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Steuerlast und Sozialausgaben senken
Steuerlast und Sozialausgaben senken
27.11.2012 - 12:28 Uhr
Baden-Baden (pr) - Eine betriebliche Altersversorgung rechnet sich für Arbeitnehmer. Denn einen Großteil des finanziellen Aufwandes können sie in vielen Fällen durch die Ersparnis bei Steuern und Sozialausgaben finanzieren: Wandelt ein verheirateter Arbeitnehmer mit einem Jahresgehalt von 30000 Euro die derzeit maximal förderfähige Summe von 2688 Euro im Jahr aus seinem Entgelt in eine Betriebsrente um, kann er dadurch rund 1000 Euro an Steuern und Sozialabgaben sparen.

Aber ganz ehrlich: Begriffe wie "Entgeltumwandlung" oder "Unverfallbarkeit" sind für die meisten "böhmische Dörfer". Um ein persönliches Maximum an staatlicher Förderung herauszuholen, wird im Folgenden ein kleiner Leitfaden ausgerollt:

Bedürftig?

Zunächst sollte der Bedarf an zusätzlicher Altersvorsorge ergründet werden. Das setzt voraus, dass man herausfindet, mit welchem Einkommen man im Alter rechnen kann. Zuerst werden die Ansprüche aus der gesetzlichen Rente abgeklopft. Von der Deutschen Rentenversicherung erhalten Versicherte einmal jährlich die so genannte Renteninformation, die auch die zu erwartende Altersrente prognostiziert.

Sodann muss man eventuelles Vermögen berücksichtigen, wovon man im Alter zehren kann: Riester-Verträge, Geldanlagen, Versicherungen. Auch durch ein Eigenheim wird in der Regel das Monatsbudget im Alter entlastet. Anhand der aktuellen Lebenshaltungskosten lässt sich schätzen, wie viel Geld man im Alter benötigt. Je nachdem, wie groß die Differenz und damit die Versorgungslücke ist, kann man den Bedarf abwägen.

Für betriebliche Altersversorgung können in diesem Jahr aus dem Bruttoentgelt 224 Euro im Monat sozialversicherungs- und steuerfrei in betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden - darüber hinaus im Regelfall nochmals 150 Euro monatlich steuer-, aber nicht sozialabgabenfrei.

Riskant?

Betriebsrenten gelten als sicher. Sowohl die eingezahlten Beiträge als auch die Leistungen im Rentenalter sind im Prinzip bei Insolvenz des Arbeitgebers geschützt. Bei allen Varianten, zu denen der Arbeitgeber etwas dazuzahlt, hat man Anspruch auf Leistungen ab dem 30. Lebensjahr und dem fünften Jahr Betriebszugehörigkeit: Erst dann beginnt die so genannte "Unverfallbarkeit" gesammelter Ansprüche. Für "Job-Hopper" ist das also nichts. Sie sollten eher privat vorsorgen.

Nachteilig?

Zu bedenken ist: Beim ausschließlichen "Umrubeln" von Teilen des eigenen Bruttoeinkommens in betriebliche Altersversorgung - "Entgeltumwandlung" genannt - sinkt der spätere Anspruch auf Arbeitslosen- und gesetzliche Rentenbezüge geringfügig, weil diese auf der Grundlage des Bruttolohns berechnet werden. Droht Arbeitslosigkeit, wäre das kein günstiger Zeitpunkt für den Abschluss eines solchen Vertrags. Außerdem muss man wissen: Im Alter sind auf eine Betriebsrente in der Regel sowohl Sozialversicherungsbeiträge als auch Steuern zu zahlen. Letzteres allerdings nur, wenn überhaupt eine Steuerschuld anfällt. Meist ist die Steuerlast im Rentenalter weitaus geringer als im Erwerbsleben.

Verwirrend?

Vorausgesetzt, in der Firma gibt es bereits Angebote für betriebliche Altersversorgung: Dann sind die Personalstelle, der Betriebsrat oder bei kleinen Unternehmen der Chef persönlich der Anlaufpunkt. Häufig existiert mit einem Versorgungswerk oder einem Versicherungsmakler eine Vereinbarung. Diese wickeln dann das Ganze ab und sind die geeigneten Ansprechpartner.

Bietet die Firma gleich mehrere Förderwege, ist fachkundige Beratung unerlässlich. Man kann seinen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein konsultieren und sich mit den Kollegen ausführlich unterhalten.

Auch ein Vergleich mit Angeboten auf dem privaten Markt ist hilfreich: Betriebsrenten schneiden schon deshalb in der Regel besser ab, weil es sich oft um Verträge zu Sonderkonditionen handelt. Varianten mit Zuschuss von der Firma sind natürlich besonders günstig. Aber auch die Umwandlung nur aus dem eigenen Entgelt lohnt sich in der Regel.

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