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Süße Leckereien für den "bunten Teller"
26.11.2012 - 17:39 Uhr
Baden-Baden (pr) - Es gibt Dinge, die untrennbar mit der Adventszeit verbunden sind: Weihnachtsplätzchen gehören einfach dazu. In der Region heißen die kleinen süßen Leckereien auch Weihnachtsbrödle oder Bredle, im Elsass Bredele, Schriftdeutsch spricht man von Plätzchen.

Der Ursprung des heutigen Weihnachtsgebäcks liegt in den Klöstern des Mittelalters. Dort wurden beispielsweise erstmals Lebkuchen hergestellt. Zutaten wie Ingwer, Anis, Muskatnuss, Zimt und Gewürznelken werden dem Plätzchenteig von jeher zur Geschmacksverfeinerung beigegeben. Da aber jedes dieser Gewürze auch eine Wirkung auf Körper und Geist hat, haben unsere Vorfahren die Stoffe vielleicht nicht ganz zufällig gewählt. Aber was ist dran an der Vermutung, dass die guten Zutaten auch die Stimmung heben? Vor allem der Muskatnuss wird eine glücklichmachende Wirkung nachgesagt, ebenso Anis, das in der Volksmedizin auch als Aphrodisiakum eingesetzt wurde. Ingwer soll laut Hildegard von Bingen "ausgelassen machen".

Wie sich das Backen und die Backzutaten in den vergangenen Jahrhunderten verändert haben, lässt sich bei Lebkuchen gut feststellen. In einer Klosterhandschrift von 1450 aus Heidelberg findet sich übersetzt folgendes Rezept für gute "Lebzelten": 105 Gramm Ingwer, je 25 Gramm

Gewürznelken und Muskatblüten, zehn Gramm Pfeffer, 35 Gramm Zimt und 70 Gramm Koriander werden gehackt, mit 1500 Gramm Honig vermengt und mit Weizenmehl zu einem Teig geknetet. Dann zu Kuchen geformt und abgebacken.

Ein modernes Lebkuchenrezept spricht von 350 Gramm Zucker und fünf Eiern, die man in einer Schüssel, die im heißen Wasserbad steht, mit dem Schneebesen zunächst schaumig und mit dem Handrührgerät dann kalt schlägt. 350 Gramm ungeschälte gemahlene Mandeln, 150 Gramm Mehl, je 50 Gramm gewürfeltes Zitronat und Orangeat, zwei Teelöffel gemahlenen Zimt, zwei Messerspitzen gemahlenen Kardamom und je eine Messerspitze gemahlene Nelken, Piment und Ingwer unter die Eimasse ziehen. Auf 25 Oblaten portionieren. Mit Mandelhälften und Orangeat garnieren und über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Tag wird der Backofen auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt und die Lebkuchen auf mittlerer Schiene 15 bis 20 Minuten gebacken und auf ein Kuchengitter gesetzt. Für die Glasur vorher 100 Gramm Zucker, einen Esslöffel Zitronensaft und zwei Esslöffel Wasser aufkochen und damit die noch heißen Lebkuchen bestreichen und trocknen lassen.

Zarte Vanillekipferl, Hildabrötchen, Zimtsterne, Kokos- und Mandelmakronen, Spritzgebäck, Nussecken, Schwarzweißgebäck und allerlei Butterplätzchen mit fantasievoller Verzierung gehören ebenso zu den Klassikern auf dem "bunten Teller". In vielen Familien gibt es traditionelle Rezepte, die jedes Jahr wieder viel Freude machen. Aber natürlich steht nichts im Wege, einmal etwas ganz Neues aus dem schier unerschöpflichen Fundus an Rezepten auszuprobieren. Wie wäre es zum Beispiel einmal mit Mohnplätzchen, krossen Orangenkeksen, Marzipankipferln oder Whiskey-Plätzchen? Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Ein wenig herzhafter und vielleicht auch gesünder sind Varianten mit Vollkornmehl, die mit Honig statt Zucker gesüßt werden.

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