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Glücksspiel-Boom im Netz: Experten fordern Aufsichtsbehörde
Glücksspiel-Boom im Netz: Experten fordern Aufsichtsbehörde
21.03.2018 - 20:41 Uhr
Stuttgart (lsw) - Angesichts eines Booms von illegalem Glückspiel im Internet fordern Experten eine nationale Aufsichtsbehörde.

Vor allem die Uneinigkeit der Bundesländer habe den Markt regelrecht aufblühen lassen, warnte Professor Tilman Becker, Leiter der bundesweit einzigartigen Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim, am Mittwoch beim 15. Glückspiel-Symposium in Stuttgart. Deutschland habe sich zu einem Paradies für illegales Glücksspiel entwickelt. Das Problem: "Ein Land hebelt alles aus", sagte Becker. Dank eines Regulierungsschlupflochs in Schleswig-Holstein könnten Online-Casinos ungehindert bundesweit um illegale Kundschaft werben.

In den letzten Jahren sei kein einziges Urteil gegen einen Online-Anbieter erfolgt, welches das Veranstalten und die Werbung für nicht genehmigte Glücksspiele unter Strafe gestellt hätte, erklärte Becker. Der Hohenheimer Rechtsprofessor Armin Dittmann hält eine Bundesaufsicht für möglich, obwohl das Glückspielmonopol bei den Ländern liege. Beispiel könne die Bankenaufsicht BaFin sein. Die Chancen dafür schätzt er jedoch als gering ein: Es gebe auch politisch keinen, der sich dieses Problems annehme.

Hohes Suchtpotenzial bei Online-Casinos

Dabei sei das Suchtpotenzial gerade bei Online-Casinos extrem hoch, wie Psychologie-Experte Tobias Hayer von der Uni Bremen berichtete. Hohe Taktung, schnelle Spiele, etwa am Handy seien um ein Vielfaches gefährlicher als das vergleichsweise langatmige Lotto-Spiel einmal oder zweimal die Woche. Einen Großteil ihrer Umsätze machten die illegalen Anbieter mit Süchtigen. Hayer schätzte die Zahl der problematischen oder gar süchtigen Spieler in Deutschland auf rund 500.000. Mit der Öffnung der Märkte etwa für Sportwetten erwarte er eine Steigerung. Zwar machten Sportwetten bisher einen kleinen Teil aus, jedoch seien sie oft ein Einstieg in andere Spiele.

Die Bruttospielerträge des illegalen Online-Marktes ohne Sportwetten haben sich nach Angaben von den Experten in den vergangenen drei, vier Jahren auf geschätzt mehr als zwei Milliarden Euro verdoppelt. Dem Staat dürfte dadurch weit mehr als eine halbe Milliarde Euro Steuern entgehen, hieß es. Der Glückspielmarkt im Internet werde zu 95 Prozent von illegalen Anbietern beherrscht.

Foto: dpa

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