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Rassismusvorwürfe: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein
Rassismusvorwürfe: Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein
24.04.2018 - 17:51 Uhr
Baden-Baden (ket) - "Nationalsozialistische Parolen bei Fußballspiel" war die entsprechende Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Baden-Baden überschrieben, darunter zu lesen: "Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren ein". Es war die Bestätigung dessen, was der FV Ötigheim schon am Montag publik gemacht hatte.

Nur wurden diesmal auch die Gründe für die Einstellung jener beiden Verfahren genannt, die die Baden-Badener Staatsanwaltschaft im September letzten Jahres gegen zwei Spieler der Ötigheimer Reserve eingeleitet hatte.

Hintergrund: Einem der beiden FVÖ-Spieler wurde nach einer Partie der Kreisliga C 3 beim VFB Gaggenau vorgeworfen, einen dunkelhäutigen Spieler des Gegners mehrfach mit "Heil Hitler, du Scheiß-Nigger" beleidigt zu haben, ein anderer habe später gegenüber Zuschauern den Hitler-Gruß gezeigt.

Beide Fälle schlugen nicht nur medial hohe Wellen, sondern führten zu drastischen Konsequenzen: Beide Spieler wurden vom Bezirkssportgericht des Südbadischen Fußballverbands für jeweils neun Monate gesperrt. Und gegen beide wurde schließlich staatsanwaltschaftlich ermittelt. Just diese Ermittlungen wurden nun eingestellt. Laut Vereinsangaben vom Montag, "weil kein begründeter Verdacht für ein strafbares Verhalten" bestanden habe.

Zumindest in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft ist das in dieser Eindeutigkeit nicht formuliert. Laut dieser hätten die Ermittlungen "durch Vernehmung zahlreicher Zeugen" ergeben, dass zwar "mit hinreichender Wahrscheinlichkeit" davon auszugehen sei, dass die Worte "Heil Hitler, du Scheiß-Nigger" benutzt wurden, aber nicht für einen größeren, durch persönliche Beziehungen nicht zusammenhängenden Personenkreis bestimmt waren und auch nicht von einem solchen Personenkreis wahrgenommen wurden. Just dies aber sei nach obergerichtlicher Rechtsprechung Voraussetzung für ein Vergehen der Volksverhetzung.

Der Ausdruck "Scheiß-Nigger" wiederum sei, so Staatsanwalt Michael Klose gegenüber dem Badischen Tagblatt, zwar ein "Beleidigungsdelikt". Um es zur Anklage bringen zu können, hätte der beleidigte Spieler allerdings Strafantrag stellen müssen. Dies war nicht geschehen.

Was wiederum den Vorwurf des Hitlergrußes anbelangt, haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergeben, "dass nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit dieser nach § 86a Strafgesetzbuch verbotene Gruß gezeigt wurde". Laut Klose habe es vielmehr drei Zeugengruppen gegeben: Eine habe den Hitler-Gruß bestätigt, eine andere ihn eindeutig verneint, eine dritte Gruppe wiederum habe den ausgestreckten Arm gesehen, ohne ihn sicher als Hitlergruß identifizieren zu können. "Es ist möglich, dass es eine verunglückte Winkbewegung war", so Klose gegenüber dem BT.

Wie der Verein argumentiert und wie Thorsten Kratzner, der stellvertretende Geschäftsführer des Südbadischen Fußball-Verbandes die Einstellung des Verfahrens beurteilt, lesen Sie am Mittwoch im Badischen Tagblatt und ab 4 Uhr im E-Paper.

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