Konsul protestiert gegen Erdogan-Karikatur

Konsul protestiert gegen Erdogan-Karikatur

Karlsruhe (vie/cl) - Der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel, bekannt als "Bananensprayer", hat am Donnerstag für einen großen Polizeieinsatz auf der Art Karlsruhe wegen seiner dort ausgestellten Erdogan-Karikatur gesorgt.

Die Karlsruher Neue Kunst Gallery zeigt Baumgärtels überarbeitete Version seines Skandalbilds von 2016. Schon vor zwei Jahren hatte der einstige Street-Art-Künstler ein Bild gefertigt, auf dem der türkische Präsident in gebückter Haltung eine Banane im Hinterleib stecken hat.

Nun wird das Motiv vor einem Hintergrund mit türkischen Fahnen auf der Kunstmesse ausgestellt. Dagegen hat der türkische Generalkonsul in Karlsruhe gestern bereits Protest eingelegt. Dies bestätigte das Karlsruher Polizeipräsidium auf BT-Anfrage.

Die Messeleitung habe die Polizei informiert, weil es ein sehr hohes Medieninteresse durch die ausgestellte Karikatur Baumgärtels gebe und nach Auskunft der Polizei Karlsruhe zu befürchten sei, dass Befürworter der Politik des türkischen Präsidenten in Karlsruhe "etwas planen könnten". Die Deutsche Presseagentur (dpa) hatte die Karikatur auch im Bild verbreitet. Der Revierleiter des für Rheinstetten zuständigen Polizeipostens Ettlingen hatte sich daraufhin die Karikatur angeschaut und entschieden, dass das Bild am Messestand hängenbleiben solle.

Der Karlsruher Galerist Michael Oess berichtete zudem, dass sogar der Verfassungsschutz auf den Künstler Thomas Baumgärtel wegen seiner Karikatur aufmerksam geworden sei. Das ist nicht zum ersten Mal passiert. Im vergangenen Jahr hatte Thomas Baumgärtel selbst als Talkgast auf der Art Karlsruhe erzählt, dass er nach der ersten Version seiner Karikatur bereits kurzzeitig an seinem Kölner Wohnort vom Staatsschutz bewacht worden wäre. Mit seiner Erdogan-Karikatur wollte er damals dem wegen eines "Schmähgedichts" auf den türkischen Präsidenten angegriffenen Jan Böhmermann beispringen.

Bis zum Ende der Art am Sonntag will die Karlsruher Polizei die Karikatur samt Messestand intensiv im Auge behalten, falls es zu Bedrohungen kommt.

Symbolfoto: KMK/Jürgen Rösner

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