordbaden informiert darüber, welche Regelungen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu beachten haben.

Begriffsdefinition: Eine Geringfügigkeit der Beschäftigung kann sich einerseits aus der geringen Höhe des Arbeitsentgelts und andererseits aus der kurzen Dauer ergeben. Man spricht dann entweder von einer geringfügig entlohnten oder einer kurzfristigen Beschäftigung. Im ersten Fall darf das monatliche Arbeitsentgelt regelmäßig 400 Euro nicht übersteigen. Der zweite Fall trifft zu, wenn die Beschäftigung auf maximal zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Kalenderjahr befristet ist. Eine kurzfristige Beschäftigung liegt nicht mehr vor, wenn die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung 400 Euro überschreitet. Erzielt ein Arbeitnehmer mit seiner Beschäftigung durchschnittlich mehr als 400 Euro pro Monat, bleibt aber unter 800 Euro, dann befindet er sich in der Gleitzone.

Pauschal besteuerte geringfügige Arbeitsverhältnisse: Vom gewerblichen Arbeitgeber sind für geringfügig entlohnte Beschäftigte seit dem 1. Januar 2011 pauschale Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung in Höhe von 28,74 Prozent zu zahlen. Davon entfallen 13 Prozent auf die Kranken-, 15 Prozent auf die Rentenversicherung und 0,74 Prozent auf die Umlagen zum Ausgleich für Arbeitgeberaufwand bei Krankheit, Schwangerschaft und Mutterschaft. Da in diesen Fällen auch der oder dem geringfügig Beschäftigten eine Entgeltfortzahlung zusteht, könnten - vereinfacht dargestellt - kleinere Unternehmen für diesen Aufwand einen Lohnausgleich beantragen. Des Weiteren sind auch für Mini-Jobber abhängig von der Berufsgenossenschaft Beiträge zur Unfallversicherung abzuführen. Für einen Minijob in Privathaushalten gelten ermäßigte pauschale Beiträge in Höhe von jeweils fünf Prozent zur Kranken- und Rentenversicherung, 1,6 Prozent zur Unfallversicherung und 0,74 Prozent auf die Umlagen.

Ist der Arbeitnehmer aber nicht gesetzlich, sondern privat versichert, entfällt der Krankenkassenanteil für den Arbeitgeber. Andererseits hat der Minijobber die Möglichkeit, auf seine Rentenversicherungsfreiheit zu verzichten und den Pauschbetrag, den der Arbeitgeber in die Rentenversicherung einzahlt, mit einem eigenen Beitrag bis zum Regelbeitrag aufzustocken.

Für private Arbeitgeber verringern Minijobverhältnisse die Steuerschuld um maximal 510 Euro im Jahr beziehungsweise bis zu 20 Prozent der Kosten, die ihnen für den Minijob entstanden sind. Diese Art der Anstellung funktioniert auch mit Familienangehörigen. Hierbei ist Voraussetzung, dass diese nicht zum eigenen Haushalt gehören und das Arbeitsverhältnis so vereinbart und durchgeführt wird, wie das auch unter Fremden üblich ist.

Tätigkeit im Gleitzonenbereich: Mit einem Arbeitsentgelt zwischen 400,01 und 800 Euro befindet sich ein Arbeitnehmer im Niedriglohn- oder Gleitzonenbereich. Damit ist er zwar versicherungspflichtig, doch steigt sein Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen linear. Die Steuerpflicht richtet sich für den Arbeitnehmer jeweils nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte.

Der Bereich geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse ist äußerst kompliziert und komplex. Profis für Beratungen sind zu finden im Steuerberater-Suchdienst der Steuerberaterkammer Nordbaden.

www.stbk-nordbaden.de

BeiträgeBeitrag schreiben 
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Die Temperaturen klettern laut Vorhersage im Laufe der Woche auf 16 Grad. Machen Ihnen die Temperaturschwankungen zu schaffen?

Ja.
Nein.
Ab und zu.

Wetter in Mittelbaden


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen