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"Alternative Fakten" ist "Unwort des Jahres"
'Alternative Fakten' ist 'Unwort des Jahres'
16.01.2018 - 11:15 Uhr
Darmstadt (dpa) - Das "Unwort des Jahres" 2017 lautet "alternative Fakten". "Die Bezeichnung ist der verschleiernde und irreführende Ausdruck für den Versuch, Falschbehauptungen als legitimes Mittel der öffentlichen Auseinandersetzung salonfähig zu machen."

Das sagte die Sprecherin der unabhängigen Jury, die Linguistik-Professorin Nina Janich, in Darmstadt. Mit der Formulierung "alternative Fakten" hatte Trump-Beraterin Kellyanne Conway die falsche Tatsachenbehauptung bezeichnet, zur Amtseinführung des US-Präsidenten Anfang 2017 seien so viele Feiernde auf der Straße gewesen wie nie zuvor bei entsprechender Gelegenheit.

Ausdruck wurde 65 Mal vorgeschlagen

"Der Ausdruck ist seitdem aber auch in Deutschland zum Synonym und Sinnbild für eine der besorgniserregendsten Tendenzen im öffentlichen Sprachgebrauch, vor allem auch in den sozialen Medien, geworden", sagte Janich. Er stehe "für die sich ausbreitende Praxis, den Austausch von Argumenten auf Faktenbasis durch nicht belegbare Behauptungen zu ersetzen". Der Ausdruck war 65 Mal vorgeschlagen worden.

"Shuttle Service" und "Genderwahn" ebenfalls auf der Liste

Die Juroren rügten zudem den Begriff "Shuttle Service" im Zusammenhang mit Seenotrettungseinsätzen von Nichtregierungsorganisationen im Mittelmeer für Menschen, die in Schlauchbooten flüchten. Außerdem prangerten die Sprachwissenschaftler die Formulierung "Genderwahn" an. Mit diesem Ausdruck würden in konservativen bis rechtspopulistischen Kreisen zunehmend Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit in undifferenzierter Weise diffamiert.

20 Wörter schafften es in die engere Auswahl

Die sechsköpfige Experten-Jury hat "das Unwort des Jahres" und die beiden anderen Unwörter aus 684 verschiedenen Vorschlägen ausgesucht. Nur etwa 80 bis 90 dieser Vorschläge entsprachen überhaupt den Kriterien der sprachkritischen Aktion, wie Janich sagte. Daraus habe die Fach-Jury knapp 20 Wörter in die engere Wahl gezogen.

Zum "Unwort des Jahres" wird seit 1991 jedes Jahr ein Begriff gekürt, der gegen das "Prinzip der Menschenwürde" oder gegen "Prinzipien der Demokratie" verstößt, weil er einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminiere oder "euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend" sei. 2016 war die Wahl auf "Volksverräter" gefallen, 2015 auf "Gutmensch".

Sensibilität für Sprache fördern

Ziel der sprachkritischen Aktion ist es, auf öffentliche Formen des Sprachgebrauchs aufmerksam zu machen und dadurch das Bewusstsein und die Sensibilität für Sprache zu fördern. Die Jury wählt Formulierungen aus der öffentlichen Kommunikation, die gegen sachliche Angemessenheit oder die Humanität verstoßen. Die Wörter sollen zudem eine "gewisse Aktualität" haben und der Kontext, in denen sie gefallen sind, muss belegt sein.

Foto: dpa

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