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Immer mehr Wildschweine in Rastatt und Region
Herrliche Herbststimmung im Stadtwald - und keine Wildschweine in Sicht. Damit es so bleibt, rät Stadtförster Koch, nicht abseits der Wege zu gehen.  Foto: Stadt Rastatt
10.11.2017 - 20:39 Uhr
Rastatt (red) - Zusammenstöße mit Wildschweinen sind in Rastatt und der Region längst keine Seltenheit mehr. Besucher des Rastatter Stadtwalds werden die Spuren der Wildschweine auch schon bemerkt haben: umgegrabene Bankette, aufgewühlte Böden und Pfützen, die zu Suhlen geworden sind. Die Gründe für die Vermehrung der Schwarzkittel sind laut Martin Koch vom Rastatter Kundenbereich Forst vielfältig.

Klimaveränderungen mit milden Wintern, das Fehlen natürlicher Feinde, beste Deckung in den Wäldern und reichlich Nahrung sorgen bei den Wildschweinen für extrem gute Lebensbedingungen. Was tun? Mehrere Faktoren spielen eine Rolle, aber laut Stadtförster Koch können auch Waldbesucher einen Beitrag leisten.

So sei es problematisch, wenn Läufer bei Dunkelheit mit Stirnlampen im Wald unterwegs sind, insbesondere abseits der Wege. Ein Problem seien auch frei laufende oder streunende Hunde. Denn nachtaktive Menschen oder Hunde scheuchen Wildtiere, die gerade im Winter viel Ruhe brauchen, immer wieder auf. Die Tiere verbrauchen dadurch viel Energie, die sie in Form von Nahrung nachführen müssen. Das wiederum führt in der Regel zu massiven Schäden in der Landwirtschaft, aber auch im Wald.

Waldbesucher sollten nicht vom Weg abweichen

Koch appelliert daher an die Besucher, die befestigten Wege zu nutzen und Hunde an die Leine zu nehmen. Für die Massenvermehrung der Wildschweine mitverantwortlich sei aber auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Aus einer kleinparzellierten Landschaft mit vielfältigen landwirtschaftlichen Nutzungen seien im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte zunehmend große Ackerflächen mit Mais oder Getreideanbau geworden. "Wenn diese dann noch unmittelbar an den Waldbestand grenzen, sind das wahrlich paradiesische Zustände für die Wildschweinpopulation", erklärt Koch.

Fallobst dient Tieren als Nahrung

"Werden dann noch im Herbst die Äpfel und Birnen nicht von den Streuobstwiesen aufgelesen, ist der Tisch für Bache, Keiler und Frischling reichlich gedeckt." Neben dem pflanzlichen Eiweiß aus Eicheln, Waldfrüchten und Maiskörnern benötigt das Schwarzwild auch tierisches Eiweiß: Würmer und Schnecken. "Diese Delikatesse finden ganze Rotten regelmäßig unter nicht abgeernteten Obstbäumen", so Koch.

So werde die Jagd alleine die Massenvermehrung nicht in den Griff bekommen, ist sich Koch sicher. Vielmehr werde die Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit Jagdpächtern und Grundeigentümern Konzepte für eine noch effektivere Bejagung erarbeiten müssen.

Foto: Stadt Rastatt

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