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Der Blattsalat pausiert nur zwei Wochen im Jahr
Roland und Regina Fraß haben vor fünf Jahren den Aussiedlerhof Querfeldein am Ortsrand von Ulm gegründet. Foto: Eiermann
03.08.2012 - 15:35 Uhr
Lichtenau (jo) - Wer sagt denn, dass eine Tomate immer rot sein muss? Im Lichtenauer Hofladen Querfeldein gibt's auch eine schmackhafte grüne Tomate. Sie ist eine von mehr als 15 teils seltenen Sorten, die der Aussiedlerhof anbaut. Im großen Glasgewächshaus gedeiht, was in den Holzregalen dreimal die Woche zum Verkauf präsentiert wird. Darunter auch allerlei knackige Salate und aromatische Paprika in teils exotischen Ausformungen.

Fünf Jahre jung ist der Hofladen am Ortsrand des Stadtteils Ulm, und er bietet beileibe nicht nur junges Gemüse. "Wir sind ein großer Familienbetrieb mit einem großen eigenen Sortiment", erklären Regina und Roland Fraß. Genauer gesagt besteht die Fraß-Metzinger-GdbR aus zwei Betrieben. Auch in Ottersweier gibt es einen Querfeldein-Laden. Beide verbindet eine Familiengemeinschaft, in der man sich gegenseitig zuarbeitet.

So stehen die Rinder und Schweine in Ottersweier im Stall. Auch Süßkirschen und Zwetschgen werden überwiegend dort geerntet, während in Lichtenau der Gemüseanbau dominiert. Eigene Blattsalate aus dem Gewächshaus gibt es fast das gesamte Jahr über - im vergangenen Winter klaffte eine Lücke von nur 14 Tagen.

In Lichtenau befindet sich zudem die Backstube, in der nach Art der Vorväter ohne vorgefertigte Teigmischungen Brot erzeugt wird. Dazu baut man auch alte Getreidesorten wie den Steinzeitweizen an, der viele Mineralstoffe enthält. Das daraus hergestellte Emmerbrot und das Schwarzweizen-Baguette sind geschätzte Spezialitäten, die freitags und samstags ab 5 Uhr in den Ofen geschoben werden. Auch Kuchen verlässt die Hofbäckerei.

30 Mitarbeitern, darunter 25 400-Euro-Kräfte und ein Azubi, bietet der Hof einen Arbeitsplatz: in der Landwirtschaft, im Laden, in der Backstube. Hinzu kommt die Veredelung eigener Erzeugnisse zu Schupfnudeln, Spätzle, Frikadellen, Grillsoßen, Chutneys und vielem mehr.

Immer wieder gibt es Kunden, die sich in einem Bio-Laden wähnen. Die heimelige Dekoration mag ihren Teil dazu beitragen. Um ein Bio-Siegel bemühen sich die Fraß' als Direktvermarkter allerdings nicht, gleichwohl setzen sie auf ökologischen Pflanzenschutz. Im Gewächshaus, schildert Roland Fraß, halten Nützlinge wie Florfliegenlarven und Marienkäfer die Blattläuse in Schach. Schlupfwespen rücken weiße Fliegen zu Leibe. Ein Klimacomputer regelt die Luftfeuchtigkeit, um Pilzbefall vorzubeugen.

Auf bescheidenen 35 Quadratmetern hatten Johann und Regina Fraß im Mai 1995 ihren ersten Hofladen eröffnet, damals noch im Ort. Heute sind es 120 Quadratmeter. Das Sortiment ergänzen Weine von Gerhard Veith aus Waldmatt, Frischkäse des Vinzenzhofs in Sinzheim und Produkte der Zeller Mühle. Auch zugekauftes Putenfleisch, Nudeln, Ziegenkäse und vieles mehr stehen in den Regalen bis hin zu einigen Südfrüchten, als Ergänzung für die Obstsalat-Fraktion unter der Kundschaft.

Das absolute Highlight unter den Früchten ist die Erdbeere. Deren Reifezeit fällt zusammen mit der Hochzeit der "Königin des Gemüses", der in besonderem Maße hofiert wird. Während der Spargel- und Erdbeerernte hat das Hofcafé täglich geöffnet, von Anfang April bis nahezu Ende Juni. Die Chefin will über die hohe Arbeitsbelastung aber nicht klagen: "Es ist auch eine schöne Zeit."

Öffnungszeiten:
Dienstag: 9 bis 18 Uhr
Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag: 9 bis 13 Uhr

Kontakt:
Querfeldein Hofladen Ulm
Stollhofener Str. 32
77839 Lichtenau-Ulm
Telefon: (07227) 3811
E-Mail: ulm@hofladen-querfeldein.de

www.hofladen-querfeldein.de

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