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NABU prangert Giftspritzen der Bauern an
NABU prangert Giftspritzen der Bauern an
22.03.2018 - 19:38 Uhr
Stuttgart (lsw) - Am ersten Pestizidbericht für Baden-Württemberg hat sich ein heftiger Disput zwischen Naturschützern des NABU und Agrarminister Peter Hauk (CDU) entfacht. Während NABU-Landeschef Johannes Enssle am Donnerstag die anonymisierte Offenlegung der Mengen an ausgebrachten Pflanzengiften forderte, sprach Hauk verärgert vom "Mobbing der Landwirte" durch den NABU.

Wie viel Herbizide, Fungizide oder Insektizide die Landwirte, Obstbauern oder Winzer ausbringen, gehe die Bevölkerung im Grunde nichts an. Wichtig sei, wie viel davon tatsächlich am Ende in den Nahrungsmitteln lande, und das werde Jahr für Jahr penibel kontrolliert.

Dass der Einsatz von Pestiziden die Menschen nichts angehe, bezeichnete Enssle später als "bodenlose Frechheit" des Ministers. Grün-Schwarz habe ein Programm zur Pestizidreduzierung angekündigt, mit dem Bericht des NABU ziehe das zuletzt vorgebrachte Argument nicht mehr, es mangele an Daten und Fakten, um sich konkrete Ziele zu setzen. Die Naturschützer halten eine Halbierung des Pflanzengifts bis 2025 für möglich. Unterstützung gab es auch aus der Grünen-Fraktion: "Aus grüner Sicht muss die Pestizidreduktion ehrgeizig sein, klare Ziele setzen und überprüfbar sein. Da sind wir uns mit dem NABU einig", sagte die Abgeordnete Martina Braun.

Hauk betonte, Pflanzenschutzmittel würde "nicht aus Jux und Tollerei" eingesetzt, sondern um sensible Kulturpflanzen zu schützen und Erträge zu sichern. Der NABU versuche zu Unrecht, "unsere Bauern pauschal in die Ecke der ,Giftspritzer' und ,Umweltverschmutzer' zu stellen". Der Bericht bringe keinen Schritt weiter.

Zweifel an Zusammenhang zu Insektensterben

Der Minister bezweifelte zudem den Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Pestiziden auf den Feldern und dem Insektensterben der letzten Jahre. Schließlich sei dieses um Bio-Betriebe ähnlich hoch wie um andere. "Das konnte mir bisher keiner erklären."

Im Mittelpunkt müssten die ausgebrachten Mengen stehen. Man wolle die Mittel weniger und zielgerichteter einsetzen. Bei der Unkrautbekämpfung werde man mehr auf digitale Technik setzen. Neue Prognosemodelle könnten den Landwirten helfen, weniger Glyphosat und Co. einsetzen zu müssen.

Aus Sicht des Pestizidexperten der Grünen im Bundestag, Harald Ebner, ist der Zusammenhang zwischen Ackergiften und Insektensterben wissenschaftlich unumstritten. "Pestizidreduktion ist also im ureigenen Interesse der Bauern selbst", sagte Ebner. Aber sie brauche zielgerichtete, intensive, maßgeschneiderte Beratung, Förderung bei der Umstellung auf andere Bewirtschaftung und natürlich weitere Forschung an Alternativen.

Um Getreide, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln, Wein und Äpfel im Südwesten anzubauen, setzen Landwirte, Obstbauer und Winzer laut NABU-Bericht rund 2.300 Tonnen Pflanzengifte ein. Das umstrittene Herbizid Glyphosat ist demnach mit 203 Tonnen das am häufigsten eingesetzte Mittel, um unerwünschte Wildkräuter auf dem Acker abzutöten. Der Gifteinsatz führe zu einem Rückgang der Artenvielfalt. Zudem finde das Gift den Weg in die Nahrung. Grün-Schwarz müsse endlich Ziele zur Reduzierung aufstellen, forderte Enssle.

Foto: dpa

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