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Hitze hat Folgen für Schifffahrt und Fische
Hitze hat Folgen für Schifffahrt und Fische
26.07.2018 - 18:59 Uhr
Stuttgart (lsw) - Temperaturen über 30 Grad und Regen höchstens als Gewitterschauer: In Baden-Württemberg sorgt der Sommer für große Trockenheit. Auf dem Oberrhein können Schiffe nur noch mit halber Ladung fahren; der Energieversorger EnBW hat die Leistung eines Kraftwerksblocks in Karlsruhe gedrosselt, um die Erwärmung des Flusswassers nicht weiter zu beschleunigen. Naturschützer befürchten bereits Schaden für Fische.

Von Niedrigwasser betroffen seien hauptsächlich kleine und mittlere Gewässer, teilte die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg am Donnerstag mit. Von Februar bis Juni seien im Südwesten nur rund zwei Drittel des zu erwartenden Niederschlags gefallen. An rund 45 Prozent der Pegel sei der Wasserstand bereits unter den niedrigsten Wert eines durchschnittlichen Jahres gefallen.

Wasserstand im Rhein noch über Niedrigwasserstand

Am Bodensee in Konstanz lag der Pegel am Donnerstagmorgen bei 3,39 Metern und damit 65 Zentimeter unter dem üblichen Mittelwert für Juli. Im Untersee des Bodensees bei Radolfzell sank der Wasserstand auf den bisher niedrigsten Stand in einem Juli. Am Rhein bei Karlsruhe (Pegel Maxau) liegt der Wasserstand aktuell zwischen 3,90 und 4,00 Metern und damit rund 15 Zentimeter über dem jährlichen Niedrigwasserstand. In Neckar und Donau liegen die Wasserstände ebenfalls noch etwas oberhalb des mittleren Niedrigwassers.

Für die kommenden Tage rechnet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) wegen des trockenen und heißen Wetters mit weiter sinkenden Wasserständen. Einzelne Schauer oder Gewitter könnten zwar zu lokalen Anstiegen führen, an der Situation aber nichts ändern. EnBW drosselt Leistung von Kraftwerksblock

Bei tagelanger Hitze und Sonnenschein erwärmte sich das Wasser des Rheins inzwischen auf Werte um 25 Grad. Der Energieversorger EnBW drosselte nach Angaben einer Unternehmenssprecherin die Leistung eines Kraftwerksblocks in Karlsruhe. So wird der Eintrag von Wärme in den Fluss über das Kühlwasser reduziert.

Nach LUBW-Messungen betrug die Wassertemperatur in Karlsruhe am Donnerstagvormittag 25,9 Grad, der Sauerstoffgehalt lag bei 7,6 Milligramm pro Liter. Sauerstoffwerte unter 4,0 Milligramm und Temperaturen über 28 Grad gelten als kritisch für Fische. Neckar und Donau haben je nach Messstelle einige Grad geringere Wassertemperaturen als der Rhein und Sauerstoffwerte zwischen fünf und zehn Milligramm je Liter. In kaltem Wasser kann mehr Sauerstoff gelöst werden als in warmem Wasser.

Fischsterben im Rhein befürchtet

Der schweizerische Fischereiverband erwartet bereits ein Fischsterben. "Ich rechne schon nächste Woche mit der Tragödie", sagte Geschäftsführer Philipp Sicher. Zwischen Schaffhausen und dem Untersee westlich des Bodensees müsse mit Tausenden toten Fischen gerechnet werden. Der Rhein habe dort schon 25 Grad Wassertemperatur. 27 Grad sei für die Fische tödlich. "Wir müssen tatenlos zusehen", sagte Sicher.

Ideales Wetter für Borkenkäfer

Die anhaltende Hitze setzt auch Bäumen zu. Sie seien anfälliger für pflanzenfressende Insekten und Krankheiten, sagte Nabu-Landeschef Johannes Enssle. Fichten könnten durch fehlende Feuchtigkeit nicht ausreichend Harz als Abwehrsubstanz produzieren und leichter von Borkenkäfern befallen werden. "Der Borkenkäfer entwickelt sich bei Trockenheit und Wärme besonders gut", sagte Enssle.

Foto: dpa

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