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Vorteil für fleißige Auszubildende
Vorteil für fleißige Auszubildende
11.01.2013 - 18:02 Uhr
Baden-Baden/Karlsruhe (moe) - Das Angebot klingt verlockend: Früher mit der Ausbildung fertig werden, schneller eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt finden und folglich zügiger mehr Geld verdienen. Das ist kein Wunschdenken, sondern seit Jahrzehnten gängige Praxis für einen Teil der Auszubildenden im Handwerk.


Wie die Handwerkskammer Karlsruhe mitteilt, können sich Lehrlinge, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, für eine vorzeitige Abschlussprüfung anmelden. "Bei der Zulassung zur vorzeitigen Gesellenprüfung geht es darum, diejenigen Lehrlinge zu belohnen, die im Rahmen ihrer Ausbildung überdurchschnittlich gute Leistungen erbringen", so Manfred Klein, Experte für Ausbildungsfragen bei der Karlsruher Handwerkskammer.

Bei diesem Angebot handelt es sich laut Klein rein rechtlich nicht um eine Verkürzung der Lehrzeit im klassischen Sinn, etwa aufgrund des bestandenen Abiturs, der Realschulprüfung oder einer bereits abgeschlossenen Ausbildung. "Mit der vorzeitigen Zulassung wollen wir Auszubildenden, die diese Voraussetzungen nicht hatten, dennoch die Möglichkeit geben, früher mit der Lehre fertig zu werden." Dadurch, dass die Ausbildungszeit nicht verkürzt, sondern lediglich die Prüfung vorverlegt werde, gäbe es keine Probleme, falls man die Prüfung nicht besteht. "Es gibt immer wieder Fälle, dass durch Versagensängste mal etwas schief läuft. Die Ausbildungszeit muss dann aber nicht verlängert werden", erläutert Klein. Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Gesellenprüfung sei die Ausbildung aber auch in diesem Fall beendet.

Etwa um ein halbes Jahr kann man als Lehrling seine Ausbildung verkürzen, wobei für einen Antrag einige Voraussetzungen zu erfüllen sind. Zum einem muss der Notendurchschnitt des bisherigen Berufsschulzeugnisses in den prüfungsrelevanten Fächern bei 2,4 oder darunter liegen. "Die Fächer sind in den einzelnen Berufen unterschiedlich. Mathe, Sozialkunde und Wirtschaft gehören immer dazu", weiß Klein.

Neben dem schulischen Abschneiden ist zudem die Note der Gesellenzwischenprüfung maßgebend. Auch hier muss der Notenschnitt mindestens bei 2,4 liegen. Darüber hinaus muss der Lehrling eine Bestätigung über den Besuch der vorgeschriebenen überbetrieblichen Unterweisungskurse ebenso vorlegen, wie seine Berichtshefte. Außerdem muss der Ausbildungsbetrieb dem Gesellenanwärter bescheinigen, dass ihm bis zum Termin der vorzeitigen Prüfung alle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden können. "An dieser Stelle ist natürlich auch der Betrieb gefordert. Wenn die Firmen diese Vorgabe nicht erfüllen können oder wollen, kann der Schüler noch so gute Noten schreiben, zur vorzeitigen Prüfung wird er dann nicht zugelassen", so Klein.

Weiteres Zulassungskriterium ist die bisher abgeleistete Ausbildungszeit im Betrieb. 18 Monate bei Berufen mit dreijähriger Ausbildung und 24 Monate bei Berufen mit dreieinhalbjähriger Lehrlingszeit dürfen nämlich nicht unterschritten werden.

"Wer sich anstrengt und fleißig lernt, für den ist die Verkürzung auf jeden Fall machbar", weiß Experte Klein aus Erfahrung. Dennoch stellen nur rund zwei Prozent der Auszubildenden eines Jahrgangs einen derartigen Antrag. Lehrlinge, die zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März auslernen, können noch bis zum 1. März die Zulassung zur Sommerprüfung im Mai beantragen, der Anmeldeschluss zur Prüfung im November ist laut Klein der 1. September.

www.hwk-karlsruhe.de

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