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"Sadistische Verbrechen": Soldat gesteht Missbrauch
'Sadistische Verbrechen': Soldat gesteht Missbrauch
09.05.2018 - 15:39 Uhr
Freiburg (lsw) - Ein Bundeswehrsoldat hat den sexuellen Missbrauch eines Jungen aus dem Raum Freiburg gestanden. Der 50 Jahre alte Stabsfeldwebel habe die Taten im nichtöffentlichen Teil der Verhandlung eingeräumt, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin am Mittwoch vor dem Freiburger Landgericht. Er habe zugegeben, den Jungen gemeinsam mit dessen Stiefvater zweimal vergewaltigt zu haben. Die Taten wurden den Angaben zufolge gefilmt, die Aufnahmen an andere weitergeleitet.

Der heute neun Jahre alte Junge aus Staufen bei Freiburg war laut Anklage mehr als zwei Jahre lang von Männern aus dem In- und Ausland vergewaltigt worden. Die 48 Jahre alte Mutter des Jungen und ihr 39 Jahre alter Lebensgefährte hätten ihn hierfür im Internet angeboten. Es gibt insgesamt acht Verdächtige. Der Soldat ist der zweite von ihnen, der in Freiburg vor Gericht steht. Ein Urteil soll es noch im Mai geben (Az.: 6 KLs 160 Js 33561/17).

Die Verbrechen an dem Kind seien mit großer Brutalität und Grausamkeit begangen worden, sagte die Chefermittlerin in dem Fall, die am Mittwoch als Zeugin aussagte. "Die Rechte des betroffenen Kindes wurden bewusst mit Füßen getreten", erklärte Staatsanwältin Nikola Novak. Es sei beschimpft und gedemütigt worden. Einer der Filme, auf dem die Taten zu sehen sind, wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit gezeigt. "Der Film ist so schrecklich, dass er kaum zu ertragen ist", sagte die Polizeibeamtin.

Unmengen kinderpornografisches Material sichergestellt

Festgenommen wurde der Soldat im vergangenen Oktober in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade in Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg im Elsass. Nach Angaben des Heeres ist er vorläufig des Dienstes enthoben und darf keine Uniform mehr tragen.

Bei dem Mann seien Unmengen kinderpornografischen Materials gefunden worden, sagte die Polizistin. Dabei gehe es auch um sexuellen Missbrauch von Babys, um Fesselungs- und Tötungsfantasien sowie um weitere sadistische Verbrechen an Kindern. Dies seien Vorlieben des Angeklagten, außerdem gebe es Hinweise auf mögliche frühere Taten. Zudem seien bei ihm eine Waffe sowie Seile gefunden worden.

Wegen sexueller Verfehlungen sei er in der Bundeswehr bereits auffällig gewesen und habe sich vor einem Truppengericht verantworten müssen. Er sei aber im Dienst geblieben. Seine Militärkollegen hätten nach eigener Aussage nichts von den Verbrechen gewusst.

Bei seinem Geständnis habe der Mann keine Reue oder Anteilnahme gezeigt, sagte die Staatsanwältin. Zudem habe er Verantwortung für die Taten auf andere geschoben. Er habe an dem ihm unbekannten Jungen "sadistische Verbrechen" begangen und führe ein Leben "abseits der Norm". Ziel müsse sein, die Gesellschaft vor ihm zu schützen. Die Anklage wolle daher neben einer langjährigen Haftstrafe vor allem Sicherungsverwahrung erreichen.

Foto: dpa

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