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Hackerangriff trifft auch Region
Hackerangriff trifft auch Region
04.01.2019 - 12:18 Uhr
Baden-Baden (red/dpa) - Bei dem Online-Angriff auf Politiker und Prominente sind persönliche Daten und Dokumente von hunderten Personen des öffentlichen Lebens im Netz veröffentlicht worden. Laut Recherchen des Südwestrundfunks (SWR) sollen auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther betroffen sein.

Daneben sollen auch Informationen von weiteren Politikern von Grünen, SPD, FDP und Linken ins Netz gestellt worden sein, berichtet der SWR auf seiner Homepage weiter - allerdings ohne Namensangaben. Das baden-württembergische Staatsministerium wollte sich laut dem Sender nicht zu einzelnen Namen äußern. Im Fall des Ministerpräsidenten sei es nur zur Veröffentlichung von wenigen und zudem veralteten Daten gekommen, sagte das Staatsministerium der Deutschen Presseagentur.

Alle Ebenen betroffen

Betroffen seien "alle Ebenen" - Politiker aus dem Bundestag, dem Europaparlament und den Landtagen bis hin zu den Kommunen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag in Berlin.

Auch falsche Daten im Netz?

Fietz warnte, es könnten auch gefälschte Daten in das Material eingeschleust worden sein. Das Kanzleramt hat nach diesen Angaben am Donnerstagabend Kenntnis von dem Fall bekommen. Aus dem Kanzleramt selbst sind den Angaben zufolge infolge des Datenlecks keine sensiblen Daten abgeflossen. Das gelte auch für den Bereich von Kanzlerin Angela Merkel, sagte Fietz.

Art des Datenabflusses noch unklar

Die Bundesregierung weiß noch nicht, ob die Daten durch einen Hackerangriff abgefischt wurden. Auf welche Art und Weise die Daten abgeflossen seien, "lässt sich noch nicht mit Sicherheit feststellen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Die Sicherheitsbehörden hätten festgestellt, dass es sich sowohl um "relativ aktuelle als auch um ältere Datenpakete handelt".

Man hält es in Regierungskreisen nach dpa-Informationen auch für möglich, dass jemand, der durch seine Tätigkeit Zugang zu sensiblen Daten hat, diese online gestellt haben könnte. Fest stehe bereits, dass der Datenabfluss nicht über das Regierungsnetz erfolgt sei, hieß es. Ein möglicher Angriffspunkt sei das Netz des Bundestages. Zu den Betroffenen zählen aber auch Landtagsabgeordnete.

Leck soll rasch geschlossen werden

Zu den Daten zählen unter anderem Telefonnummern und Chat-Verläufe. Die Sicherheitsbehörden bemühen sich den Angaben zufolge, möglichst schnell dafür zu sorgen, dass die Daten nicht mehr abgerufen werden können. Ein Twitter-Account wurde am Freitag gesperrt.

Der Sprecher des Innenministeriums sagte, das Cyber-Abwehrzentrum habe die Koordination in diesem Fall übernommen. Es ist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) angesiedelt.

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