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Bluttat mit drei Toten: 40-Jähriger auf der Flucht
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15.09.2017 - 17:29 Uhr

Villingendorf (dpa) - Nach dem Familiendrama in einem Dorf im Landkreis Rottweil, ist der Täter weiter auf der Flucht. Der 40-Jährige soll laut Polizei seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Lebensgefährten seiner Ex und dessen Cousine erschossen haben. Die Mutter des getöteten Sechsjährigen, der erst am Donnerstag eingeschult wurde, flüchtete zu einer Nachbarin. Auch ein dreijähriges Mädchen überlebte die Bluttat. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Die Polizei sucht mit Großaufgebot vor allem in der Nähe von Villingendorf. Ob der Täter noch lebt, ist unklar.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer Beziehungstat aus. Kaltblütig und unvermittelt habe der Todesschütze am Donnerstagabend das Feuer auf seine Opfer eröffnet. „Die Personen dürften keinerlei Chancen gehabt haben, dem zu entkommen“, sagte Ermittlungsleiter Rolf Straub am Freitag bei einer Pressekonferenz in Villingendorf bei Rottweil. Der Täter feuerte aus einer Langwaffe, wohl aus Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee. Es sei davon auszugehen, dass er die Waffe noch bei sich führt.

Grenzübergreifende Fahndung
Die Ermittler banden auch die Nachbarländer in die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter ein. Die Behörden in Österreich, Frankreich und der Schweiz seien ebenso wie das Nachbarbundesland Bayern unterrichtet worden, sagte Straub. Der 40-Jährige soll zunächst mit einem Kleinwagen mit KN-Zulassung (Landkreis Konstanz) geflohen sein. Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug sei in der Gemeinde Herrenzimmern in der Nähe des Tatorts gefunden worden, sagte der Ermittlungsleiter. Das sei nun der Fahndungsschwerpunkt. „Wir haben (im Moment) leider keine Hinweise auf den Aufenthalt. Natürlich nutzen wir weitere kriminaltaktische Maßnahmen wie etwa die Überprüfung des persönlichen Umfelds.“

Schütze ist polizeibekannt

Bei den beiden toten Erwachsenen - ein Mann (34) und eine Frau (29) - handelt es sich nach Angaben der Polizei um den Lebensgefährten der Ex-Frau des Täters und dessen Cousine. Die Mutter des toten Erstklässlers wurde psychiatrisch betreut, Seelsorger waren im Einsatz. Zu dem drei Jahre alten Mädchen gaben Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Details bekannt. Ebenso wie zu einem weiteren Mann, der die Tat überlebte, weil er Getränke holte. Der mutmaßliche Todesschütze ist der Polizei bekannt. Er sei wegen Körperverletzungsdelikten und Bedrohungsdelikten vorbelastet, hieß es. Zu Haftstrafen sei er aber nicht verurteilt worden. Gesucht wurde am Freitag auch in einem Wald in der Nähe des Tatorts. Auch dort sollen in den frühen Morgenstunden Schüsse gehört worden sein. Ein Hubschrauber kreiste über dem Ort.

Junge war kurz vor der Tat eingeschult worden
Der sechsjährige Junge war erst wenige Stunden vor der Tat eingeschult worden. Am Freitag wäre sein erster regulärer Schultag gewesen. Die Mutter und ihr Sohn lebten nach Angaben der Gemeinde erst seit März 2017 in dem Ort in einer Einliegerwohnung. Der Besitzer des Hauses soll derzeit im Ausland sein. „So was haben wir in unserer Gemeinde noch nie erlebt und wollten es auch nie erleben. Ich bin fassungslos und bestürzt“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Bucher.

Foto: dpa

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