http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Sommerliche Farbtupfer vom Straßenrand
Prachtvolle Gladiolen wollen gepflegt sein, hier von Horst Wolz und seinem Sohn Patrick. Foto: Linkenheil
01.08.2012 - 13:26 Uhr
Rastatt (sl) - Die meisten Direktvermarkter der Region liefern frische Nahrungs- und Genussmittel vom Hof auf den Tisch, manche aber auch Farbtupfer für Wohnzimmer und gedeckte Tafel: Wer mit Auto oder Fahrrad durch Niederbühl fährt, dem fallen im Sommer die imposanten bunten Gladiolen an der Murgtalstraße (L 77) auf. Gemeinsam mit großen Sonnenblumen stehen sie auf einem Feld des Landbaubetriebs Wolz. Horst Wolz und sein Sohn Patrick betreiben im Landkreis Rastatt insgesamt fünf Blumenfelder zum Selberschneiden.


Leichtverdientes Geld, könnte man meinen: Einmal die Blumensamen in die Ackerkrume gestreut und dann einfach warten, bis die Natur ihr Werk vollbracht hat. Die aufgestellte Kasse füllt sich dann im Sommer ganz von allein. Wer sich die Arbeit von Patrick Wolz und seinem Vater Horst so vorstellt, ist allerdings auf dem Holzweg. Denn ein Blumenfeld wie das in Niederbühl kann man nicht einfach sich selbst überlassen. Regelmäßig schauen die beiden Landwirte vorbei und kontrollieren zum Beispiel, wie viel Unkraut zwischen den Blumenreihen inzwischen gewuchert ist. "Dieses Jahr müssen wir besonders viel Unkraut entfernen, weil es viel geregnet hat", erklärt Horst Wolz.

Es ist auch nicht jedes Jahr ein gutes Blumenjahr. Diesen Sommer zum Beispiel gibt es Probleme mit den Sonnenblumen. Die erste Generation ist wegen des schlechten Wetters gar nicht richtig aufgeblüht. Jetzt hofft Familie Wolz auf die zweite. Es handelt sich übrigens um eine Sorte, die keinen Blütenstaub verliert, der sich aus Kleidung oder Tischdecke schlecht entfernen lässt.

Die Gladiolen stehen im Augenblick in voller Blüte. Wer ein Messer oder eine Gartenschere bei sich hat, kann sich schnell einen großen Strauß als Wohnzimmerschmuck schneiden. Ganz individuell, denn Gladiolen blühen in vielen Farben. Und noch ein Vorteil: Frischer als vom Feld können Schnittblumen nicht sein. Sie danken es mit langer Haltbarkeit, die man, so ein Tipp vom Fachmann, mit einem Tropfen Spülmittel im Blumenwasser noch mal verlängern kann.

Als Vater und Sohn Wolz vor rund fünf Jahren mit dem Blumenanbau loslegten, hatten sie Messer zum Selbstschneiden bei den Feldern ausgelegt. Doch sie machten schlechte Erfahrungen: "Ein, zwei Tage, und das Messer war weg", wundert sich Horst Wolz über die Dreistigkeit mancher Zeitgenossen.

Auch mit der Zahlungsmoral steht es nicht immer zum Besten. "Wir vertauen auf die Ehrlichkeit der Menschen und fordern mit einem freundlichen Spruch auf einem Schild dazu auf, die geschnittenen Blumen auch zu bezahlen." Aufpasser sollen bei den Feldern auch in Zukunft auf keinen Fall aufgestellt werden. Aber Wolz will nicht publik machen, wo genau seine Felder sind. Zu oft schon haben Langfinger sich an der Kasse bedient. Für Blumenfreunde heißt es also: Augen auf.

BeiträgeBeitrag schreiben 
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Noch ist die Vermietung von Waschmaschinen und Bekleidung in Deutschland ein Nischenmarkt. Glauben Sie, dass sich das durchsetzt?

Ja.
Nein.
Weiß nicht.

Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen