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Hundeattacke: "Todesfall mit Ansage"
Hundeattacke: 'Todesfall mit Ansage'
19.06.2018 - 17:26 Uhr
Sigmaringen (lsw) - Im Prozess um den tödlichen Angriff eines Hundes auf eine Frau in Stetten am kalten Markt (Kreis Sigmaringen) hat der Staatsanwalt Bewährungsstrafen für die Angeklagten gefordert. Das Ehepaar habe sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, erklärte der Staatsanwalt am Dienstag in der Verhandlung am Amtsgericht Sigmaringen.

"Das war ein Todesfall mit Ansage", sagte er in seinem Plädoyer. Hätten die Angeklagten den Hund richtig gehalten und dessen augenscheinlich verbrauchtes Halsband rechtzeitig ausgetauscht, wäre das Unglück aus seiner Sicht zu vermeiden gewesen. Ein Hund der Rasse Kangal hat am 30. Mai 2017 eine 72-jährige Spaziergängerin angefallen und tödlich verletzt, nachdem sein Halsband, an dem er auf einem Grundstück angeleint war, gerissen war. Für die 44 Jahre alte Frau, die den Hund auf ihrem Grundstück hielt, forderte der Staatsanwalt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

"Katastrophale Haltungsbedingungen"

Ihr 48 Jahre alter, getrennt von ihr lebender Ehemann, der den Hund beschafft hatte, soll demnach eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren erhalten. Außerdem sollen beide dem Witwer jeweils 2.000 Euro bezahlen.

Eine Tierärztin hatte zuvor als Sachverständige ein katastrophales Bild von den Haltungsbedingungen des Hundes gezeichnet. Bezogen auf die Tierschutz-Hundeverordnung sagte sie: "Alles, was da drinsteht, wurde nicht erfüllt."

20 Katzen und drei Hunde

Der Hund war nach Angaben des Vorbesitzers nicht aggressiv. Erst drei Wochen vor dem Unglück hat der Angeklagte ihn übernommen und bei seiner Ehefrau untergebracht. Die 44-Jährige hat nach Angaben eines psychiatrischen Gutachters eine Persönlichkeitsstörung. Die Frau hielt laut Staatsanwaltschaft 20 Katzen und zunächst zwei Hunde. Zur Frage, warum sie den dritten Hund aufgenommen habe, sagte der Gutachter: "Sie wollte den Tieren gegenüber und ihrem Mann gegenüber funktionieren."

Symbolfoto: dpa

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