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Teures Gemüse: Trockener Sommer fordert Tribut
Teures Gemüse: Trockener Sommer fordert Tribut
24.09.2018 - 21:26 Uhr
Von Annika Grah

Berlin/Bonn (dpa) - Hitze und Trockenheit haben Bauern im Land in diesem Sommer zu schaffen gemacht. Viele fürchteten um ihre Ernte. Obst- und Gemüsebauern zeichnen nun zum Herbstanfang ein durchwachsenes Bild.

Äpfel, Birnen und Kirschen: Nach der mauen Ernte im vergangenen Jahr hängen die Apfelbäume in diesem Jahr voll. 2017 hatte ein später Frost den Apfelbauern zugesetzt. Noch im August waren Äpfel deswegen gut ein Fünftel teurer als vor einem Jahr, doch schon in der vergangenen Woche sanken die Preise. Denn in diesem Jahr rechnen Experten wie Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband mit fast der doppelten Menge - und den entsprechenden Auswirkungen auf die Preise. Laut Statistischem Bundesamt wird die Apfelernte bei 1,1 Millionen Tonnen liegen - 82 Prozent mehr als im Vorjahr und knapp 17 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch bei Birnen erwartet die Wiesbadener Behörde eine Verdopplung der Erntemenge auf 46.800 Tonnen. Ähnlich sah es bei den Kirschen aus.

Kartoffeln: Die "tolle Knolle" hingegen hatte unter der Trockenheit zu leiden. "Bei den Kartoffeln fällt die diesjährige Ernte geringer aus als 2017, als wir überreichlich Kartoffeln hatten und der Preis im Keller lag", sagt Umhau. Er rechnet mit einem Preisanstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - schon im August mussten Verbraucher nach Daten der AMI zehn Prozent mehr für ein Kilogramm Kartoffeln ausgeben. Das sei aber nicht nur der Dürre, sondern auch der niedrigen Basis im vergangenen Jahr geschuldet, als das große Angebot die Preise drückte, so Martin Umhau von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).

Salate: Auch bei anderen im Freiland angebauten Gemüsesorten sieht man diesen Effekt. Bei Kopf- und Eissalat registrierte das Statistische Bundesamt schon im August einen deutlichen Preisanstieg. Salate werden auf großen Flächen angebaut und brauchen bei hohen Temperaturen viel Wasser. Und selbst das hat auf den ausgetrockneten Böden mancherorts nicht ausgereicht. Im August mussten die Verbraucher nach Daten der AMI gut 27 Prozent mehr für Kopfsalat als im Vorjahresmonat ausgeben, beim Eissalat waren es sogar rund 70 Prozent mehr.

Möhren und Zwiebeln werden ebenfalls auf dem Feld angebaut. Auch hier hat die Witterung die Erträge gedrückt. Bei den Zwiebeln fällt die Ernte in diesem Jahr Schätzungen zufolge gut ein Viertel kleiner aus als im Durchschnitt.

Gurken: Salatgurken waren Anfang September so teuer wie lange nicht mehr. Kurzzeitig lagen sie im Schnitt bei mehr als einem Euro je Stück. Ein Preis, der selbst im Winter selten verlangt wird. Grund war ein Engpass, da etliche Erzeuger in mehreren Ländern ihre alten Pflanzen herausgenommen und neu gepflanzt hatten, erklärt Michael Koch, AMI-Marktanalyst für den Gartenbau. Den im Gewächshaus gehaltenen, empfindlichen Pflanzen setze aber auch die Hitze zu.

Tomaten: Sommergemüse wie Zucchini, Auberginen oder Tomaten wird zu 80 Prozent in Gewächshäusern unter kontrollierten Wachstumsbedingungen produziert. Hier hat die Witterung eigentlich wenig Einfluss. Im Sommer, als in ganz Europa Tomaten geerntet wurden, gingen die Preise wie üblich in den Keller. Dank der warmen Temperaturen waren die Tomaten in Deutschland und den Beneluxstaaten schneller reif als sonst, was den Effekt verstärkte. Rispentomaten kosteten im August deshalb auch 16 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Co.: Bei den sogenannten feineren Kohlarten war das Angebot hingegen knapp. Für Blumenkohl etwa registrierte die AMI Anfang September einen Preis von 1,84 Euro je Stück - im Vorjahr lag der nur etwas über einem Euro. Auch bei Kohlrabi und Brokkoli zogen die Preise an. Beim Brokkoli registrierte die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse im August einen Preisanstieg von sechs Prozent. Hier gab es witterungsbedingte Ausfälle auf den Feldern, und auch auf Importe aus dem europäischen Raum konnte nicht zurückgegriffen werden.

Foto: dpa

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