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"Wir lassen uns nicht weiter abhängen"
19.02.2019 - 14:47 Uhr
Karlsruhe (ml) - Trillerpfeifen, Transparente, Fahnen und Konfetti: Mit einem lautstarken und farbenfrohen Marsch durch die Fußgängerzone und einer Kundgebung auf dem Marktplatz unterstrichen am Dienstag mehrere Hundert Landesbedienstete ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und weitere Verbesserungen. Verschiedene Gewerkschaften hatten zudem Tarifmitarbeiter von Schulen und anderen Landeseinrichtungen in den Regionen Karlsruhe, Rastatt, Baden-Baden, Freudenstadt, Pforzheim und Calw zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen.

 

Rund 500 Bedienstete hätten ihre Arbeit niedergelegt und sich beim Streikbüro in Karlsruhe gemeldet, wie Verdi-Bezirksgeschäftsführer Thorsten Dossow auf der Kundgebung sagte. Ein Großteil von ihnen zog am späten Vormittag durch die Kaiserstraße zum Marktplatz. Die Polizei sprach von etwa 350, die Gewerkschaft Verdi von 400 Teilnehmern.

Oper wegen Streik nur als Konzert

Unter ihnen waren angestellte Lehrer, pädagogische Assistentinnen, Mitarbeiter des Regierungspräsidiums, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Autobahnmeisterei, des Zentrums für Psychiatrie in Calw, des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes sowie des Badischen Staatstheaters. Auf dessen Bühne sollte am Abend die Aufführung der Oper "Freischütz" wegen des Ausstands der Bühnentechniker und Maskenbildner nur in konzertanter Form stattfinden.

Als Hauptrednerin war Hanna Binder, stellvertretende Landesleiterin von Verdi, nach Karlsruhe gekommen. Sie sitzt für die Arbeitnehmerseite am Verhandlungstisch in Potsdam. Dort sollen die Tarifverhandlungen mit den Ländern (außer Hessen) in der kommenden Woche in die dritte Runde gehen.

Länder noch ohne Angebot

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn für Tarifkräfte, mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat, zusätzlich 300 Euro mehr für in der Pflege tätige Bedienstete, eine Anhebung der monatlichen Vergütung um 100 Euro für Auszubildende und Praktikanten sowie weitere Verbesserungen. Die Arbeitgeberseite hat das als überzogen zurückgewiesen und bislang kein konkretes Angebot vorgelegt.

Binder betonte, dass die Landesbediensteten deutlich schlechter als Mitarbeiter in der freien Wirtschaft oder auch der Kommunen bezahlt würden. "Wir lassen uns nicht weiter abhängen", sagte sie unter tosendem Applaus der Teilnehmer.

Christel Pörsch, in Karlsruhe tätige Lehrerin, bekräftigte für die Bildungsgewerkschaft GEW die Streikbereitschaft der Angestellten. Angesichts der milliardenschweren Überschüsse dürfe es nicht sein, dass das Geld "wieder bei denen ankommt, die nichts für die Gesellschaft tun". Es sei an der Zeit, dass die Länder ihre Mitarbeiter anständig bezahlten. Diese Erkenntnis teile auch der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU).

"Dann treffen wir uns wieder"

Sollten sich die Arbeitgeber weiterhin nicht bewegen, werde man nicht klein beigeben, betonte Pörsch: "Wenn es keine ordentliche Erhöhung gibt, dann treffen wir uns in den nächsten Wochen wieder."

Die Warnstreiks sollen im Vorfeld der für den 28. Februar und 1. März angesetzten dritten Verhandlungsrunde fortgesetzt werden, dann zunächst in Südbaden sowie im württembergischen Landesteil.

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