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Feuerwehren im Dauereinsatz
05.01.2018 - 17:01 Uhr
Murgtal/Bühlertal/Rastatt (hve/fuv) - Die Feuerwehren im Murgtal waren in der Nacht auf Freitag im Dauereinsatz. Während Gaggenau nochmal mit einem "blauen Auge" davongekommen ist, wie Hauptbrandmeister Dieter Spannagel sagte, gestaltete sich die Lage in Gernsbach schwieriger. Während die Fluten das Murgtal wohl passiert haben, steigt der Wasserpegel des Rheins immer mehr an.

Zwei Fußgängerunterführungen am Murgdamm wurden in Hörden und Gaggenau überflutet, zudem waren in Ottenau zahlreiche Keller vollgelaufen. In Bad Rotenfels war laut Polizei der Sportplatz überschwemmt. Spannagel ging jedoch davon aus, dass der Schaden sich in Grenzen halte. Während die Murg in der Nacht (0.45 Uhr) in Bad Rotenfels einen Pegelstand von 3,46 Meter aufwies, war das Wasser am Freitagmorgen gegen 10.15 Uhr bereits auf einen Stand von 2,22 Meter gesunken. In Hörden fehlten nur noch 20 bis 30 Zentimeter, ehe der Fluss die Landstraße überflutet hätte. Am Ortsende von Bühlertal drohte ebenfalls bereits kurz nach Mitternacht unweit der L83 Erdreich auf die Straße zu gleiten. Die Bühlertalstraße war am Freitag nach wie vor nicht befahrbar.

Stadtbrücke in Gernsbach gesperrt

In Gernsbach waren rund 80 Kräfte der örtlichen Feuerwehren im Einsatz. Um 22.30 Uhr musste aufgrund der Wassermassen die Stadtbrücke für rund vier Stunden vollgesperrt werden, berichtet der Gernsbacher Kommandant Volker Steimer. Auch die Schlossstraße und die Obertsroter Straße wurden wegen Überflutung abgesperrt, zudem waren zahlreiche Keller vollgelaufen. Der Durchfluss des Wassers in der Murg betrug zur Spitzenzeit rund 443 Kubikmeter pro Sekunde.

Steigender Wasserpegel des Rheins/Schifffahrt eingestellt

Die Feuerwehren verbauten nachts noch Tausende Sandsäcke, die auch in den kommenden Tagen liegenbleiben werden. Steimer vermutet, dass die größten Wassermassen das Murgtal bereits passiert haben und nun eher die Orte nahe des Rheins treffen. Auch die Hochwasserzentrale Baden-Württemberg rechnet laut Homepage mit einem Anstieg des Wasserpegels am Rhein. Während am Freitagvormittag der Wasserstand bei Plittersdorf bei knapp sieben Metern lag, könnte sich dieser in der Nacht auf Samstag nochmals um rund 50 Zentimeter erhöhen, so die Prognose. Damit könnte der Pegelwasserstand an historischen Werten von 1990 und 1999 kratzen, als der Wasserstand zwischen 7,42 und 7,68 Meter lag. Am Freitagvormittag überstieg der Rhein am Pegel in Karlsruhe die Marke von 7,5 Metern, bei der die Schifffahrt zwischen Iffezheim und Germersheim eingestellt wird. Der höchste Wasserstand sollte nach der Prognose in der Nacht zum Samstag mit etwa 8,30 Meter erreicht werden. Der mittlere Wasserstand des Rheins bei Karlsruhe beträgt 5,16 Meter. Auch auf dem Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn wurde die Schifffahrt wegen des Hochwassers eingestellt.

Mit dem Schlauchboot auf der Murg unterwegs

Am Freitagnachmittag hat die Polizei in Rastatt an der Ankerbrücke ein Schlauchboot samt der Besatzung aus der Murg gezogen. Die vier Reisende waren zuvor bereits in Kuppenheim von der Polizei vor den Gefahren ihrer Aktion gewarnt wurden, die Warnung hatte jedoch keinen Anklang gefunden. Die Polizei warnt aufgrund der aktuellen Hochwasserlage vor Nachahmern und empfiehlt, sich generell von Gewässern fernzuhalten.

Im Wasser treibender Baum bleibt an Ankerbrücke hängen

Welche Auswirkungen Sturm und Hochwasser haben können, das beobachteten zahlreiche Anwohner am späten Nachmittag in Plittersdorf: Der heftige Wind hatte wohl eine mächtige Weide mit einem Stammdurchmesser von über 1,10 Metern gefällt. Der komplette Baum mit Krone trieb wegen des Hochwassers im Altrhein Richtung Ankerbrücke, an der er sich bei einem Hochwasserstand von 7,10 Metern verfing. Die Plittersdorfer Feuerwehr und Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamts schafften es schließlich, das "Ungetüm" unter Einsatz eines Schwimmbaggers und eines Lkw mit Greifarm auf die Brücke zu hieven und mit Motorsägen zu zerkleinern. Die Feuerwehr wird den Hochwasserdamm weiter im Auge behalten.

Fotos: Vetter/ Alexander Fitterer

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