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Alle Umleitungen führen nach Bischweier
Alle Umleitungen führen nach Bischweier
30.06.2018 - 17:23 Uhr
Gaggenau (ham) - In München sind Staus und großräumige Umfahrungen täglich Brot wie die Maß Weißbier zum Abendessen, das weiß man als weltmännischer Autofahrer natürlich, ohne blauweiß zu sein! Daher verwundert es auch wenig, dass die Umleitungen bis tief ins Murgtal hineinreichen können.

Bei den derzeitigen 315 Kilometer langen Rückstaus auf der B462 muss der Fahrer jedoch keine Sorgen haben. Bekanntlich führen ja alle Wege nach München. Deshalb führen hier auch alle Umleitungen zwischen Kuppenheim und Gaggenau zurück nach Bischweiler! Um genau zu sein: zur berühmten Baumschule Bischweiler in München.

Andere Autofahrer mutmaßen fälschlicherweise, dass es sich um Tippfehler auf den Schildern handelt und die Umleitungsschilder einen nach Bischwiller - dem früheren Bischweiler - geleiten wollen. Auch wenn derzeit viele aus der Spur geratene deutsche Fußball-Fans gerne auswandern würden, um sich nach der WM-Vorrunde einer erfolgsverwöhnten Nationalelf wie der gallischen Équipe Tricolore anzuschließen, sollen die Schilder nicht als Orientierungshilfe ins knapp 50 Kilometer entfernte elsässische Bischwiller dienen.

Umleitungsschilder von der Baumschule Bischweiler einfach wiederverwertet?

Böse Zungen lästern derweil, der "Özil unter den Schilder-Auftraggebern" sei auf der B462 am Werk gewesen und habe blind agiert wie der Ex-Regisseur bei seinen Fehlpässen. Einfach mal Augen zu, was genuschelt beim Treffen mit dem Präsidenten aller Schildbürger und sich hernach zum Fauxpas nie mehr geäußert. Kann ja mal passieren, dass bei "Bischweier" ein "l" wie Löw zu viel reinrutscht!

Doch setzen wir die rosarote Brille auf: Womöglich hat er einfach Tausende von Euro sparen wollen und die einstigen Umleitungsschilder von der Baumschule Bischweiler löblich wiederverwertet? Und wenn nicht: Dafür, dass der "Özil unter den Schildbürgern" gewiss als Kind die Baumschule besuchte, hat er es super gemacht! Zehn der elf Buchstaben sind am rechten Fleck. Damit hat er mehr als 90 Prozent der Zweikämpfe mit den Lettern gewonnen! Diese außerordentlich hohe Quote hätte jeden deutschen Fußball-Fan jauchzen lassen! Ob der Macher dieser elf Buchstaben zurücktritt, bleibt noch offen. Er müsse erst einmal "die Leistung der Elf schonungslos analysieren und eine Nacht drüber schlafen", kündigte er an.

Klar war immerhin: Wäre das Rot-gefährdete "l" nicht von sich aus nach der Schild-Blamage abgetreten, wäre es auf Gemarkung Bischweier lebenslang gesperrt gewesen! Das "Bischweiler"-Schild wurde zwischenzeitlich gegen "Bischweier" ausgetauscht.

Foto: Metz

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