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Dem Steak beim Wachsen zusehen
Gehörnte Landschaftspfleger: Thomas Langenbach mit einem Teil seiner Ziegenherde. Foto: Mack
05.10.2012 - 14:20 Uhr
Forbach (mm) - Ziegen sind neugierige Wesen - und immer hungrig. Wenn Thomas Langenbach zum Futtereimer greift, drängen sich die meckernden Vierbeiner ungeduldig um ihren "Ernährer".

Ziegen und Rinder sind die tierischen Landschaftspfleger, die die große Gemarkungsflächen in Forbach vor der Verbuschung bewahren. Und ihr Fleisch ist bei Verbrauchern begehrt, deshalb vermarktet Langenbach dieses auch selbst. "Qualitativ hochwertige und frische Produkte aus artgerechter Haltung", dafür steht der Landwirt. Lange Transportwege zur Schlachtung werden so vermieden. Derzeit ist Schlachtsaison in Gausbach, das Fleisch wird auf Vorbestellung vermarktet. Die Kunden leisten mit dem Genuss der Erzeugnisse auch einen Beitrag zur Erhaltung der Landschaft und der Viehwirtschaft im Murgtal. In der bevorstehenden kalten Jahreszeit steht für Langenbachs Tiere der Forbacher Winterstall bereit.

"Bei uns kann der Verbraucher seinem Steak beim Wachsen zusehen", sagt Langenbach schmunzelnd. 45 Stück Großvieh beweiden die Wiesen und Hanglagen. Rund 50 Mutterziegen mit ihrem munteren Nachwuchs halten die Landschaft von ungewünschtem Bewuchs frei.

Bentheimer Schweine, eine alte Rasse, Schafe und mittlerweile 14 Esel mit ihrem Nachwuchs sind in Forbach zuhause und leisten ihren Beitrag zur Landschaftspflege. Die Schweine fühlen sich an den Bachläufen in ihrer Weide im Schlamm "sauwohl". Die Nachfrage nach Fleisch, das auf heimischen Wiesen herangewachsen ist, sei groß. Im Sortiment sind Zicklein, frisches Ziegenfleisch, gerauchte Salami, Bauernwurst, würzige Brat- und Grillwürste, Lyoner, und weitere Wurstsorten. Eine gesteigerte Nachfrage nach Zicklein kann Langenbach zu Ostern oder nach der Ferienzeit feststellen, "manche holen sich so ihr Urlaubsfeeling aus dem Süden zurück", erläutert er.

Das Rindfleisch wird in Paketen zu fünf oder zehn Kilogramm angeboten. Darin sind dann Filet, Steak, Braten, Rouladen, Kochfleisch, Beinscheiben und Hackfleisch enthalten. Auch Wild (Hirsch, Reh, Wildschwein) aus heimischen Wäldern ist im Angebot.

Den Vorteil der Direktvermarktung sieht Langenbach in der Transparenz der Fleischerzeugung. Der Verbraucher kann so über die Herkunft der Tiere und deren Aufzucht informiert werden. "Wir sind von der Geburt bis zur Schlachtung mit dabei". Beim Start der Vermarktung leistete die Gemeinde noch "Schützenhilfe", mittlerweile erfolgt alles in Eigenregie. Für Langenbach war es die richtige Entscheidung, auch dem Tier zuliebe. Denn "weite Transportwege zum Schlachthaus sind nicht meine Welt". Das Konzept trägt Früchte: Sein Kundenstamm erstreckt sich bis nach Karlsruhe.

Die Offenhaltung landwirtschaftlicher Nutzflächen sei aus landschaftsökologischen, klimatischen Gründen und der Erholungsfunktion unverzichtbar, darüber ist sich Langenbach, aber auch die Gemeinde, im Klaren. Rund 70 Hektar Weide- und Heuflächen werden bewirtschaftet, das sind mehr als 1.650 private und gemeindeeigene Grundstücke.

Kontakt:
Landschaftspflegebetrieb Langenbach
Erbersbronn 18
76596 Forbach-Erbersbronn
Telefon: (07228) 960263

www.weidebetrieb-langenbach.de

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