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KSC- Mitgliederversammlung: KSC moderat im Minus
KSC- Mitgliederversammlung: KSC moderat im Minus
23.10.2018 - 11:16 Uhr

Von Frank Ketterer

Karlsruhe - Es hätte durchaus Musik drin sein können in der Mitgliederversammlung des Karlsruher SC am Montagabend. Doch obwohl die über 600 Versammelten in der Neureuter Badnerlandhalle über vier Stunden brauchten, um die 19 Tagesordnungspunkte abzuarbeiten, blieben größere Aufreger oder gar Tumulte aus.

In etwa so dürften sich das die KSC-Verantwortlichen vorgestellt haben, schließlich soll der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe bereits heute Nachmittag, also keine 24 Stunden nach der Zusammenkunft der Mitglieder, endgültig grünes Licht für den Bau eines neuen Stadions geben.

Für das diesbezüglich vom Verein und seinen Mitgliedern herbeigesehnte "Ja" wäre eine unruhig oder gar rebellisch verlaufene Versammlung gewiss nur kontraproduktiv gewesen. Entsprechend ruhig verlief der gestrige Abend zumindest weitgehend. Wenig bis nichts zu spüren war jedenfalls von jener "Zeit, dass Ingo geht"-Stimmung, die sich in Anspielung auf das nunmehr achtjährige Wirken von Vereinspräsident Ingo Wellenreuther zuletzt im Wildpark eingenistet hatte. Stattdessen lag eine Art "Friede, Freude, Eierkuchen"-Atmosphäre in der Luft.

Abgelaufenes Geschäftsjahr: Minus von lediglich 86.000 Euro

Dieser förderlich dürfte nicht zuletzt auch das wirtschaftliche Zahlenwerk gewesen sein, das Vereinsboss Wellenreuther präsentierte. Laut diesem hat der Verein zum am 30. Juni 2017 zu Ende gegangenen Geschäftsjahr in seinem ersten Drittligajahr nach dem Abstieg im Sommer 2016 ein Minus von lediglich 86.000 Euro zu verzeichnen. Dies sei, so erläuterte Wellenreuther, den Mehreinnahmen im Merchandising sowie bei den Zuschauern (das Stichwort hierzu lautet Relegation), der Umsetzung eines Kostensenkungprogramms sowie den Zuwendungen von Gönnern und Unterstützern wie etwa Vizepräsident Günter Pilarsky in Millionenhöhe zu verdanken.

Wellenreuther widerspricht Berichten, dass der Verein auf einem Schuldenberg sitzt

Vehement wehrte sich der Klub-Boss gegen Berichte, nach denen der KSC einen Schuldenberg von rund 20 Millionen Euro angehäuft habe und somit schon bald die Lichter im Wildpark ausgehen würden. In diesem Zusammenhang legte Wellenreuther Wert auf die Feststellung, dass es sich bei den von Unterstützern und Gönnern ausgestellten Besserungsscheinen im Gesamtumfang von rund 9,7 Millionen Euro aktuell nicht um zu bilanzierende Verbindlichkeiten handele. "Das sind keine Schulden", hob der Präsident hervor.

Kölmel-Vertrag offenbar ablösbar

Auch die Vermarktungsverträge mit dem Sportrechtehändler Michael Kölmel ordnete Wellenreuther als weniger dramatisch ein als zuletzt kolportiert. Derzeit stünden noch 12,75 Millionen Euro bis zur Begleichung der auf 21 Millionen festgesetzten Rückzahlungsobergrenze aus. Zum 1. Juli nächsten Jahres könnte sich der Verein für rund 7,6 Millionen vorzeitig aus dem Kontrakt herauskaufen. Diese Option sei allerdings keine einmalige Möglichkeit, sondern bestehe danach jährlich. Entsprechend scheint der Verein diesbezüglich nicht die allerhöchste Dringlichkeit zu sehen, nicht zuletzt, weil die jährlich zu leistenden Zahlungen an Kölmel zumindest in der Dritten Liga (rund 80.000 Euro) einigermaßen überschaubar sind.

Scheitert Stadionbau am Parkhaus?

"Sie sehen, das Licht brennt noch", schloss Wellenreuther diese beiden Themenfelder relativ zügig ab. Bei einem anderen Punkt gelang dies selbst dem rhetorisch geschickten CDU-Bundestagsabgeordneten nicht so mühelos. Der Bau des Parkhauses, das aus den bisher mit der Stadt Karlsruhe getroffenen Vereinbarungen aus Kostengründen herausgenommen werden muss, um den geplanten Gesamtkostenrahmen von 123 Millionen Euro einhalten zu können, und das der KSC nun selbst finanzieren möchte - die Kosten hiefür bezifferte Wellenreuther gestern auf sieben bis acht Millionen Euro - warf bei den Mitgliedern zahlreiche Fragen auf. Letztendlich war es die Befürchtung, das komplette Stadionbauprojekt könne auf den letzten Metern doch noch scheitern, die in die große Zustimmung zur Eigenfinanzierung des Parkhauses durch den Verein mündete. Auch weitere heikle Anfragen, etwa über das Ausscheiden von Ex-Geschäftsführer Helmut Sandrock, umkurvte Wellenreuther geschickt. Auch seine Ausführungen zum Stand der geplanten Ausgliederung der Profiabteilung gegen Ende der langatmigen Veranstaltung wurden von den Mitgliedern zum Großteil wohlwollend aufgenommen.

Foto: GES

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