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Giftiger Kraftprotz aus dem Kaukasus
Giftiger Kraftprotz aus dem Kaukasus
05.10.2017 - 08:38 Uhr
Rastatt (red) - Den Riesen-Bärenklau, lateinisch Heracleum mantegazzianum, hat die Umweltstiftung Rastatt zur Pflanze des Monats Oktober gekürt. Die bis zu vier Meter hohe Staude stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird daher auch Kaukasischer Bärenklau genannt. Anfang des 19. Jahrhunderts fand der Riesen-Bärenklau als Zierpflanze seinen Weg nach Westeuropa, inzwischen ist er bis Nord-Skandinavien verbreitet.

Rund um Rastatt gedeiht die Pflanze vor allem an Flussufern, Waldwegen, Straßenrändern und an Bahndämmen. Das kräftige Gewächs mit dem Beinamen Herkulesstaude ist in der Tat ein starkes Stück: Der Stängel des Riesen-Bärenklaus wird etwa zehn Zentimeter dick und erreicht in der Regel eine Höhe von mindestens drei Metern. Seine weißen Blüten stehen in Dolden, die bis zu 50 Zentimeter Durchmesser erreichen. Die Hauptblütezeit der Pflanze ist zwischen Juni und August. Sein einheimischer Artgenosse, der Wiesen-Bärenklau, unterscheidet sich vom Kraftprotz aus dem Kaukasus durch seine geringere Höhe von 1,2 Metern, seinen fleckenlosen Stängel und seine weniger spitz gezackten Blätter.

Hautkontakt tut weh und ist gefährlich

Wer die imposante Pflanze aus Neugier oder Unwissenheit berührt, muss mit schmerzhaften Folgen rechnen: Ihre gesamte Oberfläche enthält einen Giftstoff, der bei Hautkontakt zu ausgeprägten Rötungen, Schwellungen und Blasenbildungen führt. Die Wirkung verstärkt sich bei Sonneneinstrahlung erheblich. Die Verletzungen sind mit Verbrennungen ersten oder zweiten Grades, teilweise sogar dritten Grades, vergleichbar. Bei Augenkontakt mit dem Pflanzensaft kann es zu schweren Augenschädigungen kommen. Menschen mit empfindlicher Haut können sich beim Streifen der Pflanze sogar in leichter Bekleidung schwere Vergiftungserscheinungen zuziehen. Die Heilung der Reizungen verläuft meist langwierig. An besonders heißen Tagen soll die Pflanze die Giftstoffe sogar ausdünsten oder mit dem Blütenstaub verbreiten. Auch für Tiere kann der Riesen-Bärenklau gefährlich werden und sollte bei Spaziergängen gemieden werden.

Wer die Pflanze versehentlich berührt hat, sollte die betroffenen Stellen vor Sonnenlicht schützen und gründlich mit Wasser abspülen. Falls trotzdem Hautreaktionen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Aus einem anderen Grund warnen Umweltschützer vor der Staude: Als eingewanderte Art bedroht sie die heimische Flora, indem sie anderen Pflanzen durch den hohen und kräftigen Wuchs das Licht zum Wachsen raubt. Im Vergleich zu anderen invasiven Arten hält sich der ökologische Schaden durch den Riesen-Bärenklau jedoch in Grenzen.

Schutzkleidung und Schutzbrille nutzen

Zur Beseitigung der Pflanze sind Handschuhe, Schutzkleidung, Schutzbrille und gegebenenfalls Atemschutz erforderlich. Bei hochgewachsenen Exemplaren eignen sich eine Astsäge oder eine Astschere mit Teleskopstiel. Ideal für die Arbeiten ist ein Tag mit schwachem Wind und bedecktem Himmel. Kleine Pflanzen können abgemäht werden, wachsen aber schnell nach. Alle Pflanzenreste gehören in den Restmüll und sollten nicht im Biomüll entsorgt werden.

Foto: Peter Klueber

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