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Erpresser will Lebensmittel vergiften - Erste Produkte gefunden
Erpresser will Lebensmittel vergiften - Erste Produkte gefunden
28.09.2017 - 14:18 Uhr
Konstanz/Friedrichshafen (dpa) - Mit der Vergiftung von Lebensmitteln will ein Unbekannter von deutschen Supermärkten und Drogerien eine zweistellige Millionensumme erpressen. Fünf vergiftete Gläschen Babynahrung seien in Friedrichshafen am Bodensee gefunden worden, wie die Polizei in Konstanz am Donnerstag mitteilte. Die Ermittler gehen zwar davon aus, alle betroffenen Gläser entdeckt zu haben. Die Drohung umfasse aber nicht nur Babynahrung.

Um den Fall zu klären, wurde eine Sonderkommission "Apfel" mit rund 220 Ermittlern gegründet. Eine internationale Fahndung nach dem Erpresser, vor allem in Österreich und der Schweiz, läuft. Die betroffenen Geschäfte waren nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Erpresser-E-Mail benannt worden. Konkrete Unternehmen erwähnten die Ermittler nicht. Der Erpresser habe gedroht, 20 verschiedene Lebensmittel zu vergiften, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Alexander Boger bei einer Pressekonferenz in Konstanz. Den Ermittlern zufolge wurde ein zweistelliger Millionenbetrag erpresst, laut "Bild"-Zeitung handelt es sich um zehn Millionen Euro. Es sollen Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet betroffen sein. Auch Bezüge ins europäische Ausland können demnach nicht ausgeschlossen werden.

Polizei spricht von skrupellosem Täter
In dem Schreiben, das der Erpresser den Konzernen und auch der Polizei schickte, wurde angekündigt, Produkte in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland zu manipulieren. Diese wolle er mit einer Substanz vergiften. In dem Schreiben sprach er konkret auch Märkte in Friedrichshafen an, wie die dpa weiter erfuhr. Polizeivizepräsident Uwe Stürmer sprach von einem "sehr skrupellosen Täter". "Wir nehmen diese Drohung sehr ernst."
Die Behörden veröffentlichten ein Foto eines dringend Tatverdächtigen. Auch ein Video von einer Überwachungskamera gibt es demnach. Es handele sich um einen etwa 50 Jahre alten Mann mittlerer Größe mit schlanker, sportlicher Statur, sagte Stürmer. Der Mann habe "eventuell zur Tarnung" eine Brille getragen. Besonders auffällig sei ein weißer Sohlenrand an den Sportschuhen des Abgebildeten. "Bei dem Mann handelt es sich sehr wahrscheinlich um den Giftausbringer."

Kein Grund für Panik und Hysterie
Bei der verwendeten Substanz soll es sich um Ethylenglycol handeln. Ethylenglycol ist bei Raumtemperatur eine farblose Flüssigkeit. Der Verzehr kann lebensbedrohlich sein. Die Polizei bat Kunden um Vorsicht und Aufmerksamkeit. Es drohten "sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod", sagte ein Polizeisprecher. Die Menschen sollten auf manipulierte Produkte achten und die Polizei informieren. Es gebe aber keinen Grund für Panik und Hysterie.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verlangte generell eine rasche Kommunikation. "Verbraucher sollten so schnell wie möglich über Probleme mit Lebensmitteln informiert werden, gerade wenn eine Gefahr für Leib und Leben bestehen könnte", sagte der Sprecher Niklaas Haskamp. Er fügte hinzu: "Wir können das im konkreten Fall nicht bewerten, da wir keinen Einblick in die Ermittlungsvorgänge und möglichen Gründe für den geplanten Veröffentlichungszeitpunkt haben."
Ministerialrätin Petra Mock vom Verbraucherschutzministerium in Stuttgart erklärte: "Ordnungsgemäß verpackte Lebensmittel in Glasverpackungen haben üblicherweise einen Deckel, der nach innen gewölbt ist aufgrund des Vakuums." Beim Öffnen höre man ein Klacken.

Foto: Polizeipräsidium Konstanz/dpa

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