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Kampfkandidatur um SPD-Vorsitz in Baden-Württemberg
Kampfkandidatur um SPD-Vorsitz in Baden-Württemberg
24.11.2018 - 06:36 Uhr
Sindelfingen (lsw) - Der wochenlange Wettstreit um den SPD-Vorsitz in Baden-Württemberg geht am Samstag in die entscheidende Runde. Auf dem Parteitag in Sindelfingen (Landkreis Böblingen) stellen sich Landtagsfraktionschef Andreas Stoch und der Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci einer Kampfkandidatur.

Die Noch-Vorsitzende Leni Breymaier will nach zwei schwierigen Jahren im Amt nicht wieder kandidieren. Sie hatte zwar das SPD-Basisvotum zum Vorsitz knapp gewonnen. Jedoch warf sie das Handtuch, weil sie ihren Rückhalt in der Partei als zu gering empfand. Castellucci bleibt bei seiner Kandidatur, obwohl er das Basisvotum verloren hat.

Viele Delegierte wohl noch unentschlossen

Sowohl Castellucci als auch Stoch haben Truppen aus der Partei hinter sich versammelt. Castellucci erhält Unterstützung von vielen Jusos und den sogenannten Netzwerkern, die in den vergangenen Jahren viele entscheidende Posten in der Partei und in der früheren grün-roten Regierung innehatten. Stoch dürfte auf Zuspruch von der Parteilinken hoffen. Möglicherweise sind noch viele Delegierte unentschlossen.

Wer von den beiden Männern eine Mehrheit bekommt, ist offen. Im ersten Wahlgang ist zum Sieg eine absolute Mehrheit nötig - also mehr als 50 Prozent. Im zweiten Wahlgang reicht die relative Mehrheit. Sollte Stoch gewinnen, hätte er mit dem Fraktions- und dem Parteivorsitz zwei wichtige Ämter auf sich vereint. Damit stiegen seine Chancen auf die SPD-Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2021.

Gesamter Landesvorstand wird neu gewählt

Der gesamte Landesvorstand der Südwest-SPD wird am Samstag neu gewählt. Da auch Breymaiers Generalsekretärin Luisa Boos abtritt, muss der Posten ebenfalls neu besetzt werden. Einziger Kandidat dafür ist bislang Stochs Innenexperte im Landtag, Sascha Binder.

SPD kam in September-Umfrage auf elf Prozent

Die SPD ist im Südwesten in einer desolaten Situation: In einer Umfrage vom September kam sie nur noch auf elf Prozent. Bei der Landtagswahl 2016 hatte sie mit 12,7 Prozent bereits einen Tiefschlag erlitten. Im Landtag ist sie noch mit 19 Abgeordneten vertreten. Die Partei hat im Südwesten rund 36.000 Mitglieder.

BT-Korrespondentin Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer ist vor Ort und berichtet vom Landesparteitag.

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