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Annäherung bei Zulieferer HBPO
Annäherung bei Zulieferer HBPO
20.12.2018 - 11:30 Uhr
Rastatt (red/ema) - Die Warnstreiks beim Automobilzulieferer HBPO im Industriepark des Rastatter Mercedes-Benz-Werks haben nach Auffassung der IG Metall (IGM) Gaggenau die Fronten aufgeweicht. IGM-Verhandlungsführer Bodo Seiler spricht in einer Pressemitteilung von einem "Umdenken" bei der Geschäftsleitung.

Am Montag trafen beide Seiten erneut zusammen; Seiler sieht eine "vorsichtige Annäherung". "Die Arbeitgeberseite ist nunmehr bereit, mit uns über einen Tarifvertrag zu verhandeln und hat bereits ein erstes Angebot unterbreitet. Der Zusammenhalt der Kolleginnen und Kollegen und die über 90-prozentige Beteiligung am Warnstreik zeigen erste Wirkung", erklärt Seiler. "Wir stehen allerdings erst am Anfang", mahnt der Gewerkschafter. Es sei zwar erfreulich, dass das Unternehmen sich nunmehr gesprächsbereit zeige, inhaltlich sei allerdings noch "Luft nach oben". Die IG Metall Gaggenau wird ihren Mitgliedern am 5. Januar das Angebot zur Diskussion stellen. Die nächste Verhandlung ist auf den 14. Januar terminiert.

IG Metall fordert Tarifvertrag

Die IG Metall fordert einen Tarifvertrag für die rund 140 Beschäftigten bei HBPO, der das Benz-Werk mit Frontmodulen beliefert. Die IG Metall hatte zuletzt von Einschüchterungsversuchen durch das Management gesprochen. Leiharbeitern sei mit Abmeldung, befristet Beschäftigten mit Kündigung gedroht worden. Zeitarbeiter seien außerdem als Streikbrecher missbraucht worden. Die Geschäftsführung drohte damit, bei anhaltenden Arbeitskämpfen den Auftrag für Daimler abzuwickeln und das Werk zu schließen.

Produktion bei Daimler beeinträchtigt

Auf dieses Vorgehen hat die IG Metall mittlerweile reagiert, wie Seiler dem BT sagte. In einer Anzeige bei der Agentur für Arbeit habe man moniert, dass bei den Streiks Leiharbeiter auf bestreikten Posten eingesetzt worden seien, was nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz nicht erlaubt sei. Außerdem appellierte die Gewerkschaft an betroffene Zeitarbeitsfirmen, den Einsatz von Leiharbeitern bei Streiks nicht zu dulden. Auch das Arbeitsgericht Karlsruhe befasst sich mit dem Konflikt. Seiler zufolge habe der Betriebsrat ein Beschlussverfahren in Gang gesetzt, weil Büromitarbeiter während des Warnstreiks ohne Zustimmung der Arbeitnehmervertretung am Band eingesetzt worden seien.

Der befristete Ausstand hatte auch die Produktion bei Daimler beeinträchtigt.

Symbolfoto: dpa

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