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Abschlussbericht zu Staufener Missbrauchsfall
Abschlussbericht zu Staufener Missbrauchsfall
06.09.2018 - 11:32 Uhr
Freiburg (lsw) - Schwerster Missbrauch eines kleinen Jungen in Staufen bei Freiburg ist trotz Warnungen lange unentdeckt. In dem grausamen Fall haben die beteiligten Behörden in einem am Donnerstag vorgestellten Abschlussbericht Fehler und Versäumnisse eingeräumt.

Nicht alle Erkenntnismöglichkeiten seien ausgeschöpft worden, heißt es. Vorhandene Informationen seien "nicht frühestmöglich" weitergegeben worden.

"Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Sondern wir wollten die Vorgänge fachmännisch aufarbeiten", sagte der Präsident des Oberlandesgerichtes (OLG) Karlsruhe, Alexander Riedel, am Donnerstag in Freiburg. Jeder würde das Geschehene gerne ungeschehen machen. "An erster Stelle steht das Bedauern über das Schicksal des Jungen, das nicht rückgängig zu machen ist", sagte Riedel.

Die Arbeitsgruppe des OLG Karlsruhe sowie des Amtsgerichts Freiburg und des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald empfahl unter anderem, dass das Jugendamt künftig alle Einschätzungen und Informationen zu einem Fall unverzüglich an beteiligte Gerichte weitergibt.

Justiz und Behörden hatten die Vorgänge rund um den Fall in den vergangenen Wochen intern aufgearbeitet. Eine Aufarbeitung auf Landesebene steht noch aus und soll mittels einer interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) aus Sozial-, Justiz- und Innenministerium geleistet werden.

Das Opfer - ein heute zehn Jahre alter Junge - war mehr als zwei Jahre von seiner Mutter und deren Lebensgefährten vergewaltigt und an andere Männer verkauft worden. Das Paar ist bereits verurteilt. Den Behörden waren in dem Fall schwere Fehler vorgeworfen worden. Unter anderem wurde ein Kontaktverbot des einschlägig vorbestraften Lebensgefährten zu Kindern nicht überwacht. Das Kind wurde außerdem nach vierwöchiger Inobhutnahme zurück in die Familie geschickt - ohne angehört zu werden und einen Rechtsbeistand zu bekommen.

Symbolfoto: dpa

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