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Millionendeals in Baden-Baden
Im Kongresshaus sowie in den Hotels der Stadt kommen jedes Jahr im Herbst rund 2 000 Experten zusammen. Foto: Volz
21.10.2018 - 10:05 Uhr
Von Jürgen Volz

Baden-Baden - Es sind Wetterextreme wie Hurrikans, Erdbeben und Dürreperioden, die für Versicherungen ein erhebliches Risiko darstellen. Ein Jahr, nachdem die Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria" in Teilen der USA und der Karibik Milliardenschäden anrichteten, geht es beim Treffen der Rückversicherungsbranche ab heute in Baden-Baden wieder darum, wer für die Folgen solcher Katastrophen künftig geradesteht - und wie viel Geld er dafür bekommt. Es stehen hohe Millionensummen im Raum.

Das "Baden-Baden Reinsurance Meeting" findet bereits zum 48. Mal statt. Es hat Tradition, dass Rückversicherer wie Munich Re und Hannover Rück mit Großkunden wie Allianz oder AIG die Vertragskonditionen für das nächste Jahr aushandeln. Das ist bisweilen kein leichtes Unterfangen, weshalb sich die Branche gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit trifft, um die Verträge unter Dach und Fach zu bringen. Im September ist Monte Carlo der Schauplatz für den Aufgalopp. Dort gibt es erste Sondierungen, ehe einen Monat später in Baden-Baden die finalen Gespräche stattfinden.

Hotels und Restaurants ausgebucht

Die mehr als 2.000 Gäste, die erwartet werden, sorgen dafür, dass die Hotels über fünf Tage ausgebucht und die Restaurants voll sind. Und auch im Einzelhandel lassen die Vertreter von Unternehmen aus aller Welt beim Shopping den einen oder anderen Euro.

Gleichwohl geht es in Baden-Baden knallhart ums Geschäft. Das wiederum war in den letzten Jahren eher mau - die Preise blieben auf breiter Front im Keller. Obwohl Naturkatastrophen die weltweite Versicherungsbranche 2017 mit rund 135 Milliarden US-Dollar so teuer zu stehen kamen wie nie zuvor, dürften die Preise für Rückversicherungsschutz in diesem Jahr allenfalls um bis zu fünf Prozent steigen, sagen Branchenexperten voraus.

Nach Berechnungen des Rückversicherungsmaklers Aon Benfield standen Ende März weltweit insgesamt 610 Milliarden Dollar für Rückversicherungsrisiken bereit, rund fünf Milliarden mehr als im Vorjahr - und das trotz der hohen Katastrophenschäden.

Großanleger mischen im Geschäft mit Katastrophenrisiken mit

Das hat einen Grund: Während das Kapital klassischer Rückversicherer wie Munich Re und Hannover Rück mit rund 515 Milliarden Dollar auf dem Niveau der beiden Vorjahre verharrt, pumpen Großanleger wie Pensions- und Hedgefonds weiteres Geld in Katastrophenanleihen und andere Finanzvehikel und mischen so im Geschäft mit Katastrophenrisiken mit. Inzwischen summiert sich dieses sogenannte alternative Kapital im Rückversicherungsmarkt auf fast 100 Milliarden Dollar.

Für die Branche, deren Geschäftsmodell die Risiken von Stürmen, Hochwasser und Dürre sind, ist der Klimawandel ein ernstzunehmendes Thema. Die Zahl unwetterbedingter Großschäden nimmt zu. Das fördert generell die Nachfrage nach Versicherungsschutz und bietet den Unternehmen Wachstumschancen.

Dürreschäden spielten bislang kaum eine Rolle

Allerdings nicht überall: Dass beispielsweise die diesjährigen Dürreschäden in Deutschland bei den Versicherern bisher kaum zu Buche schlagen, liegt daran, dass hiesige Landwirte ihre Felder eher gegen Hagel als gegen Dürre versichert haben. Zudem sind die Prämien für den Schutz hoch, und nicht jeder Landwirt kann oder will sich das leisten.

Weltweit verlief das Jahr 2018 für die Rückversicherungsbranche bisher recht glimpflich. Der Munich Re zufolge beliefen sich die versicherten Naturkatastrophenschäden im ersten Halbjahr auf 17 Milliarden US-Dollar. Wintersturm "Friederike", der im Januar in Deutschland und anderen Ländern Europas wütete, brachte mit 1,7 Milliarden Euro den höchsten Schaden.

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