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Eigene Neigungen aufspüren
27.11.2012 - 14:31 Uhr
Baden-Baden (km) - Die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf ist eine der wichtigsten im ganzen Leben. Deshalb sollte man diese nicht leichtfertig treffen, sich viel Zeit nehmen und sich gründlich informieren. Unterstützung bietet dabei die Berufsberatung bei der Arbeitsagentur. Wie eine solche Beratung aufgebaut ist und wie sich Jugendliche darauf vorbereiten können, hat Redakteurin Kathrin Maurer im Interview von Inge Bellan-Payrault, Teamleiterin für Berufsberatung bei der Agentur für Arbeit Rastatt, erfahren.

Frau Bellan-Payrault, welche Arten der Berufsberatung gibt es?

Inge Bellan-Payrault: Unter Berufsberatung verstehen wir die Beratung zur erstmaligen Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium. Die Berufsberatung nehmen Schüler und Studenten, aber auch Schul- oder Studienabbrecher in Anspruch. Die Agentur für Arbeit Rastatt berät Jugendliche ohne Hochschulzugangsberechtigung im Team U25 (Personenkreis unter 25 Jahre). Die akademische Beratung übernehmen die Berater für akademische Berufe. Um den einzelnen Beratungsanliegen gerecht zu werden, bieten wir verschiedene Möglichkeiten an. (Siehe Zum Thema)

Wer kann Berufsberatungen nutzen?

Bellan-Payrault: Die Berufs- und Studienberatung steht für sehr unterschiedliche Fragen und Anliegen zur Verfügung. Beispielsweise für Jugendliche, die vor der Berufs- oder Studienwahl stehen oder einen Schulwechsel vorbereiten und die Sicherheit brauchen, welche Schule für die weiteren Schritte ins Berufsleben die Richtige ist. Auch bei drohendem Schul- oder Ausbildungsabbruch lohnt sich ein Gespräch mit dem Berufsberater, damit die richtige Strategie gefunden wird und ein Abbruch verhindert werden kann. Selbstverständlich können auch Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder andere Bezugspersonen unser Beratungsangebot nutzen, um ihrerseits die Jugendlichen bei der Berufswahlentscheidung zu unterstützen.

Sollte man sich schon im Voraus Gedanken über seine Wünsche oder Fähigkeiten gemacht haben?

Bellan-Payrault: Ideal für den Verlauf ist es, wenn die jungen Menschen bereits eine Vorstellung von ihrem Berufsziel haben. In Baden-Württemberg gibt es eine Vereinbarung mit dem Kultusministerium, in der der Berufswahlunterricht an allen allgemeinbildenden Schulen durch die Berufsberatung verankert ist. Bei diesem Unterricht im Klassenverband erhalten die Schüler erste Hinweise, unter anderem auch auf www.planet.de. Dort erfahren sie, wie sie ihren Neigungen und Fähigkeiten auf die Spur kommen können und welche Berufsrichtungen idealerweise passen würden.

Was können Jugendliche tun, die noch keine klaren Vorstellungen haben?

Bellan-Payrault: Es ist sinnvoll, sich einfach mal selbst zu beobachten, was ich gerne mache, egal ob in der Schule oder in der Freizeit. Sehen, was mir gut gelingt, was mir eher schwer fällt. Gehe ich gern mit Menschen um oder bin ich handwerklich geschickt? Eine Positiv-negativ-Liste ist ein guter Einstieg in ein Beratungsgespräch.

Wie reagieren Sie, wenn Berufswunsch und Fähigkeiten nicht zusammenpassen?

Bellan-Payrault: Grundsätzlich trifft jeder junge Mensch selbst die Entscheidung für einen Beruf. Selbstverständlich wird der Berufsberater in einer solchen Gesprächssituation immer auch auf die Risiken hinweisen. Das kann sowohl eine Unterforderung aber auch eine Überforderung sein - beides sind häufige Ursachen für einen Ausbildungsabbruch. Die Kollegen zeigen alternative Berufe auf, die besser mit den vorhandenden Interessen und Fähigkeiten vereinbar sind, bestrebt einen Misserfolg zu verhindern. Aber entscheidend ist, was der Jugendliche möchte. Sollten allerdings gesundheitliche Einschränkungen gegen die Ausbildung in einem bestimmten Beruf sprechen, so muss der Berater jede weitere Unterstützung ablehnen.

Welche Fragen stehen bei der Berufsberatung im Vordergrund?

Bellan-Payrault: Die zentralen Fragen in der Berufsberatung sind: Welcher Beruf ist für mich der Richtige? Welchen Schulabschluss brauche ich dafür? Welche weiterführende Schule kann oder sollte ich noch besuchen? Wie sind die Aufnahmevoraussetzungen und wo gibt es die entsprechenden Ausbildungs-/oder Studienplätze?

Wie wichtig sind die Schulnoten bei der Berufswahl?

Bellan-Payrault: Die Schulnoten sind zwar wichtig, aber nicht das alles Entscheidende. Durch eine gute Bewerbung, Vorkenntnisse durch Praktika sowie eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch können schwächere Noten schon mal ausgeglichen werden. Wichtig ist jedoch, dass die grundsätzliche Eignung für den Beruf gegeben ist.

Unterstützen Sie die Jugendlichen auch bei den Bewerbungen?

Bellan-Payrault: Das Thema Bewerbung ist immer dann, wenn es um die Ausbildungsplatzsuche geht, ein wichtiger Bestandteil unseres Gespräches. Zusätzlich bieten wir jeden Donnerstag im BIZ von 14 bis 17 Uhr einen Bewerbungsmappencheck für junge Menschen an. Dabei werden dann die Fragen zum ersten Eindruck der Bewerbungsmappe beantwort. Denn hier gilt nach wie vor - für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

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