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Terrorverdächtiger erschossen
Terrorverdächtiger erschossen
14.12.2018 - 07:39 Uhr
Straßburg (dpa/red) - Nach einer zweitägigen Großfahndung hat die Polizei den mutmaßlichen Straßburg-Attentäter Chérif Chekatt getötet. Er soll für den blutigen Terroranschlag in der elsässischen Metropole mit drei Toten verantwortlich sein. Die Terrormiliz IS reklamierte die Tat für sich.

Staatspräsident Präsident Emmanuel Macron dankte den Sicherheitskräften in der Nacht zum Freitag via Twitter: "Unser Engagement gegen den Terrorismus ist uneingeschränkt", schrieb Macron. Drei Polizisten machten am Donnerstagabend gegen 21 Uhr den Verdächtigen auf der Straße aus, wie der französische Innenminister Christophe Castaner berichtete. Als sie den Verdächtigen verhaften wollten, habe dieser das Feuer eröffnet. Die Polizei habe den Angriff erwidert und den Täter getötet.

Der Attentäter hatte am Dienstagabend mitten in der Weihnachtssaison das Feuer in der geschmückten Straßburger Innenstadt eröffnet. Er habe "Allahu Akbar" ("Gott ist groß" auf Arabisch) gerufen, berichtete Chefermittler Rémy Heitz unter Berufung auf Zeugen.

Im Gefängnis radikalisiert

Der mehrfach vorbestrafte mutmaßliche Angreifer soll sich im Gefängnis radikalisiert haben. Der gebürtige Straßburger mit nordafrikanischen Wurzeln saß wegen schweren Diebstahls auch in Deutschland in Haft. Frankreich wird seit Jahren vom islamistischen Terror getroffen. Fast 250 Menschen wurden dabei aus dem Leben gerissen.

IS reklamiert Tat für sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Der Angreifer sei ein Soldat des Islamischen Staates gewesen, meldete das IS-Sprachrohr Amak. In der Amak-Meldung heißt es, der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bürger aus den Staaten der Koalition anzugreifen. Damit ist die internationale Anti-IS-Koalition gemeint, die in Syrien und im Irak im Einsatz ist. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht überprüfen - sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS verbreitet.

Die Zahl der Todesopfer des Anschlags war zuletzt von zwei auf drei gestiegen. Ein viertes Opfer sei hirntot, bestätigte die Staatsanwaltschaft.

Markt öffnet wieder

Innenminister Castaner blieb in Straßburg, da er am Freitagvormittag bei der Wiedereröffnung des traditionellen Weihnachtsmarkts im Herzen Straßburgs dabei sein will. Der Markt, eine überregional bekannte Touristenattraktion, war nach dem Anschlag aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.

Großfahndung

Deutsche und französische Behörden hatten im großen Stil mit etlichen Beamten und einem Fahndungsaufruf nach dem polizeibekannten mutmaßlichen Attentäter gesucht. Die Bundespolizei fahndete im deutsch-französischen Grenzgebiet, auch Spezialkräfte waren im Einsatz. Die französische Polizei hatte ein Fahndungsfoto des radikalisierten Gefährders samt Täterbeschreibung veröffentlicht.

Kontrolle in Karlsruhe

Im Zuge der Fahndung kam es am späten Donnerstagnachmittag auch zu einer Kontrollaktion in der Karlsruher Innenstadt. Ein Bürger hatte laut Polizei gegen 17 Uhr zwei verdächtige Fahrzeuge mit französischen Kennzeichen und deren Insassen gemeldet. Die Polizei kontrollierte deshalb im Bereich des Ettlinger Tors. Nach den Fahndungsmaßnahmen konnten sämtliche Personen angetroffen und kontrolliert werden. Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den Kontrollierten um aus Frankreich stammende, unbescholtene Besucher eines Einkaufszentrums, teilte die Polizei mit.

Foto: dpa

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