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Nicht nur auf der Wurst ein echter "Kracher"
Nicht nur auf der Wurst ein echter 'Kracher'
27.11.2012 - 15:34 Uhr
Baden-Baden (bor) - Nahezu jeder kennt Curry - zumindest in einer Form. Denn selbst bei Vegetariern ist die Tofu-Variante des wohl beliebtesten Fast-Food-Klassikers beliebt: Die Rede ist von der Currywurst. Ohne deren Geschmack schmälern zu wollen, gibt es für die berühmte Gewürzmischung darüber hinaus derart unzählige Einsatzmöglichkeiten, dass die Currywurst vor Neid "erblasst".

Wenn hierzulande von Curry gesprochen wird, ist fast ausnahmslos Currypulver gemeint. Der Begriff "Curry" bezeichnet im eigentlichen Sinne aus Indien stammende Eintopfgerichte auf der Basis einer sämigen Sauce mit verschiedenen Gewürzen und Zugaben von Fleisch, Fisch und/oder Gemüse. Die Bezeichnung Curry für das gelbe Pulver hat sich in Deutschland allerdings überall durchgesetzt.

Grundsätzlich handelt es sich bei Curry um eine Gewürzmischung aus unzähligen Zutaten, die den indischen Masalas nachempfunden ist. Die Zusammensetzung variiert und besteht je nach Zubereitung aus etwa 13 verschiedenen Komponenten. Manche Gewürze finden sich allerdings in jeder Currymischung. Vor allem Kurkuma, der dem Curry seine charakteristische Farbe gibt, ist unverzichtbar.

Außerdem sind in nahezu jeder Mischung Koriander, Cumin, schwarzer Pfeffer und Bockshornklee enthalten. Diese Gewürze prägen auch den typischen Geschmack. Zudem gibt es von Mischung zu Mischung unterschiedliche Gewürze, die beigemengt werden - Ingwer, Knoblauch, Asafoetida, Fenchel, Zimt, Nelken, grüner Kardamom, schwarzer Kardamom, Senfkörner, Muskatnuss, Muskatblüte, Paprikapulver, Cayennepfeffer und/oder Salz. Bei den schärferen Variationen kommen zudem Chilis zum Einsatz.

Ute Bornholdt und Edgar Wolter sind Inhaber der Gewürzmanufaktur "Spirit of Spice" in Willich am Niederrhein und gaben zuletzt im Mercedes-Kundencenter in Rastatt eindrucksvolle Einblicke in die spannende Geschichte des Currys. Kundencenter-Chefkoch Matthias Kaus bereitete drei Gerichte mit unterschiedlichen Currymischungen zu. "Die Verbreitung des Currys hängt direkt mit der Entdeckung des Seewegs nach Indien 1498 durch den Portugiesen Vasco da Gama und der Kolonisierung zusammen", so Wolter. Mitte des 18. Jahrhunderts unterwarf die britische Ostindien-Kompanie weite Teile Indiens und kam somit auch in Kontakt mit der indischen Küche und deren Gewürzen. "Die englische Curry-Mischung geht auf die britische Kolonialzeit in Britisch-Indien zurück." Die Kolonialherren waren mit der Vielfalt der indischen Masalas überfordert und ließen eine Currymischung kreieren, die dem europäischen Geschmack entsprach, damit man auch in Europa die beliebten Currygerichte kochen konnte. Von Indien über England eroberte im 19. Jahrhundert Curry die Welt und ist heute auf allen fünf Kontinenten zu finden. Es hat sich den jeweiligen Gegebenheiten angepasst, seine Tradition jedoch nie verloren", erklärt Ute Bornholdt.

Curry-Mischungen und Bestandteile

Madras Curry: Mild, für alle europäischen Gerichte. Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornklee, Paprika, Piment, Senf, Chilis, Ingwer, Fenchel, Knoblauch, Kardamom.

Thai Curry: Scharf, mit Chili und Kaffirlimette, Koriander,

Kurkuma, Bockshornklee, Kreuzkümmel, Senf, Ingwer.

Java Curry: Zitronig durch Zitronengras, Koriander, Kurkuma, Ingwer, Bockshornklee, Paprika, Kreuzkümmel, Zitronenschale,Zitronengras, Malzzucker, Lorbeer, Kardamom, Nelke, Muskatnuss.

Orient Curry: Würzig durch Nelken, Sternanis und Zimt, Koriander, Kurkuma, Paprika, Ingwer,Bockshornklee, Kreuzkümmel, Pfeffer, Sellerie, Zimt, Piment, Kardamom, Chilis, Nelken, Kümmel.

Englisch Curry: Feine Ingwernote, Koriander, Kurkuma, Bockshornklee, Kreuzkümmel, Chili, Ingwer, Nelken, Piment, Reis, Knoblauch, Pfeffer, Muskat, Zimt.

Rezept

Geräuchertes Schweinefilet auf rotem Linsensalat mit Erbsen, Koriander und Java-Curry

Zutaten für 4 Personen: 500 g Schweinefilet, Salz, Pfeffer, Räucheraroma, 500 g getrocknete rote Linsen, 100 g Zwiebel, 50 g Karotten, 1 Bund frischer Koriander, 50 g Sellerie 15 g Java-Curry, 50 g Lauch, Zucker, 250 g Erbsen, Aceto Bianco, Olivenöl, 150 ml Gemüsebrühe

Zubereitung: Zum Selbsträuchern zuhause werden ein älterer Topf und ein passender Dämpfeinsatz benötigt. Das Räuchermaterial (Buchenspänne) wird in einer Alufolie eingeschlagen und mit einer Gabel eingestochen. Nun gibt man das Räucherpaket auf den Topfboden und setzt den Dämpfeinsatz darüber. Mit mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel wird nun schon mal etwas vorgeräuchert. Das Schweinefilet wird zurechtgeschnitten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Anschließend wird es in den Dampfeinsatz gelegt und bei mittlerer Hitze ca. 25 Minuten gegart.

Die Linsen sollten am Vortag in kaltem Wasser eingeweicht werden. Karotten, Sellerie, Zwiebeln und Lauch in feine Würfel schneiden. In wenig Olivenöl werden nun die Gemüsewürfel zusammen mit dem Java-Curry angeschwitzt. Die Linsen abgießen und zu dem Gemüse geben. Mit der Gemüsebrühe auffüllen und alles bissfest garen. Das Linsengemüse mit Aceto Bianco säuerlich abschmecken und auskühlen lassen. Zum Anrichten den Salat in einen tiefen Teller geben und mit Scheiben des noch warmen Schweinefilets garnieren. Anschließend fein geschnittenen Koriander darüber geben.

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