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Durchsuchungen auch in Rastatt
Durchsuchungen auch in Rastatt
16.01.2019 - 15:07 Uhr
Rastatt (red) - In acht Bundesländern hat die Polizei am Mittwoch Wohnungen von mutmaßlichen Mitgliedern der als rechtsradikal eingestuften Gruppe "National Socialist Knights of the Ku-Klux-Klan Deutschland" durchsucht. Darunter waren auch zwei Objekte in Rastatt.

 

Unter der Leitung des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg durchsuchten am Morgen rund 200 Einsatzkräfte - darunter auch Angehörige von Spezialeinheiten und der Staatsanwaltschaft Stuttgart - zeitgleich zwölf Wohnobjekte in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Baden-Württemberg waren zwei Objekte im Landkreis Rastatt sowie ein Objekt im Rems-Murr-Kreis betroffen, teilte das Landeskriminalamt am Mittag mit. Ein Sprecher des LKA bestätigte später BT-Informationen, wonach die Durchsuchungen im Landkreis in Rastatt stattfanden und sich gegen zwei Männer im Alter von 44 und 59 Jahren richteten.

17 Beschuldigte im Visier

Die Durchsuchungen erfolgten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart - Abteilung Staatsschutz - und richten sich gegen insgesamt 17 Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren. Diese stehen im Verdacht, eine kriminelle Vereinigung mit dem Namen "National Socialist Knights of the Ku-Klux-Klan Deutschland" gebildet zu haben.

Chatprotokolle ausgewertet

Laut LKA handelt es sich um eine Gruppe von Menschen mit rechter Gesinnung. Diese äußere sich unter anderem in einer Glorifizierung des Nationalsozialismus. Teile der Gruppierung zeigten zumindest verbale Gewaltbereitschaft, planten eine Bewaffnung und hegten Gewaltfantasien. Auf die Spur der mutmaßlichen Mitglieder der Vereinigung kamen die LKA-Ermittler durch die Auswertung von Chatprotokollen eines beschlagnahmten Mobiltelefons in einem vorangegangenen Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Soziale Medien genutzt

Die Ermittlungen des LKA Baden-Württemberg richten sich mittlerweile gegen rund 40 Beschuldigte aus dem gesamten Bundesgebiet. Nach der bisherigen Einschätzung konnten keine Hinweise auf Verbindungen zu anderen Ku-Klux-Klan-Gruppierungen erlangt werden. Die Rekrutierung der Mitglieder erfolgt laut LKA unter anderem über das Internet. Die Kommunikation fand hauptsächlich über Soziale Medien statt. Zur Finanzierung der Gruppierung werden monatliche Mitgliedsbeiträge erhoben.

Ziel der Durchsuchungsmaßnahmen war die Sicherstellung von Beweismitteln, wie Waffen, Munition und Unterlagen, die Hinweise auf die Struktur der Gruppierung geben können.

Unterlagen werden ausgewertet

Bei der Aktion stellten die Ermittler insgesamt mehr als 100 Waffen sicher. Außerdem wurden Urkunden, Mitglieder- und Beitragslisten, T-Shirts und Symbole der Gruppierung "National Socialist Knights of the Ku-Klux-Klan Deutschland", elektronische Speichermedien, Computer sowie Mobiltelefone, vorgefunden.

Keine Festnahmen

Die sichergestellten Unterlagen werden nun ausgewertet. Bei den Einsätzen am Mittwoch gab es keine Festnahmen, die Durchsuchungen dienten ausschließlich der Sicherung von Beweismaterial, sagte die Staatsanwaltschaft Stuttgart dem BT auf Anfrage.

Foto: LKA Baden-Württemberg

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