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Erdbeersaison endet früher als üblich
Erdbeersaison endet früher als üblich
29.06.2018 - 07:13 Uhr
Bruchsal (red) - Hochsommerliche Temperaturen im Mai und eine ausbleibende Kältephase haben Erdbeeren in dieser Saison schneller reifen lassen. Die Folge war, dass Erdbeeren, die normalerweise zwei Wochen später reifen, zusammen mit verfrühten Erdbeeren aus dem geschützten Anbau geerntet werden mussten. Dies führte zu hohen Erntemengen in kurzer Zeit - und das bei Erntehelfermangel.

Viele Betriebe konnten die schnelle Abfolge der anfallenden Erntewellen nicht bewältigenund waren gezwungen, Flächen aus der Ernte zu nehmen. Bei dem Überangebot fielen die Preise sehr schnell und können sich nun erst mit sinkenden Erntemengen langsam etwas erholen.

In Süd- und Mitteldeutschland hat bereits ein Großteil der Erdbeeranbaubetriebe die Ernte eingestellt oder wird dies demnächst tun. Spätsorten wie Malwina oder Terminkulturen sind noch in der Ernte. In Norddeutschland ist noch Hauptsaison, die aber ebenfalls früher, bereits Mitte Juli abklingen wird.

Handel steigt zu spät in den Markt ein

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) waren in diesem Jahr lange Importerdbeeren in den Lebensmittelketten zu finden. Viele Anbauer und Erdbeeranbauberater stellten für diese Saison eine große Abweichung von dieser Norm fest: "Der Handel ist viel zu spät in den deutschen Markt eingestiegen und hat in der Hochsaison die Tatsache, dass es eine hohe Menge an Erdbeeren gab, von Anfang bis Ende ausgenutzt. Die Früchte werden preislich nicht honoriert. Zu diesen Preisen können Betriebe nicht produzieren und existieren. Mit diesem Umsatz kann man nicht kalkulieren und Rücklagen für Investitionen bilden", resümiert Christof Steegmüller, Erdbeeranbauberater in Baden-Württemberg und der Pfalz.

Hürden für Arbeitskräfte des Westbalkans senken

Die Arbeitsspitzen konnten durch den Mangel an Erntehelfern weder aufgefangen noch abgefedert werden. Tendenziell bestand bei vielen Betrieben Personalnot. "Diese wird sich auch in Zukunft verschärfen", erklärt Schumacher, "denn in Polen und Rumänien läuft es wirtschaftlich besser, und zusätzlich konkurrieren die Erdbeeranbauer mit Arbeitsangeboten anderer Branchen, die körperlich weniger anstrengend sind und teilweise auch eine berufliche Perspektive bieten. Deswegen ist es wichtig, dass man den Zugang zu Arbeitskräften aus dem Westbalkan verbessert und aus der Ukraine ermöglicht und zudem die Drei-Monate- oder 70-Tage-Regelung für die sozialversicherungsfreie, kurzfristige Beschäftigung beibehält."

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