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Weiße, frische Rosé und fruchtige Rote
27.11.2012 - 15:45 Uhr
Baden-Baden (ela) - Zum Aperitif ein Prosecco, vor dem Kamin an kalten Abenden ein gutes Glas Roter und in heißen Sommernächten ein frischer Weißwein oder spritziger Rosé. Wein ist ein Kulturgut und kaum ein Genießer will auf einen guten Tropfen verzichten. Welche Rebsorten, welche Anbaugebiete und welche Geschmacksrichtungen liegen im Trend? Darüber gibt Weinexperte Joachim Buchholz von "City and more" im Kartunger Industriegebiet Auskunft.

So sieht Buchholz beim Rotwein einen deutlichen Trend zu einer betont fruchtigen Note: "Zum Beispiel ein Nero D'Avola aus Sizilien mit seinen Kirscharomen oder ein Primitivo aus Apulien sind derzeit gefragt." Auch Südtiroler Tropfen seien "stark im Kommen". Ein Rückgang sei dagegen grundsätzlich bei Weinen aus Übersee zu beobachten, und auch an den Produkten aus der Toskana habe sich der Verbraucher "etwas satt getrunken".

Preislich und inhaltlich sind seiner Erfahrung nach auch die Weine aus Portugal auf dem Vormarsch. "Dort gibt es rund 500 Rebsorten, viele sind bei uns gar nicht bekannt. Es werden viele auch hochwertige Weine ausgebaut," weiß Buchholz.

Seiner Erfahrung nach ist dem Verbraucher heute wichtig, dass ein Wein trinkfertig ist, das heißt, dass er nicht zum Beispiel erst drei Tage "atmen" muss. Auch eine lange Lagerfähigkeit sei kein allzu großes Thema mehr. "Darauf haben sich viele Produzenten eingestellt." Ein hoher Alkoholgehalt von häufig 13 bis 15 Prozent störe den Verbraucher nicht. Im Gegensatz zum Weißwein, der für viele Genießer weniger als zwölf Volumenprozente haben sollte. "Ein Weißer ist mehr im Sommer gefragt. Er sollte heutzutage schön fruchtig, mit einer angenehmen Mineralität und ,schlank' sein", so Buchholz. Dieser Trend ist ein Problem für viele Winzer weltweit, die durch den spürbaren Klimawandel mit höheren Temperaturen und mehr Sonnenstunden "alle mit einem hohen Alkoholgehalt kämpfen". Gefragt sei eine angenehme Säure, die für Frische sorgt. "Das darf aber auf keinen Fall zuviel sein", betont der Weinexperte. Auch im Elsass habe sich der Ausbau von früher stark säurehaltigen Tropfen geändert. "Dort gibt es aber viele Weißweine, die auch erst nach zwei bis drei Jahren richtig zur Ruhe kommen. Diese Reifezeit wird ihnen, wie auch anderen, vom Verbraucher nicht gegeben. Die neuen Jahrgänge werden fälschlicherweise bevorzugt. Auch ein Weißwein kann diese Zeit brauchen, um fertig zu werden", erklärt Buchholz. Ein weißer Trendsetter sei ein "Lugana" aus Italien, der nur in der Region am Gardasee angebaut werde. "Er schmeckt jung, frisch und hat eine schöne Frucht". Kurz vor Beginn der wärmeren Jahreszeit hat man sich bei "City and more" auch wieder auf den "Sommerhype" Rosé eingestellt. "Früher haben die Winzer dafür Abfallprodukte verwendet, heute nehmen viele ihre beste Ware dafür. Da gibt es richtig gute Sachen," erzählt Buchholz, "auch Schaum- und Perlweine rosé sind ein Riesentrend". Geschmacklich gehen die Verbraucherwünsche bei Rosé in Richtung "feinherb". "Früher musste alles trocken sein. Heute bevorzugt man mehr Frucht und betrachtet auch eine Spätlese mit anderen Augen." Positiv bewertet Buchholz die Neuausrichtung in Italien beim Thema Prosecco. Ein Prosecco Superiore aus der Glera-Traube müsse seit einiger Zeit unter der Herkunftsbezeichnung Conegliano Valdobbiadene mit DOCG-Label auf den Markt kommen. Dafür sei das Proseccogebiet bis in die östlichste Ecke Italiens ausgeweitet worden. Alles andere dürfe nur Prosecco heißen. "Dadurch hat der Verbraucher eine viel bessere Möglichkeit, Qualität zu erkennen", ist sich Buchholz sicher, "und die Qualität ist gestiegen". Er empfiehlt, eine guten Prosecco nicht nur als Aperitif, sondern auch zum Essen zu genießen.

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