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Zeitarbeit - Brücke in die Berufswelt
Zeitarbeit - Brücke in die Berufswelt
27.11.2012 - 12:29 Uhr
Baden-Baden (red) - Vorbei sind die Zeiten, in denen die Branche nur als Rettungsanker für Geringqualifizierte und Arbeitslose galt. Immer mehr junge Berufseinsteiger ziehen es laut dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) vor, die Zeitarbeit als Alternative zu wählen, um praktische Erfahrungen zu sammeln, sich auf unterschiedlichen Gebieten zu qualifizieren und damit auch den eigenen Marktwert zu steigern.

Rund 13000 der insgesamt 806000 Zeitarbeitnehmer waren vorher überhaupt noch nicht beschäftigt. Immer interessanter wird die Zeitarbeit für Hochschulabgänger - rund zehn Prozent nutzen diese Beschäftigungsform, um erste Erfahrungen in der Berufswelt zu sammeln. Besonders attraktiv ist die Alternative auf dem Sektor Gesundheitswesen: Durchschnittlich werden vier bis fünf verschiedene Stationen, wie etwa Krankenhäuser, Seniorenheime oder andere soziale Einrichtungen durchlaufen, bevor sich die Berufseinsteiger beruflich für eine jener Sparten entscheiden. Durch die zunehmende Globalisierung, die anziehende Konjunktur und auch den demographischen Wandel formen sich die Personaldienstleistungsunternehmen zunehmend zu Maklern für hochqualifizierte Arbeitskräfte um, heißt es von Seiten des iGZ. Das klassische Bild des Mitarbeiters, der von der Lehre bis zur Rente im Betrieb bleibt, sei bei den Nachwuchskräften nicht mehr gefragt.

Nicht zuletzt auch durch den demographischen Wandel rechnen die Experten künftig mit großen Engpässen bei den akademischen Berufen - insbesondere Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker werden voraussichtlich extrem stark davon betroffen sein: Schon in sechs Jahren werden, so die Schätzungen des iGZ, 254000 dieser hoch qualifizierten Arbeitskräfte fehlen. Laut einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln für den Arbeitgeberverband Gesamtmetall könnte diese Zahl bis zum Jahr 2020 auf 426000 fehlende Kräfte ansteigen. Ein Manko, welches die Wirtschaftsunternehmen aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen werden können - dann sind die Zeitarbeitsunternehmen besonders gefragt.

Wer sich für eine Anstellung bei einem Zeitarbeitsunternehmen interessiert, sollte bei der Suche nach der richtigen Firma einige Kriterien beachten. Folgende Checkliste bietet dabei Unterstützung:

Ist das Zeitarbeitsunternehmen im Besitz einer gültigen Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung, ausgestellt von der zuständigen Landesregionaldirektion für Arbeit?

Sind im betreffenden Unternehmen schriftliche Arbeitsverträge üblich?

Entspricht die Vergütung für die angebotene Tätigkeit den tariflichen Arbeitsbedingungen (iGZ - DGB-Tarifwerk)?

Werden Fahrtkosten und sonstige Spesen durch den Arbeitgeber übernommen, falls die Arbeitnehmer nicht ortsnah eingesetzt werden?

Entsprechen die vereinbarten Kündigungsfristen den tariflichen und gesetzlichen Bestimmungen?

Ist man bereit, den Mitarbeitern nach beendeter Tätigkeit ein qualifiziertes Arbeitszeugnis oder eine Tätigkeitsbescheinigung auszustellen?

Wie steht man zu einer möglichen Übernahme der Mitarbeiter aus einem Überlassungsverhältnis heraus?

Händigt man Mitarbeitern bei der Einstellung das "Merkblatt für Leiharbeitnehmer" der Bundesagentur für Arbeit aus?

Ist man bereit, vor jedem neuen Einsatz die Anforderungen und Bedingungen genau zu beschreiben?

Findet eine tätigkeitsbezogene Arbeitssicherheitsbelehrung statt?

Sind die internen Mitarbeiter des betreffenden Unternehmens freundlich und geben sie bereitwillig und fachlich fundiert Auskunft?

Hängen in den Räumen wichtige Informationen aus (Arbeitsgesetze, Infos der Berufsgenossenschaft)?

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